Hello Games hat am 9. September das Update 7.0 für No Man’s Sky veröffentlicht. Cosmos ist eine der größten Erweiterungen in der Geschichte des Spiels und knöpft sich ausgerechnet den Bereich vor, der sich in zehn Jahren am wenigsten verändert hat: den leeren Raum zwischen den Planeten.
Wie alle bisherigen Erweiterungen ist das Update kostenlos. Es gibt keine Bezahlstufe, keinen Season Pass und keine Mikrotransaktionen.
Eigene Raumstationen als Hauptattraktion
Die auffälligste Neuerung erfüllt einen Wunsch, den Hello Games als den am häufigsten geäußerten seit dem Verkaufsstart bezeichnet: Spieler können eine Raumstation übernehmen und als Direktor führen.
Gestaltet wird dabei innen wie außen. Zusätzliche Räume, Korridorteile und Dekorationsobjekte lassen sich verbauen, letztere über das Konstruktionsterminal an Bord der Raumanomalie freischalten. Auch am Äußeren der Station sind großflächige Anbauten möglich. Andere Reisende können die fertige Station anschließend besuchen.
Wer eine Station besitzt, kann außerdem weitere in wertvollen Gebieten errichten, etwa Bergbauposten in der Nähe teurer Rohstoffvorkommen.
Allianzen mit Zehntausenden Mitgliedern
Der zweite große Baustein sind Galaktische Allianzen. Stationsdirektoren gründen sie, vergeben Name, Kürzel und Banner und laden andere Spieler ein.
Der Umfang ist beachtlich: Nach Angaben von Studiochef Sean Murray können Zehntausende Spieler gleichzeitig einer einzigen Allianz angehören. Die Mitglieder koordinieren Erkundungen, verbinden ihre Stationen zu einem Netzwerk und beanspruchen gemeinsam Gebiete.
Bewertet werden Allianzen nach der Aktivität ihrer Mitglieder. Die größten und aktivsten erscheinen auf Bestenlisten, die im Kern jeder Raumstation einsehbar sind. Wie genau sich die Kategorien berechnen, hat Hello Games nicht offengelegt.
Was der Weltraum sonst bekommt
Systeme enthalten künftig feste, wiederauffindbare Orte statt nur Leere. Über das Schnellmenü lässt sich eine Karte des Sternsystems aufrufen, die Himmelskörper, die Raumstation und weitere Ziele anzeigt.
| Neuer Ort | Was ihn ausmacht |
|---|---|
| Asteroidengürtel | Fels- und Eisformationen mit Kristallvorkommen, große Exemplare sind belandbar und bebaubar |
| Deep-Space-Außenposten | von Außerirdischen betrieben, Handel und Aufträge beim Quartiermeister |
| Weltraumwracks | riesige Konstruktionen zum Ausschlachten, jedoch instabil |
| Trümmerfelder | Rohstoffe im freien Raum |
| Orbitalbasen | frei schwebende Modulbauten, überall im All errichtbar |
Bei den Wracks lohnt Vorsicht. Sie enthalten wertvolle Gegenstände, sind aber instabil und beginnen beim Ausschlachten zu zerfallen. Die Musik wird dramatischer, sobald die Struktur nachgibt.
Orbitalbasen lassen sich entweder auf natürlichen Asteroidenplattformen errichten oder in beliebigem leerem Raum. Hello Games nennt als Beispiele einen Rastplatz für Raumschiffe, ein Restaurant im Orbit oder einen Militärposten.
Der Flug in die Sonne
Eine Neuerung fällt aus dem Rahmen. Erstmals lässt sich der Stern eines Systems tatsächlich anfliegen.
Wer es versucht, sollte wissen, worauf er sich einlässt: Die Sonne belohnt niemanden, sie tötet. Hello Games beschreibt das ausdrücklich als gefährliche Reise für übermütige Reisende. Als Einnahmequelle taugt der Ausflug nicht, als Schauwert dagegen erheblich.
Ein Museum der eigenen Geschichte
Parallel läuft die Expedition Our Journey Continues, und die ist konzeptionell die schönste Idee des Updates.
Sie besteht aus vierzig Meilensteinen, von denen jeder für eines der vierzig großen Updates seit 2016 steht. Nacheinander schaltet die Expedition die Funktionen frei, die damals hinzukamen, begleitet von Hintergrundfakten und Entwicklerkommentaren.
Für Rückkehrer ist das der praktischste Einstieg, den man sich denken kann. Statt sich durch zehn Jahre Änderungen zu arbeiten, durchläuft man sie chronologisch.
Technik und Plattformen
Neben den Inhalten hat Hello Games an der Darstellung gearbeitet. Die Beleuchtung berücksichtigt jetzt unabhängige Lichtquellen, sodass etwa Rauch korrekt reagiert. Wolken werden schon vor der Landung realistischer dargestellt, dazu kommen feinere Geländedetails und Texturen sowie Leistungsverbesserungen.
Kleinere Anpassungen betreffen den Weltraumspaziergang, der nun sechs Freiheitsgrade einschließlich Rollen bietet, sowie einen Schleudersitz für Raumschiffe außerhalb der Corvette-Klasse.
Das Update steht auf allen Plattformen bereit. Für Nintendo Switch und Switch 2 kündigte Hello Games die Verteilung zeitnah an.
Zehn Jahre und kein Ende
Die Einordnung schreibt sich fast von selbst. Ein Spiel, dessen Start 2016 zu den bekanntesten Fehlschlägen der Branche zählte, liefert im zehnten Jahr sein siebtes Hauptupdate, kostenlos, ohne Zusatzverkäufe.
Bemerkenswert ist dabei weniger der Umfang als die Auswahl. Hello Games hat sich mit Cosmos genau den Bereich vorgenommen, den Spieler seit Jahren als leerste Stelle des Spiels benennen. Der Raum zwischen den Planeten war eine Durchgangszone, jetzt ist er ein Ort.
Ob die Allianzen tragen, wird sich erst zeigen. Ein System, das Zehntausende Mitglieder verkraften soll, steht und fällt damit, ob genug Spieler mitmachen. Sean Murray verwies unterdessen darauf, dass die für No Man’s Sky entwickelte Technik auch in das kommende Studioprojekt Light No Fire einfließt.

