Naruto, Sasuke, Nobita oder sogar Doraemon stehen in Indonesien nicht nur auf Manga-Covern, sondern tatsächlich in offiziellen Personendaten. Die indonesische Behörde für Bevölkerungs- und Personenstandsregister hat aktuelle Zahlen veröffentlicht, nach denen hunderte Einwohner Namen beziehungsweise Namensbestandteile bekannter Anime-Figuren tragen. Besonders stark vertreten ist das Naruto-Universum, doch auch One Piece, Doraemon, Crayon Shin-chan und InuYasha haben Spuren im Melderegister hinterlassen.
Allein 190 Personen tragen den Namen Uzumaki, 158 heißen Sasuke, weitere 157 Naruto und 152 Uchiha. Beim Doraemon-Klassiker liegt ausgerechnet Nobita mit 181 Einträgen weit vor der titelgebenden Roboterkatze: Doraemon selbst kommt lediglich 16-mal vor.
190 Menschen heißen Uzumaki, 157 Naruto
Die ungewöhnlichen Zahlen stammen von der indonesischen Generaldirektion für Bevölkerung und Personenstand, kurz Dukcapil.
Behördenchef Teguh Setyabudi stellte die Daten Anfang August im Rahmen einer landesweiten Veranstaltung zur Bevölkerungsstatistik vor.
Dabei präsentierte er eine ganze Liste von Namen, die offensichtlich aus bekannten japanischen Manga- und Anime-Serien stammen.
| Anime-Name | Registrierte Personen |
|---|---|
| Uzumaki | 190 |
| Nobita | 181 |
| Sasuke | 158 |
| Naruto | 157 |
| Uchiha | 152 |
| D. Luffy | 79 |
| Shinchan | 65 |
| Boruto | 60 |
| Usopp | 37 |
| Inuyasha | 23 |
| Doraemon | 16 |
| Suneo | 8 |
Dabei sollte man die Zahlen nicht zwingend so verstehen, dass jede Person ausschließlich „Naruto“ oder „Uchiha“ heißt. Die Angaben beziehen sich auf im Bevölkerungsregister erfasste Namen beziehungsweise Namensbestandteile.
Trotzdem ist die Verbindung zu den jeweiligen Serien bei Kombinationen wie Uzumaki, Uchiha oder D. Luffy schwer zu übersehen.
Die berühmten 657 „Naruto-Namen“ brauchen etwas Erklärung
International machte die Zahl von 657 Indonesiern mit Namen aus Naruto schnell die Runde.
Sie ergibt sich aus vier Einträgen:
190 Uzumaki, 158 Sasuke, 157 Naruto und 152 Uchiha.
Zusammen sind das exakt 657 Personen.
Ganz vollständig ist diese Rechnung allerdings nicht. Dukcapil führt zusätzlich 60 Menschen namens Boruto auf, der ebenfalls direkt zum Naruto-Franchise gehört.
Die Zahl 657 beschreibt damit nicht sämtliche möglichen Namen aus dem Naruto- beziehungsweise Boruto-Universum, sondern lediglich diese vier besonders häufig genannten Einträge.
Nobita schlägt Naruto
Fast noch kurioser ist die Popularität von Nobita.
181 Menschen tragen laut Register diesen Namen.
Damit liegt der notorisch glücklose Schüler aus Doraemon sogar vor Naruto und Sasuke.
Die eigentliche Hauptfigur der Serie schafft dagegen lediglich 16 Einträge: In ganz Indonesien sind laut den veröffentlichten Daten 16 Personen unter dem Namen Doraemon registriert.
Auch Suneo findet sich im System.
Acht Personen tragen den Namen von Nobitas wohlhabendem und häufig angeberischem Freund.
Setyabudi kommentierte das bei der Präsentation offenbar selbst mit Humor und erinnerte daran, dass Suneo innerhalb der Serie für sein weinerliches Verhalten bekannt ist.
One Piece schafft es ebenfalls ins Melderegister
Auch Eiichiro Odas One Piece ist vertreten.
Besonders auffällig ist D. Luffy.
79 Personen sind unter diesem Namen registriert.
Der Anime-Bezug ist hier noch eindeutiger als bei manchen einzelnen Vornamen, denn das „D.“ gehört zu Monkey D. Luffys vollständigem Namen und spielt innerhalb von One Piece eine zentrale Rolle.
Hinzu kommen 37 Personen namens Usopp.
Damit haben mindestens zwei Mitglieder der Strohhut-Piraten ihren Weg in offizielle indonesische Dokumente gefunden.
Shinchan und InuYasha fehlen ebenfalls nicht
Die Liste reicht weit über die aktuell größten Anime-Serien hinaus.
65 Menschen tragen den Namen Shinchan, angelehnt an Shinnosuke „Shin-chan“ Nohara aus Crayon Shin-chan.
Weitere 23 sind als Inuyasha registriert.
Das zeigt, dass sich die Namenswahl nicht ausschließlich an aktuellen Anime-Hits orientiert.
Doraemon, InuYasha und Crayon Shin-chan gehören zu Serien, die bereits seit Jahrzehnten ausgestrahlt werden und entsprechend mehrere Generationen indonesischer Zuschauer geprägt haben.
Anime ist in Indonesien seit Jahrzehnten riesig
Dass gerade Indonesien solche Zahlen produziert, ist weniger überraschend, als es zunächst klingt.
Japanische Manga und Anime besitzen in dem südostasiatischen Land seit Jahrzehnten eine enorme Reichweite.
Doraemon gehört beispielsweise zu den Serien, die dort über viele Jahre hinweg im Fernsehen liefen. Auch Naruto und One Piece erreichten ein Millionenpublikum.
Für eine Generation, die mit diesen Figuren aufgewachsen ist und inzwischen selbst Kinder bekommt, werden Namen aus Anime damit offenbar zunehmend zu einer echten Option.
Dukcapil-Chef Setyabudi erklärte entsprechend, dass sich die Namensgewohnheiten verändert hätten und jüngere Eltern weniger stark an klassische beziehungsweise traditionelle Namen gebunden seien.
Anime-Figuren werden zu echten Namensvorbildern
Der Trend zeigt, wie stark Popkultur mittlerweile persönliche Lebensentscheidungen beeinflussen kann.
Kinder nach Filmfiguren, Musikern oder Sportlern zu benennen, ist grundsätzlich kein neues Phänomen.
Anime erweitert diesen Effekt inzwischen jedoch weit über Japan hinaus.
Gerade Figuren wie Naruto stehen für Eigenschaften, mit denen sich Fans stark identifizieren: Durchhaltevermögen, Freundschaft, Loyalität oder der Aufstieg eines Außenseiters.
Ein Name kann deshalb für Eltern mehr darstellen als lediglich eine Referenz auf eine Lieblingsserie.
Ob alle 190 Uzumakis tatsächlich von Naruto inspiriert wurden, lässt sich anhand der Statistik allein natürlich nicht für jede einzelne Person beweisen. Die zuständige Behörde selbst stellte die Zahlen jedoch ausdrücklich im Zusammenhang mit Anime-inspirierten Namen vor.
Und dann gibt es tatsächlich 16 Doraemons
Trotz aller großen Zahlen bleibt der wohl ungewöhnlichste Eintrag Doraemon.
Naruto oder Sasuke funktionieren zumindest noch relativ problemlos als menschliche Vornamen.
Doraemon ist dagegen eine blaue Roboterkatze aus dem 22. Jahrhundert.
Trotzdem taucht der Name 16-mal im indonesischen Bevölkerungsregister auf.
Noch eigenwilliger wird es bei D. Luffy, weil dort sogar ein charakteristischer Bestandteil des vollständigen Manga-Namens übernommen wurde.
Indonesiens offizielle Statistik liefert damit einen ziemlich ungewöhnlichen Beleg dafür, wie tief Anime inzwischen außerhalb Japans in der Popkultur verwurzelt ist.
Für manche Fans endet die Begeisterung offenbar nicht beim Manga-Regal, beim Cosplay oder beim Tattoo. Sie steht irgendwann sogar auf der Geburtsurkunde.

