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LoL Patch 26.20: Elf Verstärkungen und fünf Abschwächungen vor den Worlds

Armin Schwarz
Armin Schwarz Redakteur & Themenexperte

Riot Games hat die Vorschau auf den letzten Patch vor der Weltmeisterschaft veröffentlicht. Patch 26.20 verstärkt elf Champions, darunter Lucian und Vayne, und schwächt fünf bekannte Namen aus der Wettkampfszene. Erscheinen soll er am 7. Oktober 2026.

Riot will das Gleichgewicht kaum noch anfassen

Bemerkenswert ist die Begründung hinter diesen Änderungen. Zufrieden zeigt sich das Studio mit dem Stand aus den Ausscheidungsspielen.

Geäußert hat sich dazu Matt Leung-Harrison, bekannt unter dem Namen Phroxzon. Als leitender Gestalter verantwortet er das Gleichgewicht der Champions.

Nach seiner Darstellung lässt sich am derzeitigen Zustand kaum noch etwas verbessern. Weitere Eingriffe würden vor allem den normalen Ranglistenspielen schaden. Genau diesen Bereich nennt er als zweite hohe Priorität. Begrenzt bleibt der Patch deshalb auf gezielte Korrekturen.

Warum die Rangliste mitentscheidet

Dieser Abwägung liegt ein bekannter Zielkonflikt zugrunde. Profis und normale Spieler brauchen unterschiedliche Anpassungen.

Ein Champion mit wenigen Schwächen dominiert auf höchstem Niveau. In gewöhnlichen Partien fällt derselbe Champion oft kaum auf.

Abschwächungen für die Wettkampfszene treffen dann ausgerechnet die falsche Gruppe. Genau deshalb greift Riot vor Turnieren traditionell vorsichtiger ein. Zahlreiche Spieler in Europa bemerken von diesen Änderungen ohnehin wenig. Betroffen sind vor allem Champions mit hoher Präsenz im Wettkampf.

Elf Champions werden stärker

Der größere Teil der Liste betrifft Verstärkungen. Insgesamt elf Namen stehen darauf.

ChampionAnmerkung
LucianAusgleich für Änderungen am vorherigen Patch
VayneGezielt für die untere Spur
SwainVerstärkung für die mittlere Spur
Tahm KenchVerstärkung in der Rolle als Unterstützer
Diana, Fiddlesticks, Kennen, KindredAllgemeine Verstärkungen
Mordekaiser, Neeko, SmolderAllgemeine Verstärkungen

Auffällig ist die Breite dieser Auswahl. Vertreten sind Champions aus nahezu jeder Rolle.

Genaue Zahlen nennt die Vorschau allerdings nicht. Angekündigt hat Riot eine ausführlichere Übersicht für den 30. September. Erst damit lässt sich die Wirkung dieser Eingriffe beurteilen. Erfahrungsgemäß fallen Änderungen vor Turnieren eher klein aus.

Fast zwanzig Champions stehen in der Vorschau

Zusammengerechnet ergibt sich eine beachtliche Zahl. Riot selbst spricht von nahezu zwanzig betroffenen Champions.

Elf Verstärkungen, fünf Abschwächungen und eine Umverteilung ergeben siebzehn Namen. Weitere kleinere Eingriffe sind damit offenbar noch möglich.

Für einen Turnierpatch ist dieser Umfang ungewöhnlich hoch. Üblicherweise beschränkt sich Riot auf eine Handvoll gezielter Korrekturen. Erklären lässt sich der Umfang mit den vielen Verstärkungen. Diese richten sich erkennbar an normale Spieler statt an die Profiszene.

Fünf Namen aus der Profiszene werden geschwächt

Deutlich kürzer fällt die zweite Liste aus. Betroffen sind ausschließlich Champions mit hoher Präsenz im Wettkampf.

ChampionGrund
AmbessaSeit längerer Zeit fester Bestandteil der Profiszene
CassiopeiaEbenfalls dauerhaft gesetzt
K’SanteSeit Monaten kaum wegzudenken
YunaraZu starke Werte im Wettkampf
VarusZu starke Werte im Wettkampf

Bei den ersten drei Namen nennt Phroxzon einen konkreten Grund. Festgefahren wirke deren Rolle in der Profiszene seit längerer Zeit.

Genau darin liegt ein bekanntes Problem großer Turniere. Immer dieselben Champions ergeben auf Dauer langweilige Partien. Ob eine Abschwächung kurz vor dem Turnier diese Muster durchbricht, bleibt fraglich. Vorbereitungszeit haben die Mannschaften ohnehin nur eine Woche.

Sylas erhält eine reine Umverteilung

Ein Champion fällt aus beiden Listen heraus. Sylas erhält weder klare Verstärkungen noch Abschwächungen.

Verbessern will Riot seine Aussichten auf der mittleren Spur. Unangetastet bleibt dagegen seine Leistung im Dschungel.

Solche Eingriffe gelten als besonders anspruchsvoll. Verschieben lässt sich die Stärke zwischen zwei Rollen nur schwer. Gelingt es nicht, verschwindet der Champion aus beiden Bereichen. Erfahrungsgemäß folgen auf solche Versuche weitere Korrekturen.

Lucian zahlt für den vorherigen Patch

Interessant ist die Vorgeschichte dieser Verstärkung. Verändert wurden zuletzt mehrere Unterstützer, die häufig neben Lucian spielen.

Betroffen war unter anderem Milio. Geschwächt wurde damit indirekt auch Lucian selbst.

Spürbar fiel das vor allem in der frühen Phase auf. Ohne die passende Begleitung verliert Lucian einen erheblichen Teil seiner Wirkung. Zurückgeben will Riot ihm nun einen Teil seines Schadens. Ein Ausgleich für die eigentliche Ursache ist das jedoch nicht. Abhängig bleibt der Champion weiterhin von seinem Partner auf der Spur.

Diese Abhängigkeit begleitet Lucian seit Jahren. Erst mit dem passenden Unterstützer entfaltet er seine volle Wirkung. Ohne diesen fällt er in der Rangliste regelmäßig zurück. Gelöst hat Riot dieses Grundproblem bislang nicht. Patch 26.20 mildert lediglich die Folgen der letzten Änderungen.

Bei Vayne greift ein doppelter Eingriff

Technisch am spannendsten ist die Lösung bei Vayne. Gespielt wird sie derzeit sowohl unten als auch oben.

Stärker werden soll sie allein auf der unteren Spur. Erreicht wird das über zwei gleichzeitige Änderungen.

Verstärkt wird Vayne allgemein, während der Gegenstand Experimental Hexplate geschwächt wird. Betroffen sind davon vor allem Champions mit Fernkampf. Oben nutzt Vayne diesen Gegenstand regelmäßig, unten dagegen kaum.

Rechnerisch bleibt ihre Stärke auf der oberen Spur dadurch ungefähr gleich. Unten fällt der Zugewinn hingegen voll ins Gewicht. Solche Umwege nutzt Riot inzwischen häufiger. Eine getrennte Anpassung nach Spuren erlaubt das Spiel bislang nicht.

Drei Gegenstände werden angepasst

Neben den Champions verändert der Patch mehrere Gegenstände:

  • Experimental Hexplate wird für Champions mit Fernkampf geschwächt
  • Runaans Hurrikan verliert einen Teil seiner letzten Verstärkung
  • Hextech Rocketbelt soll stärker zum Angriff verpflichten

Besonders der letzte Punkt zielt klar auf die Profiszene. Magier nutzen diesen Gegenstand bislang vor allem zur eigenen Sicherheit.

Verringern will Riot genau diese Ausweichmöglichkeit. Wer den Gegenstand einsetzt, soll damit angreifen statt überleben. Auf höchstem Niveau bedeutet das eine echte Entscheidung. In normalen Partien dürfte der Unterschied kaum auffallen.

Runaans Hurrikan erhielt erst kürzlich eine deutliche Verstärkung. Zu stark ausgefallen sei diese Änderung, räumt Riot inzwischen ein. Zurückgenommen wird nun ein Teil davon. Betroffen sind davon vor allem Schützen auf der unteren Spur.

Der Sprachchat verschiebt sich erneut

Eine erwartete Neuerung fehlt in diesem Patch. Geplant war der Start der spielinternen Sprachverbindung.

Verschoben hat Riot diese Funktion auf einen späteren Zeitpunkt. Begründet wird das mit den eigenen Ansprüchen an die Qualität.

Ein neuer Termin steht bislang nicht fest. Für viele Spieler in Europa ist das die enttäuschendste Nachricht dieser Woche. Gerade in gemischten Mannschaften erleichtert eine Sprachverbindung die Verständigung erheblich. Bislang behelfen sich Spieler mit Anwendungen von Drittanbietern.

Stattdessen erscheint mit dem Patch eine neue Sammlung an Erscheinungsbildern. Betroffen sind unter anderem Kayn, Ezreal, Aphelios, K’Sante und Yone. Eingeordnet sind diese in der Preisklasse von 1350 Riot Points, umgerechnet etwa zehn Euro.

Was die Vorschau offenlässt

Mehrere Punkte bleiben trotz der Ankündigung unklar:

  • Konkrete Zahlen zu allen Änderungen fehlen bislang vollständig
  • Unklar bleibt, welche Werte bei Sylas verschoben werden
  • Ein Termin für die Sprachverbindung steht nicht fest
  • Ob weitere Champions hinzukommen, lässt Riot offen

Solche Lücken sind bei einer Vorschau üblich. Verbindlich werden die Angaben erst mit den vollständigen Anmerkungen zum Patch.

Veröffentlicht werden diese traditionell kurz vor dem Erscheinen. Bis dahin handelt es sich um Absichten, nicht um feste Werte. Erfahrungsgemäß fallen einzelne Punkte bis zum Start noch weg.

Beobachten lässt sich die Entwicklung auf dem Testserver. Dort landen die Änderungen mehrere Tage vor dem eigentlichen Erscheinen. Angepasst werden die Werte dort bis zuletzt mehrfach. Wer Patch 26.20 im Detail verfolgen möchte, schaut also dorthin.

Ein vorsichtiger Patch zum richtigen Zeitpunkt

Zurückhaltung ist bei einem Turnierpatch die richtige Entscheidung. Eine Woche Vorbereitungszeit reicht kaum für grundlegende Umstellungen. Wer kurz vor einer Weltmeisterschaft stark eingreift, verschenkt Monate an Vorbereitung der Mannschaften.

Sinnvoll wirken vor allem die fünf Abschwächungen. Ambessa, Cassiopeia und K’Sante prägen die Profiszene seit Monaten nahezu unverändert. Ein Turnier mit immer denselben Auswahlen verliert für Zuschauer schnell an Reiz. Ob die Eingriffe dafür ausreichen, entscheidet sich erst in der Gruppenphase.

Klug gelöst ist zudem der doppelte Eingriff bei Vayne. Statt einer pauschalen Verstärkung koppelt Riot die Änderung an einen Gegenstand. Genau solche Lösungen fehlten dem Spiel über Jahre.

Ärgerlich bleibt allein die erneute Verschiebung der Sprachverbindung. Angekündigt wurde diese Funktion vor langer Zeit, ein Termin fehlt weiterhin. Für Spieler außerhalb organisierter Mannschaften wäre sie die wichtigere Neuerung gewesen. Verlassen darf sich darauf derzeit niemand.

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Armin Schwarz

Über den Autor

Armin Schwarz

Armin Schwarz schreibt für Fragster über Gaming und Esports.

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