Die Play-Ins des MSI 2026 sind beendet, und T1 hat sich als einziges Team für die Bracket Stage qualifiziert. Der amtierende Weltmeister blieb in allen Serien ohne Mapverlust und zieht mit einer perfekten 9:0-Bilanz in die nächste Turnierphase ein. Ganz so eindeutig, wie die Ergebnisse aussehen, waren die Spiele aber nicht: Team Liquid und Karmine Corp brachten T1 mehrfach in schwierige Situationen, bevor Peyz und Co. die Serien doch noch kontrollierten.
Alle Play-In-Serien endeten mit 3:0
Auf dem Papier war die Play-In-Phase ungewöhnlich klar. Alle sechs Best-of-Five-Serien endeten mit einem 3:0. Das klingt nach einseitigen Matches, erzählt aber nur einen Teil der Geschichte. Mehrere Games waren lange offen, einige sogar komplett gegen den späteren Sieger geneigt.
T1 gewann auf dem Weg in die Bracket Stage zunächst gegen Team Liquid, anschließend gegen Karmine Corp und zum Abschluss erneut gegen Team Liquid. Damit setzte sich der LCK-Vertreter durch ein kleines, aber hart umkämpftes Feld, in dem nur ein einziges Team weiterkommen konnte.
Für die ausgeschiedenen Teams bleibt die Bilanz bitter. Deep Cross Gaming, Karmine Corp und Team Liquid scheiterten alle vor der Hauptrunde, obwohl gerade TL und KC einzelne Spiele lange konkurrenzfähig gestalten konnten.
T1 musste mehrmals große Rückstände drehen
Besonders auffällig war, dass T1 nicht einfach durch die Play-Ins spazierte. Gegen Team Liquid und Karmine Corp geriet der Weltmeister mehrfach in deutliche Goldrückstände. In einzelnen Spielen sah es zwischenzeitlich so aus, als könnten westliche Teams T1 ernsthaft gefährden.
Team Liquid hatte im zweiten Spiel der finalen Play-In-Serie zwischenzeitlich fast 6.000 Gold Vorsprung. Trotzdem fand T1 einen Weg zurück. Peyz spielte auf Lucian eine zentrale Rolle in diesem Comeback und beendete die Partie mit 16 Kills. Das Game dauerte über 41 Minuten und wurde damit zum längsten Spiel der Play-In-Phase.
Auch Karmine Corp brachte T1 in Bedrängnis. Im zweiten Spiel der Serie lag das LEC-Team zeitweise deutlich vorn, doch T1 drehte die Partie mit starkem Teamfight-Verständnis und einer wichtigen Bard-Leistung von Keria.
Peyz setzt mit Pentakill das Ausrufezeichen
Der auffälligste Spieler der Play-Ins war Peyz. Der Botlaner trug T1 in mehreren schwierigen Momenten und krönte seine Play-In-Phase im dritten Spiel gegen Team Liquid mit einem Pentakill auf Zeri. Damit setzte er nicht nur den Schlusspunkt unter T1s Qualifikation, sondern auch ein klares Signal an die kommenden Gegner in der Bracket Stage.
Gerade die Kombination aus Comeback-Performance auf Lucian und dominanter Zeri-Partie macht Peyz zum großen Gewinner dieser frühen Turnierphase. T1 wirkte nicht immer unantastbar, aber sobald die Spiele in die entscheidenden Momente gingen, war der Botlaner zuverlässig zur Stelle.
Team Liquid gewinnt das westliche Duell gegen Karmine Corp
Neben T1s Lauf war auch das Duell zwischen Nordamerika und Europa eines der großen Themen der Play-Ins. Team Liquid setzte sich im Lower Bracket mit 3:0 gegen Karmine Corp durch und eliminierte damit den LEC-Vertreter aus dem Turnier.
Für die LCS ist das ein wichtiger Erfolg im alten Vergleich mit Europa. Auch wenn Team Liquid am Ende nicht an T1 vorbeikam, nahm das Team Karmine Corp klar aus dem Wettbewerb und bestätigte damit den zuletzt stärkeren MSI-Trend Nordamerikas in direkten Duellen gegen Europa.
Für Karmine Corp endet das Turnier dagegen enttäuschend. Das Team konnte T1 zwar zeitweise unter Druck setzen, scheiterte aber im entscheidenden westlichen Duell deutlich.
MSI 2026 geht in die Bracket Stage
Mit T1 ist das letzte Team für die Bracket Stage gesetzt. Dort wartet nun das eigentliche Hauptfeld des MSI 2026, das vom 3. bis 12. Juli ausgetragen wird. Die Play-Ins haben trotz aller 3:0-Ergebnisse genug gezeigt: T1 ist weiter extrem stark, aber nicht unangreifbar.
Für die kommenden Gegner liegt die wichtigste Erkenntnis genau darin. Wer T1 schlagen will, muss frühe Vorteile nicht nur erspielen, sondern auch sauber beenden. Team Liquid und Karmine Corp hatten ihre Chancen, konnten sie aber nicht konsequent genug nutzen. In der Bracket Stage dürfte sich zeigen, ob stärkere Teams diese Tür weiter aufstoßen können.
