Das Rainbow Six Siege X Munich Major 2025 brachte Bewegung in die internationale Esports-Landschaft. Erstmals seit Jahren meldete sich Nordamerika eindrucksvoll zurück, während Europa seine starke Präsenz bestätigte. Südamerika, lange Zeit dominierend, blieb dagegen hinter den Erwartungen zurück. Das Turnier kulminierte am 16. November in einem hochklassigen Finale zwischen M80 und Team Falcons – einem Match, das die Entwicklung beider Regionen perfekt widerspiegelte.
Ein Finale, das dem Major gerecht wurde
Das Grand Final zwischen M80 und Team Falcons war ein intensiver Fünf-Karten-Thriller, auch wenn die Entscheidung letztlich nach vier Maps fiel. Zwei Verlängerungen unterstrichen, wie ausgeglichen das Duell über weite Strecken verlief.
M80 setzte sich mit 3:1 durch und lieferte eine der konstantesten Playoff-Performances des gesamten Events. Während die Falcons immer wieder starke Einzelmomente fanden, überzeugte M80 mit Stabilität – und hob am Ende vollkommen verdient die Trophäe als Sieger des Munich Major 2025.
Falcons: Von makelloser Gruppenphase bis ins Finale
Für Team Falcons war das Major eine emotionale Achterbahnfahrt. Nach dem enttäuschenden Sommer, inklusive eines frühen Ausscheidens beim R6 Esports World Cup, meldete sich das Line-up in München eindrucksvoll zurück.
Die Gruppenphase dominierten die Falcons von Anfang an. Mit klaren Siegen über Shopify Rebellion, Dplus, und w7m esports erreichten sie makellos die Playoffs – ein starkes Statement in einer der ausgeglichensten Major-Gruppen des Jahres.
In den Playoffs folgte die Revanche gegen G2 Esports, ehe sie im Upper Bracket Halbfinale den amtierenden Weltmeister FaZe Clan aus dem Weg räumten. Erst im Grand Final endete ihr Lauf – aber die Falcons zählten zu den prägenden Teams des Turniers.
M80: Nordamerikas Wiedergeburt
Für M80 bedeutete das Munich Major mehr als nur ein Turniersieg – es war der endgültige Beweis, dass NA wieder um internationale Titel spielen kann.
Nach einer enttäuschenden ersten Saisonhälfte, ohne Teilnahme am Esports World Cup, kämpfte sich das Team über eine starke nordamerikanische Stage zurück ins internationale Feld. Die Gruppenphase in München war dann ein Statement: Siege über G2, FaZe und Team Secret brachten M80 souverän in die Endrunde.
Der Weg ins Finale führte sie durch die Lower Bracket, wo das Team nacheinander Team Secret, Wildcard Gaming und schließlich FaZe Clan ausschaltete. Besonders das zweite Duell mit FaZe – entschieden erst in der Overtime der dritten Karte – zeigte, wie viel mentale Stärke in diesem Line-up steckt.
Südamerika verliert an Boden – FaZe als einzige Konstante
Die brasilianische Region, über Jahre hinweg eine der stärksten Kräfte im R6-Esport, erlebte in München eine schwere Realität: Formschwächen, frühe Ausstiege und fehlende Konstanz.
- w7m esports verpasste überraschend die Playoffs – ein weiterer Rückschlag nach einem ohnehin wechselhaften Jahr.
- Ninjas in Pyjamas kämpften sich zwar durch die Swiss Stage, scheiterten aber erneut im ersten Playoff-Match.
- FURIA erwischte einen der schwächsten Turnierläufe des Events und verabschiedete sich nach der ersten Lower-Runde.
- Nur FaZe Clan konnte mit einem Top-3-Ergebnis die Ehre der Region retten – doch selbst sie blieben hinter den Erwartungen zurück.
Die Region hat weiterhin enormes Potenzial, aber München zeigte deutlich: Die internationale Konkurrenz ist 2025 härter denn je.
G2 Esports vs. Team Secret – Revanche mit klarer Botschaft
Das Duell zwischen G2 Esports und Team Secret war eines der meistbeachteten Rematches des Turniers. Beide Teams standen sich bereits im Finale des Esports World Cup gegenüber – doch die Rollenverteilung in München war eine andere.
G2 spielte eines seiner besten Matches der Saison und dominierte Secret auf Lair (7:2) und Kafe (7:1). Für Secret blieb der Lauf dennoch solide: Siege gegen FURIA und ein späteres Kräftemessen mit M80 bestätigten ihre aktuelle Formkurve.
Wildcard bestätigt seine starke Saison
Wildcard Gaming setzte seinen Aufwärtstrend fort und beendete das Major erneut als Top-4-Team. Mit Siegen über w7m, NiP und G2 bestätigte das Line-up, dass ihre Platzierung beim RE:L0 2025 keine Eintagsfliege war.
Der vierte Platz ist ein starkes Signal in einem Turnierfeld, das so dicht war wie nie zuvor.
Asien-Pazifik: Keine Playoffs, aber starke Zeichen
Auch wenn kein APAC-Team die Playoffs erreichte, hinterließ die Region wichtige Akzente:
- Dplus KIA eröffnete das Major mit einem eindrucksvollen Sieg gegen FURIA
- ENTERPRISE Esports lieferte knappe Spiele gegen w7m und FURIA
- Weibo Gaming überraschte mit einem Sieg über NiP
- Nur CAG Osaka enttäuschte deutlich nach ihrem starken zweiten Platz beim RE:L0
In der Summe zeigt APAC: Der Abstand nach oben wird kleiner – auch wenn die Ergebnisse das noch nicht vollständig widerspiegeln.
Ein Major, das die Kräfteverhältnisse neu sortiert
Das Munich Major 2025 war eines der wichtigsten Turniere des Jahres. M80s Aufstieg, die Rückkehr der Falcons und der Leistungsabfall Südamerikas verschieben das Kräftegleichgewicht spürbar. Fest steht: Die Regionallandschaft von Rainbow Six ist 2025 so unberechenbar wie lange nicht mehr.
Nordamerika ist wieder da. Europa bleibt stark. Südamerika muss Antworten finden.
Und M80 schreibt Geschichte als neuer Champion des Munich Major.

