Image

Metizport in der Kritik: Nationalistische Äußerung nach Trainer-Abgang sorgt für Empörung

Autoren-Bild Jonas Teichmann Oktober 16, 2025

Die norwegische Esport-Organisation Metizport steht erneut im Mittelpunkt einer Kontroverse – diesmal wegen eines unbedachten Social-Media-Kommentars. Nach der Ankündigung, dass ihr Coach abdi das Team im Dezember verlassen wird, reagierte das offizielle Metizport-Konto auf eine rassistische Bemerkung eines Fans – jedoch auf eine Weise, die zu Vorwürfen des Nationalismus führte und einen öffentlichen Aufschrei in der Esport-Community auslöste.

Der Auslöser: Ein Kommentar mit weitreichenden Folgen

Unter der Mitteilung über den anstehenden Abschied von Coach abdi kommentierte ein Nutzer aus Serbien den Beitrag mit einer provokanten Bemerkung über dessen Herkunft. Er stellte infrage, dass abdi tatsächlich aus Schweden stamme, und spielte auf sein Aussehen und seinen Namen an.

Darauf reagierte das offizielle Metizport-Social-Media-Team mit der Aussage:

„abdi wurde 16 Jahre bevor Serbien ein Staat wurde, Schwede.“

Dieser Kommentar verbreitete sich innerhalb weniger Stunden viral und löste eine Welle der Empörung aus. Zahlreiche Nutzer warfen Metizport nationalistische und respektlose Aussagen gegenüber einer ganzen Nation vor.

Reaktionen aus der Esport-Szene

Besonders deutlich fiel die Kritik von Petar „peca“ Marković, dem serbischen Teammanager von G2 Esports, aus. In einem öffentlichen Statement wandte er sich direkt an Metizport:

„Liebe Metizport,
als Team, das in einem Umfeld antreten will, ‚where games matter‘, habt ihr euch entschieden, eine ganze Nation zu beleidigen – nur um auf einen einzelnen Troll zu reagieren.
Mein Rat: Lernt den Umgang mit Social Media und Respekt, wenn ihr im Esport ernst genommen werden wollt.“
Petar „peca“ Marković

Der Manager schloss seinen Kommentar mit einem Link zu einem Wikipedia-Artikel über die Geschichte Serbiens – eine deutliche Anspielung darauf, dass Metizports Aussage nicht nur unangebracht, sondern historisch falsch und respektlos war.

Öffentlicher Shitstorm und Reputationsschaden

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatte Metizport noch kein offizielles Statement abgegeben. Dennoch wurde die Organisation in sozialen Netzwerken und Foren scharf kritisiert. Viele Fans und Kommentatoren warfen der norwegischen Organisation vor, mit ihrer Antwort Grenzen des sportlichen und kulturellen Respekts überschritten zu haben.

Was ursprünglich eine einfache Personalmitteilung zum bevorstehenden Trainerwechsel war, entwickelte sich zu einer PR-Krise, die die Diskussion um den eigentlichen Abgang von abdi völlig in den Hintergrund rückte.

Ein wiederkehrendes Muster?

Für Metizport ist dies nicht der erste öffentliche Aufreger. Bereits in der Vergangenheit war die Organisation mehrfach wegen unglücklicher Social-Media-Aktivitäten und Konflikten mit Fans in der Kritik gestanden. Branchenkenner sehen darin ein strukturelles Problem – mangelnde Professionalität im Kommunikationsmanagement könne langfristig die Glaubwürdigkeit und Sponsorenbeziehungen des Teams gefährden.

Wie geht es weiter für Metizport?

Ob und wie sich Metizport öffentlich entschuldigt, bleibt abzuwarten. Experten betonen, dass schnelles und transparentes Krisenmanagement entscheidend ist, um den Schaden zu begrenzen. Ein offizielles Statement, das sowohl den betroffenen Nationen als auch den eigenen Fans Respekt entgegenbringt, wäre der logische nächste Schritt.

Bis dahin überlagert die Diskussion um Nationalismus und Social-Media-Verantwortung weiterhin alle sportlichen Themen rund um die Organisation.

Metizport steht exemplarisch für ein Problem, das im modernen Esport immer häufiger auftritt – der schmale Grat zwischen spontaner Social-Media-Reaktion und öffentlicher Verantwortung. Ein unüberlegter Kommentar kann heute innerhalb von Minuten internationale Konsequenzen haben.

Anstatt im Gespräch über sportliche Erfolge zu bleiben, kämpft Metizport nun um Image, Glaubwürdigkeit und Vertrauen – und das mitten in einer Phase, in der Stabilität wichtiger wäre denn je.

Autoren-Bild

Über Jonas Teichmann |

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

Mehr Artikel von diesem Autor →