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Matchfixing-Verstoß im Valorant-Esport: Riot sperrt VCT-Spieler ban für zwölf Monate

fragster Jonas Dezember 20, 2025

Im professionellen Valorant-Esport ist es zu einem seltenen, aber schwerwiegenden Disziplinarfall gekommen. Riot Games hat den koreanischen Spieler Seungmin ban Oh für zwölf Monate von sämtlichen Riot-Games-Wettbewerben ausgeschlossen. Grund ist ein Verstoß gegen die Regeln zur Wettbewerbsintegrität im Zusammenhang mit möglichen Matchfixing-Gesprächen.

Untersuchung wegen Vorwürfen der Spielmanipulation

ban war über mehrere Jahre hinweg Teil der Valorant Champions Tour und trat sowohl in Nordamerika als auch in der Pacific-Region an. Der sportliche Durchbruch blieb ihm jedoch verwehrt – und für das kommende Jahr wird er keine Möglichkeit haben, daran etwas zu ändern.

Die Sperre steht im Zusammenhang mit einem VCT-Pacific-Match vom 19. Juli 2025 zwischen Global Esports und Team Secret. Laut Riot soll ban im Vorfeld oder Umfeld der Partie Gespräche mit externen Personen geführt haben, die sich auf mögliche Spielmanipulation bezogen und auch finanzielle Aspekte beinhalteten.

Regelverstoß auch ohne nachgewiesene Absicht

Riot Games beruft sich in der Entscheidung auf Artikel 4.14 des globalen Verhaltenskodex. Besonders relevant: Für einen Regelverstoß ist keine nachgewiesene Absicht erforderlich. Bereits das Aufgreifen oder Fortführen von Gesprächen über Matchfixing gilt als Verstoß – selbst dann, wenn es letztlich zu keiner Manipulation kommt.

Die Untersuchung verlief über mehrere Monate:

  • Start: 27. August 2025
  • Auslöser: Online-Posts mit ungeprüften Screenshots
  • Ermittler: Sportradar
  • Abschluss: 18. November 2025

Riot konnte weder die Echtheit der Screenshots zweifelsfrei bestätigen noch absichtliches Underperforming im Spiel nachweisen. Eine zusätzliche Leistungsanalyse ergab ebenfalls keine Hinweise auf bewusst schwache Leistungen.

Dennoch klare Sanktion

Trotzdem kam Riot zu dem Schluss, dass ban sich auf matchfixingbezogene Gespräche eingelassen hat. Zeugenaussagen und ergänzende Belege reichten aus, um einen Verstoß gegen die Integritätsregeln festzustellen.

Als mildernder Umstand wurde berücksichtigt, dass ban den Vorfall selbstständig bei seinem Team meldete und im Disziplinarverfahren kooperierte. An der Strafe änderte dies jedoch nichts.

Die verhängten Sanktionen:

  • 12 Monate Sperre von allen Riot-Games-Events mit sofortiger Wirkung
  • Verpflichtender Integritäts- und Ethikkurs vor einer möglichen Rückkehr

Die Entscheidung ist bindend und kann nur bei neuen, substanziellen Beweisen überprüft werden.

Signalwirkung für die Szene

Der Fall unterstreicht einmal mehr Riots harte Linie beim Thema Competitive Integrity. Auch ohne nachgewiesene Spielmanipulation reicht bereits die Beteiligung an entsprechenden Gesprächen aus, um empfindliche Strafen nach sich zu ziehen.

Für die Valorant-Esport-Szene ist der Fall ein deutliches Signal: Transparenz und Abstand zu jeglichen Matchfixing-Themen sind unerlässlich – unabhängig von Absicht oder Ausgang. Fragster hält euch über weitere Entwicklungen und mögliche Reaktionen aus der Szene auf dem Laufenden.