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leni | Juli 9, 2022

Moist Esports zeigt Rückgrat und lässt Gamers8 sausen

Moist Esports, die RLCS Spring Major Champions, haben vor kurzem bekannt gegeben, dass sie nicht an Gamers8 teilnehmen werden. Das Gamers8 ist ein 2-Millionen-Dollar-Rocket-League-Turnier, das nächste Woche in Riad, Saudi-Arabien, stattfinden wird. Saudi Arabien bestraft Homosexualität und verletzt immer wieder Menschenrechte – doch Moist hat jetzt beschlossen, Rückgrat zu zeigen und ein klares Zeichen gegen Saudiarabien und für die LGBTQ- Community zu setzen.

Moist Esports war eines der eingeladenen europäischen Teams für Gamers8 und galt nach seinem RLCS-Spring-Major-Sieg am Sonntag als starker Favorit auf den Sieg. Coach Noah “noah” Hinder gab jedoch auf Twitter bekannt, dass das Team nicht teilnehmen wird, weil er “nicht mit einem Land zusammenarbeiten will, das LGBTQ+ Menschen nicht als Menschen anerkennt”.

Moist nimmt nicht an 2 Million Dollar Turnier teil

Mit einem Preisgeld von 2 Millionen Dollar wird Gamers8 das Rocket League-Event mit dem bisher höchsten Preisgeld sein, das nur noch von den RLCS-Weltmeisterschaften übertroffen wird. Doch weil die Veranstaltung von der saudischen Regierung finanziert wird, beschloss Moist, nicht teilzunehmen. “Ich denke, es ist wichtig, meine Moral und meinen Glauben über das Geld zu stellen”, twitterte Noah.

Der Besitzer von Moist Esports, der Content Creator Charlie “moistcr1tikal” White, hatte zuvor ebenfalls gesagt, dass sie nicht teilnehmen werden, nachdem er während des RLCS Spring Major in seinem Watch Party-Stream gefragt wurde. Erst als Noah bekannt gab, dass das Team nicht teilnimmt, zog sich Moist vom Turnier zurück. Teamkollege Finlay “rise.”

Ferguson teilte seine Gedanken ebenfalls auf Twitter mit und sagte, er hätte gerne gespielt, wollte aber Noahs Wünsche respektieren. Stattdessen wird sich Moist auf die Worlds konzentrieren, die vom 8. bis 14. August in Fort Worth, Texas, stattfinden und bei denen sie auch zu den Turnier-Favoriten gehören werden.

Der Konflikt mit Saudi-Arabien

Gamers8 findet vom 14. bis 17. Juli mit verschiedenen Teams aus der ganzen Welt statt. Das Event wird im Rahmen der Reihe Gamers Without Borders organisiert. Das saudische Sportministerium ist für diese Veranstaltungen zuständig und will die GWB-Reihe zur größten Wohltätigkeitsveranstaltung weltweit machen. Doch die saudische Regierung ist dafür bekannt, dass sie Menschenrechte nicht achtet und Leute aus der LGBTQ-Community müssen mit Diskriminierungen und Strafen rechnen.

Am Anfang diesen Jahres kaufte die von Saudi-Arabien unterstützte Savvy Gaming Group einen der größten Veranstalter von Esport-Turnieren, ESL Gaming. Sie kaufte auch FACEIT, eine Gaming-Matchmaking-Plattform, und kombinierte diese beiden Plattformen zu ESL FACEIT. Der Verkauf erfolgte für insgesamt 1,5 Milliarden USD. Dieser Deal wurde von der Esport Szene weltweit kritisiert.

“Sportswashing”

Saudi-Arabien wurde auch des “Esportswashing” beschuldigt, ein Begriff, der aus dem traditionellen Begriff “sportswashing” abgeleitet wurde. Dem Guardian zufolge beschreibt Sportswashing “die Nutzung des Sports durch unterdrückende Regierungen, um ihr Regime zu legitimieren und von ihren Menschenrechtsverletzungen abzulenken”.

Die Nachfolge von Moist wurde noch nicht bekannt gegeben, aber da drei europäische Teams eingeladen wurden, wird erwartet, dass ein neues europäisches Team eingeladen wird. Das Turnier wird auch ein ungewöhnliches Format haben, bei dem 1v1, 2v2 und 3v3 Teil einer Serie sind. Bisher hat noch kein Team dem Beispiel von Moist Esports gefolgt und die Einladung abgelehnt.