Image

Project Blender bringt Bounty-System nach Valorant

Autoren-Bild Jonas Teichmann August 3, 2025

Mit Project Blender betritt ein innovatives Valorant-Turnierformat die Bühne, das frischen Wind in die E-Sport-Szene Europas, des Nahen Ostens und Nordafrikas (EMEA) bringen soll. Initiiert von Gozulting, einem französischen Veranstalter mit starkem Fokus auf Streaming-Events, kombiniert das Projekt klassische Wettbewerbsstruktur mit ungewöhnlichen Formaten, um Chancengleichheit, taktische Tiefe und Community-Beteiligung zu fördern.

Offene Anmeldung, taktische Vielfalt und finanzielle Anreize: Project Blender richtet sich an Spieler und Teams aller Erfahrungsstufen – vom ambitionierten Amateur bis hin zum erfahrenen Profiteam. Insgesamt 75.000 Euro Preisgeld stehen zur Verfügung, verteilt über mehrere Phasen mit einem abschließenden Offline-Finalevent mit acht qualifizierten Teams.

Taktische Neuerung: Der „Fearless Draft“

Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal des Turniers ist das sogenannte „Fearless Draft“-System. Im Gegensatz zum gewohnten Valorant-Modus dürfen Agenten innerhalb eines Teams nicht doppelt gewählt werden. Dadurch steigt die strategische Vielfalt, und Teams müssen sich kreativer und flexibler aufstellen – ein klarer Gewinn für Zuschauer und Taktiker gleichermaßen.

Das Herzstück: Das Kopfgeldsystem von Project Blender

In den Phasen 2 und 3 des Wettbewerbs kommt ein besonders spannendes Element zum Tragen – das Bounty-System. Dieses orientiert sich an Formaten aus der Fighting Game Community und sorgt für zusätzlichen Anreiz jenseits der regulären Rangfolge.

So funktioniert das Kopfgeldsystem:

  • Top-Teams (Tier 1 und Tier 2) werden mit einem Kopfgeld markiert.
  • Wird eines dieser Teams von einem niedriger eingestuften Gegner (z. B. Amateur-Team) geschlagen, erhält das siegreiche Underdog-Team eine zusätzliche Geldprämie.
  • Die Bounties sind unabhängig vom Turnierverlauf – das heißt: Selbst wenn ein Außenseiterteam früh ausscheidet, kann es durch den Überraschungserfolg gegen ein Spitzenteam finanziell belohnt werden.

Drei Einstufungskategorien bestimmen die Turnierlandschaft:

RangstufeBeschreibung
AmateurTeams ohne oder mit geringer Turniererfahrung
Tier 2Halbprofessionelle Teams mit regionaler Turniererfahrung
Tier 1Voll professionelle Organisationen mit internationaler Präsenz
Wichtig: Das Bounty-System kommt nur in Phase 2 und 3 zur Anwendung – die Einstiegsrunde (Phase 1) sowie das Finalturnier (Phase 4) bleiben davon ausgenommen.

Warum Project Blender anders ist

Das Turnier zielt darauf ab, klassische Machtverhältnisse im Esport aufzubrechen. Durch die Kopfgelder entstehen David-gegen-Goliath-Momente, bei denen auch unbekannte Teams Chancen auf Aufmerksamkeit, Anerkennung – und Preisgeld – erhalten. Gleichzeitig bringt das „Fearless Draft“-Format frischen Wind in das metagesteuerte Agenten-Pick-System von Valorant.

Gozulting positioniert Project Blender damit als Experimentierfeld, das sowohl dem Unterhaltungswert als auch dem Fairnessgedanken dient. Für etablierte Teams wird es zur Herausforderung, ihren Status zu verteidigen – für Amateure zum Sprungbrett ins Rampenlicht.

Innovation trifft auf Wettbewerb

Project Blender könnte sich als zukunftsweisendes Modell für Valorant-Turniere etablieren. Es belohnt Risikobereitschaft, bricht mit vorhersehbaren Formaten und macht den Weg frei für Überraschungserfolge. Gerade im EMEA-Raum, in dem viele ambitionierte Teams oft ohne Sponsoring auskommen müssen, bietet dieses Format eine neue Bühne – für frische Namen, kreative Strategien und spannende Duelle mit ungewissem Ausgang.

Autoren-Bild

Über Jonas Teichmann |

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

Mehr Artikel von diesem Autor →