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Mang0 spricht offen über Alkoholproblem: Drei Wochen nüchtern nach Skandal und Turnierbann

Autoren-Bild Jonas Teichmann Juli 24, 2025

oseph ‘Mang0’ Marquez, einer der legendärsten Spieler der Super Smash Bros. Melee-Szene, hat sich nach seinem Ausschluss von Cloud9 und einem befristeten Twitch-Ban erstmals ausführlich zu seiner Situation geäußert – und dabei einen bemerkenswert offenen Einblick in seinen Kampf gegen den Alkohol gegeben.


Vom Fan-Liebling zum Skandal: Der Vorfall bei Ludwig’s Beerio Kart

Der Wendepunkt kam am 21. Juni 2025: Während des von Ludwig organisierten Beerio Kart-Events – einer humorvollen Mischung aus Mario Kart und Trinkspiel – wurde Mang0 in mehreren Livestreams dabei gefilmt, wie er alkoholisiert andere Streamer belästigte, darunter auch ExtraEmily. Das Event, das im Rahmen der Switch 2 Mario Kart World Cup stattfand, machte anschließend weniger mit spannenden Matches als vielmehr durch Kritik an Alkoholkonsum und Veranstaltungsformat Schlagzeilen.

Die Folge: Cloud9 warf Mang0 aus dem Team, Twitch verhängte eine kurzzeitige Sperre, und Smash-Turnierveranstalter schlossen ihn für ein Jahr von Wettbewerben aus.


“Ich bin okay mit dem Bann” – Mang0 übernimmt Verantwortung

Am 21. Juli meldete sich der Falco-Main schließlich live auf Twitch zurück. In seinem Stream sprach er offen über die Konsequenzen – ohne Ausflüchte oder Schuldzuweisungen.

„Ich wurde komplett von Melee-Turnieren gebannt. Ich finde das in Ordnung. Wenn ihr Mang0-Fans seid, bitte, belästigt keine TOs (Turnierorganisatoren)“, sagte Marquez.

Der 33-Jährige, der seit über einem Jahrzehnt als eine der „Five Gods of Melee“ gilt, räumte ein, dass er nach dem Skandal zunächst noch einmal rückfällig wurde:

„Vier oder fünf Tage nach dem Vorfall saß ich hier, hab eine ganze Flasche Gin getrunken – und dann bis vier Uhr morgens geweint.“


Keine Reha, kein AA – aber Hilfe von außen

Trotz der massiven Auswirkungen auf sein Leben – laut eigener Aussage verlor Mang0 durch das Ende des C9-Vertrags rund 80 % seiner Einnahmen – entschied er sich gegen eine stationäre Entzugstherapie. Gründe: zu teuer, zu wenig passend.

Stattdessen suchte er nach alternativen Wegen: Einige Fachleute hätten sich bei ihm gemeldet und kostenlos Unterstützung angeboten, die er nun annimmt. Eine therapeutische Begleitung sei geplant, sobald er wieder versichert sei. AA-Meetings habe er ausprobiert, aber als „nicht das Richtige für ihn“ empfunden.


Drei Wochen nüchtern – und ein neuer Blick auf Alkohol

Trotz aller Rückschläge zeigt sich Marquez entschlossen und reflektiert.

„Ich bin stolz sagen zu können – und ich weiß, das ist nicht viel – aber ich bin jetzt drei Wochen nüchtern. Kein Tropfen Alkohol. Und ich habe auch gar keine Lust zu trinken.“

Er beschreibt Alkohol als eine toxische Konstante in seinem Leben:

„Ich hab Alkohol als Freund gesehen, aber am Ende hat er mich immer nur gef****. Ich kann das Zeug nicht mal mehr ansehen.“


Ein Jahr Pause – und dann das Comeback?

Die Melee-Community zeigt sich gespalten: Einerseits steht Mang0s Verhalten in der Kritik, andererseits wird seine Offenheit und sein Versuch, Verantwortung zu übernehmen, vielfach respektiert. Da sein Turnierbann zeitlich begrenzt auf ein Jahr ist, stehen die Chancen gut, dass er 2026 zurückkehrt – möglicherweise mit neuer Perspektive und innerer Stabilität.

Sein größter Gegner ist momentan nicht Hungrybox – sondern er selbst. Doch wenn Mang0 das Momentum nutzt, könnte sein Comeback nicht nur sportlich, sondern menschlich das wichtigste Match seiner Karriere werden.

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Über Jonas Teichmann |

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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