Kiriko, Genji und Widowmaker bekommen regelmäßig aufwendige Cosmetics, während Fans anderer Overwatch-Helden seit Jahren auf ihren ersten Mythic-Skin warten. Die Kritik daran ist inzwischen offenbar auch bei Blizzard angekommen. Art Director Dion Rogers bezeichnet eine bessere Verteilung der begehrten Skins als eines der wichtigsten Themen, an denen das Team als Nächstes arbeiten will. Eine schnelle Änderung sollte die Community allerdings nicht erwarten – neue Mythics entstehen Monate im Voraus.
Auslöser der jüngsten Diskussion ist unter anderem Widowmakers neuer Void Dancer Mythic Skin. Für die Scharfschützin ist es bereits das zweite Mythic-Outfit.
Im selben Zeitraum erhielt auch Genji erneut einen Mythic-Skin.
Für Spieler, deren Lieblingsheld bislang überhaupt keinen besitzt, ist das zunehmend schwer nachvollziehbar.
Blizzard weiß, dass einige Helden bevorzugt wirken
Rogers widerspricht allerdings dem Eindruck, Blizzard würde intern bewusst eine kleine Gruppe populärer Helden bevorzugen.
Im Gespräch mit PC Gamer erklärte der Art Director, dass die Auswahl häufig davon abhänge, welche Ideen im Team gerade besonders gut funktionieren.
Manche Charaktere würden sich außerdem leichter für aufwendige Mythic-Konzepte eignen als andere.
Das Ergebnis bleibt für Spieler trotzdem dasselbe:
Während einige Helden bereits zum zweiten Mal zum Zug kommen, warten andere weiterhin auf ihre Premiere.
Mythic-Skins sind Overwatchs wichtigste Premium-Cosmetics
Die Diskussion fällt auch deshalb so emotional aus, weil Mythic-Skins die aufwendigsten Charakter-Cosmetics im Spiel darstellen.
Sie bieten normalerweise mehrere Anpassungsoptionen und können unter anderem:
- Farben verändern
- unterschiedliche Rüstungsteile bieten
- Waffen optisch anpassen
- eigene Effekte hinzufügen
- Fähigkeiten visuell verändern
Erworben werden sie über Mythic Prisms, die unter anderem über den Battle Pass verdient oder zusätzlich gekauft werden können.
Wer die benötigte Währung vollständig direkt kauft, landet je nach Paketstruktur schnell in einem Preisbereich von mehreren Dutzend Euro beziehungsweise Dollar.
Entsprechend groß ist das Interesse daran, welcher Held als Nächstes ausgewählt wird.
Widowmaker und Genji bringen die Kritik zum Kochen
Dass ausgerechnet Widowmaker und Genji erneut Mythic-Skins erhalten, hat die Diskussion weiter angeheizt.
Beide gehören ohnehin zu den Figuren mit umfangreichen Cosmetic-Katalogen.
Gleichzeitig existieren im inzwischen mehr als 40 Helden umfassenden Roster Charaktere, deren Fans seit Jahren auf vergleichbare Aufmerksamkeit warten.
Rogers bestätigte nun, dass Blizzard genau dieses Feedback wahrgenommen hat.
Die bessere Verteilung sei für die kommenden Konzeptphasen das „number one thing“, auf das sich das Team konzentrieren wolle.
Blizzard hat bereits neue Konzepte ausprobiert
Intern scheint die Arbeit sogar schon begonnen zu haben.
Laut Rogers veranstaltete das Art-Team zuletzt eine größere offene Konzeptphase, bei der möglichst viele bislang weniger berücksichtigte Helden ausprobiert wurden.
Dabei geht es zunächst nicht darum, sämtliche Ideen tatsächlich umzusetzen.
Stattdessen sollen möglichst viele Charaktere visuell untersucht werden, bis einzelne Konzepte herausstechen, die sich für einen Mythic-Skin eignen.
Das könnte künftig auch ungewöhnlicheren Figuren eine Chance geben.
Lucio-Fans dürfen zumindest hoffen
Einen konkreten Helden wollte Blizzard noch nicht für einen kommenden Mythic bestätigen.
PC Gamer hebt allerdings ausdrücklich Lucio als Beispiel eines Helden hervor, dessen Fans lange auf eine entsprechende Umsetzung warten.
Auch Figuren, die kosmetisch bislang weniger stark bedient wurden, könnten von Blizzards neuer Priorität profitieren.
Dass diese Skins kurzfristig erscheinen, ist allerdings unwahrscheinlich.
Große Cosmetics werden lange vor ihrer Veröffentlichung entworfen, modelliert und technisch umgesetzt.
Die aktuelle Season dürfte also noch nichts ändern
Die jetzige Kritik kommt zu spät, um bereits fertig geplante Inhalte grundlegend umzubauen.
Selbst Rogers macht deutlich, dass die bessere Verteilung vor allem die nächsten Konzeptphasen betrifft.
Es könnte deshalb mehrere Seasons dauern, bevor die Auswirkungen für Spieler sichtbar werden.
Die entscheidende Änderung findet zunächst hinter den Kulissen statt:
Blizzard scheint Mythic-Skins künftig nicht mehr allein danach auszuwählen, welche Idee spontan am spektakulärsten wirkt.
Die Frage, welche Helden bereits mehrfach bedient wurden und welche bislang leer ausgegangen sind, soll stärker berücksichtigt werden.
Für Kiriko-, Genji- und Widowmaker-Mains ist das vermutlich weniger aufregend.
Für Fans von Helden, die seit Jahren auf ihren großen Premium-Skin warten, könnte es dagegen genau die Nachricht sein, auf die sie gewartet haben.

