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Call of Duty

Modern Warfare 4 will Wallhacks mit neuer Server-Technik ausbremsen

Jonas Teichmann
Jonas Teichmann Chefredakteur & Esports-Experte

Infinity Ward und Activision führen mit Call of Duty: Modern Warfare 4 eine neue Anti-Cheat-Technik ein, die speziell gegen Wallhacks entwickelt wurde. Das sogenannte „Server Culling“ verhindert in bestimmten Situationen, dass Positionsdaten eines nicht sichtbaren Gegners überhaupt an den Rechner eines Spielers übertragen werden. Für Cheat-Programme fehlt damit genau die Information, die sie normalerweise benötigen, um Feinde durch Wände anzuzeigen.

Das System ist direkt in die Karten von Modern Warfare 4 integriert und soll bereits zum Start am 23. Oktober auf allen Mehrspieler-Karten eingesetzt werden.

Später wird die Technik auch in weiteren Bereichen von Call of Duty verwendet, darunter DMZ sowie neue Karten für Warzone.

Wallhacks nutzen normalerweise vorhandene Positionsdaten

Wallhacks gehören seit Jahren zu den bekanntesten Betrugsmethoden in Mehrspieler-Shootern.

Ein gewöhnlicher Spieler sieht einen Gegner hinter einer geschlossenen Wand nicht. Der eigene Rechner kann dessen Position im Hintergrund allerdings trotzdem bereits kennen, weil der Server entsprechende Daten an den Spielclient übermittelt.

Ein Cheat kann genau diese Informationen auslesen und anschließend sichtbar machen.

Der Spieler sieht dadurch beispielsweise Umrisse oder Markierungen von Gegnern, obwohl diese eigentlich vollständig durch Gebäude oder andere Hindernisse verdeckt sind.

Das verschafft einen enormen Vorteil.

Wer bereits weiß, dass ein Gegner gleich um eine Ecke kommt, muss nicht auf Geräusche, Reaktionszeit oder Kartenverständnis vertrauen.

Modern Warfare 4 überträgt bestimmte Gegnerdaten einfach nicht mehr

Server Culling setzt deshalb einen Schritt früher an.

Statt lediglich zu versuchen, das Cheat-Programm auf dem Rechner zu erkennen, verhindert das System unter bestimmten Bedingungen bereits die Übertragung der verwertbaren Information.

Wenn ein Spieler einen Gegner aufgrund der Umgebung noch gar nicht sehen können sollte, kann der Server dessen Positionsdaten zurückhalten.

Erst wenn der Gegner tatsächlich sichtbar werden kann, werden die notwendigen Informationen übertragen.

Die Idee dahinter ist vergleichsweise einfach:

Ein Cheat kann keine Position anzeigen, die der eigene Rechner nie erhalten hat.

Damit wird eine wichtige Grundlage klassischer Wallhacks beseitigt.

Spezielle Bereiche werden direkt in die Karten eingebaut

Damit das funktioniert, werden die Karten von Modern Warfare 4 mit zusätzlichen unsichtbaren Ebenen versehen.

Diese markieren, welche Teile der Umgebung die Sicht beziehungsweise die Datenübertragung blockieren sollen.

Eine Wand hat dadurch künftig zwei Funktionen.

Sie verhindert nicht nur, dass ein Spieler seinen Gegner sieht. Gleichzeitig kann sie dafür sorgen, dass der Server die genaue Position des Gegners gar nicht erst an dessen Rechner weitergibt.

Infinity Ward hat diese Technik nach eigenen Angaben in sämtliche Karten integriert, die zum Start von Modern Warfare 4 verfügbar sind.

Normale Spieler sollen davon nichts bemerken

Für Spieler ohne Cheats soll sich dadurch nichts am eigentlichen Spielgefühl ändern.

Modern Warfare 4 muss gegnerische Figuren schließlich rechtzeitig übertragen, sobald sie sichtbar werden oder für das Gameplay relevant sind.

Die Herausforderung für die Entwickler besteht deshalb darin, die Daten so spät wie möglich, aber gleichzeitig früh genug zu senden.

Geschieht das zu spät, könnten Gegner beim Hervortreten aus einer Deckung plötzlich auftauchen oder Animationen fehlerhaft wirken.

Infinity Ward verspricht, dass Server Culling für reguläre Spieler unsichtbar bleiben soll.

Auch DMZ und Warzone sollen profitieren

Die Technik bleibt nicht auf den klassischen Mehrspieler beschränkt.

Server Culling soll ebenfalls in DMZ und Combat Outpost eingesetzt werden.

Ab Saison 1 sollen außerdem neu veröffentlichte Karten für Multiplayer, DMZ und Warzone entsprechend vorbereitet werden.

Damit könnte das Verfahren langfristig zu einem festen Bestandteil der Call-of-Duty-Infrastruktur werden.

Auch zurückkehrende Karten können davon profitieren, sofern sie für Modern Warfare 4 entsprechend angepasst werden.

Kein vollständiges Ende für Cheats

Trotzdem wäre es übertrieben zu behaupten, dass Modern Warfare 4 damit sämtliche Wallhacks endgültig beseitigt.

Cheat-Entwickler reagieren regelmäßig auf neue Schutzmaßnahmen und suchen nach anderen Wegen, Informationen aus einem Spiel auszulesen oder sich Vorteile zu verschaffen.

Auch Positionsdaten müssen irgendwann auf dem Rechner eintreffen, sobald ein Gegner sichtbar oder anderweitig relevant wird.

Server Culling erschwert jedoch eine besonders wirkungsvolle Methode: das frühzeitige Anzeigen von Gegnern, die sich weit hinter massiven Hindernissen befinden und für den Spieler eigentlich noch vollständig verborgen sein sollten.

Activision erhöht den Druck auf Cheat-Anbieter

Server Culling ergänzt das bestehende RICOCHET-Anti-Cheat-System.

Activision versucht inzwischen nicht mehr ausschließlich, Betrüger nachträglich zu erkennen und zu sperren. Stattdessen werden zunehmend Spielsysteme selbst so gestaltet, dass bestimmte Cheats weniger Informationen bekommen oder schlechter funktionieren.

Das kann wirkungsvoller sein als ein reines Wettrennen zwischen Erkennungssoftware und ständig aktualisierten Cheat-Programmen.

Infinity Ward geht davon aus, dass die neue Technik zumindest Teile des Cheat-Marktes empfindlich treffen kann.

Gleichzeitig betont das Studio, weiter an zusätzlichen Schutzmaßnahmen zu arbeiten.

Call of Duty: Modern Warfare 4 erscheint am 23. Oktober 2026 für PC, PlayStation 5, Xbox Series X|S und Nintendo Switch 2. Server Culling soll vom ersten Tag an aktiv sein – und Wallhack-Nutzern zumindest einen ihrer wichtigsten Vorteile nehmen.

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Jonas Teichmann

Über den Autor

Jonas Teichmann

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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