League of Legends Patch 26.11 ist seit Mittwoch, dem 27. Mai, live. Riot stärkt gezielt Tank- und Engage-Supports, schwächt die das ganze Jahr dominierenden Enchanter und passt Champions wie Smolder, Xin Zhao, Diana und Ekko an. Dazu kommen Arena-Updates, das Pride-2026-Event und eine Reihe neuer Skins.
„It’s tank time“: der Support-Umbau
Der rote Faden des Patches ist eine grundlegende Neuausrichtung der Support-Rolle. Über weite Teile des Jahres dominierten Enchanter den Bot-Lane-Meta, zuletzt verstärkt durch Mage-Supports mit dem wieder eingeführten Deathfire Touch. Riot greift das nun systemisch an – mit einem Bündel aus Nerfs für Enchanter und Buffs für Tanks, um Melee-Supports zurück ins Spiel zu bringen.
Konkret heißt das: Engage-Runen wie Aftershock und Guardian werden gestärkt, während Enchanter-Staples wie Moonstone Renewer, Echoes of Helia, Dream Maker und Summon Aery Federn lassen. Mehrere Heil-/Schild-Items (Mikael’s, Redemption, Dawncore, Wordless Promise) verlieren an Heal-and-Shield-Power. Parallel werden die Void-Grubs als Roaming-Ziel deutlich aufgewertet – eine Fortsetzung der Role-Quest-Änderungen aus Patch 26.9, die Supports wieder mehr laning- und Roaming-Flexibilität geben sollen.
Imperial Mandate: vom Nami-Item zum CC-Enabler
Eine der interessantesten Einzeländerungen ist der Rework von Imperial Mandate. Das Item war durch die übergroße Synergie mit Namis E faktisch an sie gebunden. Künftig zielt es auf Utility-Caster, die ihr Team mit Crowd Control unterstützen wollen:
- Die alte „Coordinated Fire“-Passive entfällt.
- Neu – Control: 15 Ability Haste für Fähigkeiten mit immobilisierenden Effekten.
- Neu – Command: Wer einen Gegner immobilisiert, markiert ihn 4 Sekunden lang als 6 % „vulnerable“ – markierte Gegner nehmen erhöhten Schaden.
Riot will damit bewusst neue optimale Nutzer jenseits von Nami sehen.
Champion-Anpassungen: Smolder und Xin Zhao im Fokus
Als Season-2-Nachzügler bekommen zwei Champions die größte Aufmerksamkeit. Smolder erhält Basisschaden-Nerfs auf Q und E, die im Gegenzug stärker mit Critical Strike skalieren. Das Ziel: Bruiser-Builds (Essence Reaver) schwächen und ihn zurück zu squishigeren Crit-Builds drängen – ein squishigerer Smolder hat mehr Schwächen, etwa Anfälligkeit für Burst.
Xin Zhao heilt künftig etwas weniger, bekommt dafür aber AP-Skalierung auf seinen Bonusschaden – Riot nerft also den AP-Build und kompensiert beim Sustained Damage. Buffs gibt es unter anderem für Diana, Ekko, Quinn, Kassadin und Heimerdinger (dessen Türme künftig nicht mehr wehrlos von Range-Minions zerlegt werden), während Brand und Teemo Nerfs kassieren.
Top-Lane: Heartsteel-Buff, Hexplate-Nerf für Ranged
In der Oberlane dreht Riot zwei Stellschrauben. Heartsteel wird wieder aufgewertet (eine Rücknahme des Nerfs von vor einem Jahr), da das Item nach dem Ende des Mundo-Metas eine wichtige Rolle in der „gierigen“ Tank-Itemisierung einnehmen soll. Gleichzeitig wird Hexplate für Range-Nutzer (etwa Vayne und Varus) deutlicher bestraft: Statt 50 % Bonus-Angriffstempo und 20 % Bonus-Tempo gibt es für Ranged nur noch 35 % bzw. 14 % – für Melee bleibt der Effekt unverändert.
Arena, Pride 2026 und Skins
Der 3er-Arena-Modus läuft laut Riot gut und bekommt drei neue Guests of Honor: Yone, Vayne und Nilah. Dazu kommen zahlreiche Augment- und Item-Anpassungen, unter anderem die Rückkehr von Kinkou Jitte zur alten Ein-Mark-Version.
Zum Pride 2026 gibt es zwei neue Emotes für je 1 Blue Essence sowie eine Premade-Mission, die Battle-Pass-Erfahrung bringt; ältere Emotes kehren ebenfalls zurück. Im Client wird zudem die wenig genutzte „My Leagues“-Funktion entfernt – der Vergleich mit Freunden und die Master+-Ladders bleiben erhalten.
Bei den Skins serviert Riot eine italienische Speisekarte: Pizza Chef Sion, Pasta Maker Illaoi, Breadsticks Irelia und Spaghetti alla Vel’Koz, dazu die Eternal-Aspect-Skins für Leona und Diana (inklusive Eclipse-Variante). Verfügbar ab dem 28. Mai 2026.
Ein Patch, der den Meta sichtbar verschieben dürfte
26.11 ist kein kleiner Tuning-Patch, sondern ein bewusster Eingriff in eine festgefahrene Support-Landschaft. Wenn die Tank- und Engage-Buffs greifen, dürfte sich das nicht nur in der Solo-Queue, sondern besonders im Profi-Play bemerkbar machen – dort, wo Range-Supports zuletzt am stärksten dominierten und die Team-Comp-Vielfalt am meisten gelitten hat. Ob die Pendelbewegung Richtung Tanks zu weit ausschlägt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen; der Imperial-Mandate-Rework allein eröffnet genug Experimentierraum, um den Bot-Lane-Meta spürbar aufzumischen.
