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Nach Onimusha: Capcom will weitere alte Marken zurückbringen

Jonas Teichmann
Jonas Teichmann Chefredakteur & Esports-Experte

Capcom will nach dem erfolgreichen Comeback von Onimusha gezielt weitere Marken aus dem eigenen Archiv zurückholen. Das Unternehmen bestätigt in einer aktuellen Mitteilung, dass Serien ohne neue Veröffentlichungen seit längerer Zeit wieder stärker in den Fokus rücken sollen. Welche Franchises als Nächstes an der Reihe sind, verrät Capcom noch nicht – Kandidaten wie Dino Crisis, Lost Planet oder Breath of Fire dürften damit allerdings wieder interessanter werden.

Der Zeitpunkt der Aussage ist kein Zufall. Onimusha: Way of the Sword hat bereits am ersten Verkaufstag weltweit mehr als eine Million Exemplare verkauft. Gleichzeitig überschritt die gesamte Onimusha-Reihe damit die Marke von zehn Millionen verkauften Spielen. Für Capcom liefert das ziemlich überzeugende Argumente dafür, dass sich auch vermeintlich eingeschlafene Marken wirtschaftlich wiederbeleben lassen.

Eine Million Onimusha-Verkäufe am ersten Tag

Onimusha: Way of the Sword erschien am 4. September 2026 für PlayStation 5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch 2 und PC.

Nur einen Tag später war der erste große Meilenstein erreicht.

Capcom spricht ausdrücklich von mehr als einer Million weltweit verkauften Exemplaren am Launch-Tag. Für eine Serie, die rund zwei Jahrzehnte lang kein neues Hauptspiel bekommen hatte, ist das ein ausgesprochen starker Neustart.

Way of the Sword ist laut Capcom das erste neue Onimusha-Spiel seit mehr als 20 Jahren. Das Unternehmen hatte bereits vor der Veröffentlichung mehrfach Demos und öffentliche Anspielmöglichkeiten angeboten und führt diese Maßnahmen ausdrücklich als einen der Gründe für die große Aufmerksamkeit rund um das Comeback an.

Capcom bestätigt Strategie für alte Marken

Fast interessanter als die Verkaufszahl ist allerdings ein Absatz in der offiziellen Erfolgsmeldung.

Capcom erklärt dort, dass das Unternehmen neben regelmäßigen großen Neuerscheinungen gezielt an der „Reaktivierung von IPs arbeitet, die seit längerer Zeit keinen neuen Titel erhalten haben“.

Weiter heißt es, man wolle den Wert der umfangreichen eigenen Content-Bibliothek stärker ausschöpfen.

Das ist keine beiläufige Aussage.

Capcom beschreibt die Wiederbelebung älterer Marken damit ausdrücklich als Bestandteil seiner Unternehmensstrategie.

Onimusha war also offenbar nicht einfach ein einzelnes Nostalgieprojekt.

Warum Onimusha für Capcom ein wichtiger Test war

Capcom verfügt über einen der umfangreichsten Kataloge klassischer Spielemarken in der Branche.

In den vergangenen Jahren konzentrierte sich das Unternehmen allerdings stark auf wenige besonders erfolgreiche Säulen:

  • Resident Evil
  • Monster Hunter
  • Street Fighter
  • Devil May Cry

Diese Strategie war wirtschaftlich extrem erfolgreich.

Vor allem Resident Evil zeigt gleichzeitig, wie wertvoll ältere Marken und Spiele weiterhin sein können. Capcom hat mehrere Klassiker komplett neu aufgelegt und damit sowohl alte Fans als auch ein neues Publikum erreicht.

Bei Onimusha war das Risiko größer.

Hier ging es nicht um ein Remake eines weiterhin aktiven Blockbusters, sondern um die Rückkehr einer Serie, deren große Zeit mehr als zwei Jahrzehnte zurücklag.

Eine Million Verkäufe am ersten Tag dürfte intern entsprechend genau registriert worden sein.

Dino Crisis dürfte jetzt sofort wieder genannt werden

Wenn es um Capcoms ruhende Marken geht, fällt kaum ein Name häufiger als Dino Crisis.

Die Survival-Horror-Serie von Resident-Evil-Schöpfer Shinji Mikami begann 1999 und kombinierte die damalige Resident-Evil-Formel mit Dinosauriern.

Dino Crisis 2 folgte bereits ein Jahr später und schlug eine deutlich actionreichere Richtung ein.

Das letzte reguläre Hauptspiel war schließlich Dino Crisis 3 aus dem Jahr 2003.

Seitdem wartet die Community auf eine echte Rückkehr.

Gerade heute wäre ein Dino Crisis auf Basis der modernen RE Engine für Capcom ein naheliegendes Projekt. Resident Evil hat bewiesen, dass Survival Horror wieder ein großes Publikum erreicht, während Dinosaurier als Setting weiterhin vergleichsweise wenig Konkurrenz besitzen.

Bestätigt ist ein neues Dino Crisis trotzdem nicht.

Capcom hat lediglich seine allgemeine Strategie angekündigt.

Lost Planet wäre ebenfalls ein Kandidat

Eine weitere Marke, die seit langer Zeit verschwunden ist, ist Lost Planet.

Das erste Spiel erschien 2006 beziehungsweise 2007 international und verband Third-Person-Shooter, riesige Aliens und extrem kalte Planeten mit einem ungewöhnlichen Thermalsystem.

Nach Lost Planet 2 folgte 2013 Lost Planet 3.

Seitdem gab es keinen neuen Hauptteil mehr.

Die Serie wäre für Capcom interessant, weil sie heute eine Lücke im eigenen Portfolio schließen könnte: Einen großen Third-Person-Shooter mit Science-Fiction-Setting besitzt das Unternehmen derzeit nicht.

Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Aussage dürfte auch dieser Name innerhalb der Community wieder häufiger auftauchen.

Breath of Fire wartet noch länger

Noch weiter zurück reicht Breath of Fire.

Die klassische JRPG-Serie gehörte in den 1990ern und frühen 2000ern zu Capcoms wichtigsten Rollenspielmarken.

Breath of Fire III und IV gelten bis heute als Genre-Klassiker.

Danach wurde es ruhig.

Breath of Fire: Dragon Quarter erschien 2002 beziehungsweise 2003 im Westen. Später folgte zwar noch das in Japan veröffentlichte Online-Projekt Breath of Fire 6, doch eine große moderne Konsolenfortsetzung hat Capcom seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht produziert.

Ein neues Breath of Fire würde sich gleichzeitig deutlich von Capcoms gegenwärtigem Portfolio unterscheiden.

Ob das Unternehmen tatsächlich wieder ein klassisches JRPG dieser Größenordnung finanzieren möchte, ist allerdings völlig offen.

Ace Attorney ist ein etwas anderer Fall

Auch Ace Attorney wird in den Diskussionen regelmäßig genannt.

Hier ist die Bezeichnung „ruhende Marke“ allerdings etwas schwieriger.

Capcom hat in den vergangenen Jahren mehrere ältere Ace-Attorney-Spiele neu veröffentlicht und Sammlungen wie The Great Ace Attorney Chronicles oder die Ace Attorney Investigations Collection herausgebracht.

Was tatsächlich fehlt, ist ein komplett neues großes Hauptspiel.

Phoenix Wright: Ace Attorney – Spirit of Justice erschien bereits 2016.

Die Marke selbst ist also keineswegs verschwunden. Ein wirklich neuer Teil wäre trotzdem für viele Fans längst überfällig.

Dead Rising wurde bereits vorsichtig zurückgebracht

Auch Dead Rising zeigt, wie Capcom derzeit mit älteren Serien experimentiert.

Mit Dead Rising Deluxe Remaster wurde der erste Teil 2024 umfangreich technisch überarbeitet und erneut veröffentlicht.

Das war noch kein komplett neues Dead Rising, aber durchaus ein Test dafür, wie groß das Interesse an der Marke weiterhin ist.

Ein neuer Hauptteil wäre deshalb ebenfalls denkbar.

Auch hier gilt: Capcom hat aktuell nichts angekündigt.

Mega Man wartet ebenfalls auf ein neues großes Spiel

Bei Mega Man sieht die Lage ähnlich aus.

Mega Man 11 erschien 2018 und war damals bereits selbst eine Rückkehr nach längerer Pause.

Seitdem hat Capcom die Marke vor allem über Sammlungen und Neuveröffentlichungen gepflegt.

Ein komplett neues großes Mega-Man-Spiel lässt dagegen weiterhin auf sich warten.

Dass Capcom nun öffentlich die Reaktivierung länger ruhender IPs betont, dürfte deshalb auch diese Fanbasis hellhörig machen.

Welche Marken besitzen die besten Chancen?

Offiziell lässt sich darüber derzeit nichts sagen.

Betrachtet man jedoch Bekanntheit, Genre und mögliche Zielgruppe, ergeben einige Serien wirtschaftlich mehr Sinn als andere.

MarkeLetzter großer neuer TeilPotenzial für Comeback
Dino Crisis2003sehr hoch
Lost Planet2013hoch
Breath of Firelange ohne großen Konsolenteiloffen
Mega ManMega Man 11, 2018hoch
Ace AttorneySpirit of Justice, 2016hoch
Dead Risingzuletzt Deluxe Remasterbereits teilweise reaktiviert
OnimushaWay of the Sword, 2026erfolgreich zurückgekehrt

Das ist allerdings eine redaktionelle Einordnung – keine Liste angekündigter Capcom-Projekte.

Capcom hat derzeit Rückenwind

Der Zeitpunkt für solche Experimente ist günstig.

Capcom befindet sich wirtschaftlich seit Jahren in einer starken Phase und besitzt mehrere global erfolgreiche Serien.

Das reduziert das Risiko, gelegentlich eine ältere Marke wieder hervorzuholen.

Gleichzeitig hat das Unternehmen mit Onimusha gerade bewiesen, dass ein Franchise nach zwei Jahrzehnten Pause nicht zwangsläufig nur eine kleine Nostalgie-Zielgruppe erreicht.

Eine Million Verkäufe am ersten Tag sind für ein solches Comeback ein ausgesprochen deutliches Signal.

Hinzu kommt, dass Way of the Sword bereits vor dem Release auf der gamescom 2026 die Awards für Best Gameplay und Best Sony PlayStation Game gewann.

Das Comeback funktionierte also sowohl bei der frühen Resonanz als auch kommerziell.

Onimusha könnte zum Vorbild für weitere Comebacks werden

Entscheidend wird sein, welche Lehre Capcom aus dem Erfolg zieht.

Way of the Sword versucht nicht, einfach ein altes Spiel nahezu unverändert wieder aufzuwärmen.

Capcom modernisierte das Kampfsystem, setzt aktuelle Technik ein und positioniert die Serie als zeitgemäßes Actionspiel, ohne ihre historische Identität vollständig aufzugeben.

Genau dieses Modell ließe sich theoretisch auf mehrere andere Marken übertragen.

Ein modernes Dino Crisis müsste beispielsweise nicht exakt wie das Spiel von 1999 funktionieren.

Ein neues Lost Planet müsste kein Shooter aus dem Jahr 2006 mit besserer Grafik sein.

Und Breath of Fire könnte nach zwei Jahrzehnten völlig neu interpretiert werden.

Die eigentliche Nachricht ist größer als Onimusha

Der Erfolg von Way of the Sword ist deshalb nicht nur eine gute Nachricht für Onimusha-Fans.

Capcom formuliert erstmals sehr deutlich, dass lange nicht genutzte Marken wieder einen aktiven Bestandteil der eigenen Wachstumsstrategie bilden sollen.

Welche Serie als Nächstes zurückkehrt, wissen wir noch nicht.

Dino Crisis dürfte bei vielen Fans ganz oben auf der Wunschliste stehen. Lost Planet, Breath of Fire, Mega Man und ein vollständig neues Ace Attorney haben ebenfalls gute Argumente.

Aber diesmal sind solche Diskussionen nicht mehr nur Wunschdenken.

Onimusha hat gerade vorgemacht, dass eine 20 Jahre alte Marke mit dem richtigen Spiel sofort wieder ein Millionenpublikum erreichen kann. Und Capcom sagt inzwischen selbst, dass es genau solche Comebacks häufiger versuchen möchte.

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Jonas Teichmann

Über den Autor

Jonas Teichmann

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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