NVIDIA erweitert die angekündigte Hardware-Unterstützung für DLSS 5. Nachdem die neue Rendering-Technologie zum Start am 4. September zunächst ausschließlich für Grafikkarten und Gaming-Laptops der GeForce RTX 50 Series sowie über GeForce NOW vorgesehen war, hat das Unternehmen nun auch Unterstützung für die RTX-40-Serie bestätigt.
Damit korrigiert NVIDIA die ursprüngliche Kommunikation bereits wenige Tage später. RTX-40-Besitzer müssen sich allerdings noch gedulden: Zunächst soll DLSS 5 auf der aktuellen Blackwell-Generation optimiert werden. Die offizielle Unterstützung für Ada-Lovelace-Grafikkarten soll anschließend im weiteren Verlauf des Herbstes folgen.
RTX 40 bekommt DLSS 5 – aber nicht sofort
Die wichtigste Nachricht betrifft Besitzer von Grafikkarten wie RTX 4090, RTX 4080, RTX 4070 und deren Laptop-Varianten.
Sie bleiben von DLSS 5 nun doch nicht dauerhaft ausgeschlossen.
Nach Angaben von NVIDIA soll die Reihenfolge folgendermaßen aussehen:
| GPU-Generation | DLSS 5 |
|---|---|
| GeForce RTX 50 | seit 4. September 2026 |
| GeForce RTX 40 | offiziell für später im Herbst geplant |
| GeForce RTX 30 | bislang nicht angekündigt |
| GeForce RTX 20 | bislang nicht angekündigt |
| GeForce NOW Ultimate | unterstützt |
Einen konkreten Tag für das RTX-40-Update nennt NVIDIA derzeit noch nicht.
Das Unternehmen möchte zunächst die Performance und das Modell auf der RTX-50-Serie verbessern, bevor die Unterstützung auf ältere Hardware ausgeweitet wird.
Überraschende Kehrtwende innerhalb weniger Tage
Die Ankündigung kommt durchaus überraschend.
Noch Anfang September hatte NVIDIA die Verfügbarkeit ausdrücklich auf die RTX-50-Serie und GeForce NOW beschränkt. Entsprechend entstand zunächst der Eindruck, dass DLSS 5 dauerhaft ein exklusives Feature der neuen GPU-Generation bleiben könnte.
Am 4. September bestätigten NVIDIA-Vertreter nun jedoch die geplante Erweiterung auf RTX 40.
Interessant ist dabei, dass Nutzer bereits zuvor experimentiert hatten. Aus Dateien von NBA 2K27 wurden Bestandteile des neuen 3D-Guided Neural Rendering analysiert und inoffiziell auch auf RTX-40-Grafikkarten getestet.
Mit der offiziellen Unterstützung wird daraus später eine regulär vorgesehene Funktion.
Warum braucht DLSS 5 so viel Leistung?
Der wahrscheinlich wichtigste Grund für den verzögerten RTX-40-Support ist die hohe Rechenlast.
DLSS 5 unterscheidet sich deutlich von klassischem Upscaling. Mit 3D-Guided Neural Rendering verwendet NVIDIA neuronale Netze, um Teile des finalen Bildes auf Grundlage der vorhandenen 3D-Geometrie, Materialien und weiteren Informationen neu zu berechnen beziehungsweise zu verbessern.
Beim ersten unterstützten Spiel NBA 2K27 wird das beispielsweise für:
- Hautdarstellung
- Lichtdurchlässigkeit
- Beleuchtung von Gesichtern
- Reflexionen in Haaren
- Materialien und Oberflächendetails
eingesetzt.
Das Ergebnis soll realistischer wirken, kostet allerdings erheblich GPU-Leistung.
RTX 5080 verliert in NBA 2K27 massiv FPS
Wie groß der Performance-Bedarf ausfallen kann, zeigen erste Tests mit einer GeForce RTX 5080.
Auf einem System mit Ryzen 7 9800X3D und 32 GB DDR5 wurden bei maximalen Einstellungen und aktiviertem Raytracing folgende Werte gemessen:
| Auflösung | Ohne DLSS 5 | Mit DLSS 5 |
|---|---|---|
| 1440p | ca. 230 FPS | ca. 93 FPS |
| 4K | ca. 183 FPS | ca. 49 FPS |
Das entspricht einem Rückgang von ungefähr 60 Prozent bei 1440p und rund 73 Prozent in 4K.
Diese Werte zeigen allerdings nur einen Teil des Gesamtbildes. DLSS 5 ist dafür gedacht, gemeinsam mit anderen DLSS-Techniken eingesetzt zu werden.
Mit Upscaling und Frame Generation steigen die Werte im selben Testszenario beispielsweise wieder auf rund 168 FPS bei 1440p und 92 FPS in 4K.
NVIDIA rechnet selbst mit erheblichem Performance-Verlust
Die hohe Belastung ist für NVIDIA keine Überraschung.
Das Unternehmen hat selbst erklärt, dass 3D-Guided Neural Rendering je nach Szenario ungefähr 50 bis 60 Prozent zusätzliche Rendering-Leistung beanspruchen kann.
Gleichzeitig soll sich die Effizienz bereits deutlich verbessert haben.
Eine frühe technische Demo benötigte laut NVIDIA noch zwei RTX-5090-Grafikkarten, um bestimmte DLSS-5-Workloads auszuführen. Inzwischen sei die Performance der Technologie massiv gesteigert worden.
Genau diese Optimierung dürfte entscheidend dafür sein, DLSS 5 sinnvoll auf der RTX-40-Serie einsetzen zu können.
RTX 4090 dürfte deutlich bessere Voraussetzungen haben als kleinere Modelle
Offen bleibt deshalb, wie einheitlich der Support innerhalb der RTX-40-Serie tatsächlich ausfallen wird.
Dass NVIDIA die Generation grundsätzlich unterstützt, bedeutet nicht automatisch, dass DLSS 5 auf einer RTX 4060 dieselben sinnvollen Einsatzmöglichkeiten besitzt wie auf einer RTX 4090.
Bei einer Technologie, die selbst eine RTX 5080 stark beansprucht, könnten Leistungsunterschiede innerhalb der Generation erheblich werden.
Denkbar ist deshalb, dass Spieler stärker auf Upscaling und Frame Generation angewiesen sein werden, um das Neural Rendering auf kleineren RTX-40-Modellen mit akzeptablen Bildraten zu nutzen.
Konkrete Benchmarks dazu gibt es bislang noch nicht.
Für RTX-40-Besitzer trotzdem eine gute Nachricht
Die grundsätzliche Entscheidung ist für Nutzer älterer High-End-Grafikkarten positiv.
Gerade Besitzer einer RTX 4090 oder RTX 4080 dürften wenig begeistert gewesen sein, wenn eine neue DLSS-Generation nur wenige Jahre nach dem Kauf ihrer GPUs komplett der RTX-50-Serie vorbehalten geblieben wäre.
Nun ist klar: DLSS 5 wird kein dauerhaft exklusives Blackwell-Feature.
Zum Start bleibt NBA 2K27 zwar weiterhin RTX 50 und GeForce NOW vorbehalten. Im weiteren Verlauf des Herbstes soll jedoch auch die RTX-40-Serie offiziell folgen.
Die spannendere Frage lautet deshalb inzwischen nicht mehr, ob DLSS 5 auf Ada Lovelace läuft – sondern wie gut NVIDIA die enorme Rechenlast bis zum Release der RTX-40-Unterstützung reduzieren kann.

