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Neue Studie: Lootboxen mit Glücksspielproblemen, Suchtverhalten und psychischen Belastungen assoziiert

Autoren-Bild Jonas Teichmann Juli 21, 2026

Eine kanadische Studie mit 3.709 Teilnehmern findet auffällige Zusammenhänge zwischen dem Kauf von Lootboxen und Problemen wie Glücksspielsucht, Substanzmissbrauch und Depressionen. Wichtig: Die Forscher betonen ausdrücklich, dass ihre Daten keine Ursache-Wirkung belegen.

Eine neue Studie zeigt, dass der Kauf von Lootboxen in Videospielen mit einer ganzen Reihe von Problemen in Verbindung steht – darunter Substanzmissbrauch, Glücksspiel und psychische Belastungen.

Forschende in Kanada untersuchten 3.709 Erwachsene, die sowohl regelmäßig an Glücksspielen teilnahmen als auch Videospiele spielten. Rund die Hälfte der Teilnehmer gab an, Lootboxen gekauft zu haben. Diese Käufergruppe berichtete häufiger von Depressionen, Angstzuständen, Substanzkonsumstörungen und weiteren psychischen Problemen – und deutlich häufiger von exzessivem Gaming und anderen suchtartigen Verhaltensweisen, einschließlich problematischem Glücksspiel.

Gaming und Glücksspiel verschwimmen

Das Forschungsteam unter Leitung von Hyoun S. Kim von der Toronto Metropolitan University hält fest: „Gaming und Glücksspiel sind zunehmend miteinander verflochten.“ Lootboxen seien „vielleicht das bekannteste Beispiel für diese fortlaufende Annäherung zwischen Gaming und Glücksspiel, mit Belegen, die auf Zusammenhänge zum Einstieg ins Glücksspiel und zum Schweregrad problematischen Glücksspiels hindeuten.“

Die kanadischen Forscher erklärten, ihre Studie ergänze die Belege dafür, dass „sowohl die Häufigkeit als auch die Ausgaben für Lootbox-Käufe mit dem Schweregrad problematischen Glücksspiels assoziiert sind.“

Breites Spektrum an Problemen bei Lootbox-Käufern

Zu den Problemen, die bei Lootbox-Käufern häufiger auftraten, zählten unter anderem:

  • Substanzkonsumstörungen
  • Depressionen
  • Angstzustände
  • Bipolare Störung
  • Panikattacken
  • Schizophrenie
  • Bulimie
  • Exzessives Videospielen
  • Exzessiver Konsum von Sex/Pornografie
  • Exzessives Einkaufen
  • Exzessiver Sport
  • Exzessive Social-Media-Nutzung
  • Exzessive Internetnutzung

Wichtige Einschränkung: kein Kausalnachweis

Die Forscher betonen ausdrücklich, dass ihre Studie nicht zeige, dass Lootboxen ein Glücksspielproblem verursachen. „Es ist nicht möglich zu bestimmen, ob Lootboxen in unserer Stichprobe den Übergang zum Glücksspiel beeinflusst haben oder umgekehrt“, heißt es. Es handelt sich also um einen beobachteten Zusammenhang, nicht um einen belegten Ursache-Wirkung-Mechanismus. Gleichwohl mehren sich die Hinweise, dass Kinder, die früh Lootboxen kaufen, später im Leben eher Glücksspielprobleme entwickeln könnten.

Länder gehen gegen Lootboxen vor

Mit wachsender Forschung nehmen auch die regulatorischen Maßnahmen zu. Seit vergangenem Monat werden Spiele mit Lootboxen in Europa ab 16 Jahren eingestuft – aus Sorge, sie könnten Glücksspiel unter Minderjährigen fördern.

In den USA machen zudem mehrere Klagen Spielefirmen für eine Reihe von Problemen bei Kindern verantwortlich; Eltern nahmen dabei besonders Roblox, Valve, Minecraft, Fortnite und Call of Duty ins Visier. Und in Brasilien wurden im vergangenen Monat mehrere Unternehmen – darunter Riot Games und Valve – zu Zahlungen von insgesamt 60 Millionen US-Dollar verurteilt. Laut Urteil ähneln Lootboxen dem Glücksspiel und setzen Kinder und Jugendliche Risiken von zwanghaftem Verhalten und kommerzieller Ausbeutung aus.

Hinweis: Dies ist ein sensibles Thema. Wer bei sich selbst oder Angehörigen problematisches Spiel- oder Glücksspielverhalten bemerkt, kann sich an eine Suchtberatungsstelle oder eine andere Fachstelle wenden.


Quelle: esports.net (Adam Roarty), 20.07.2026; Studie veröffentlicht via ScienceDirect.

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Über Jonas Teichmann |

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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