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LoL bekommt erstes globales Tier-2-Turnier mit 16 Teams

Jonas Teichmann
Jonas Teichmann Chefredakteur & Esports-Experte

Riot Games erweitert den internationalen League-of-Legends-Kalender um ein neues Turnier für Nachwuchs- und Tier-2-Teams. Das World Star Challengers Invitational 2026 (WSCI) findet vom 20. September bis 2. Oktober statt und bringt erstmals Teams aus den wichtigsten regionalen Nachwuchssystemen in einem gemeinsamen globalen Wettbewerb zusammen.

Insgesamt treten 16 Mannschaften aus China, Korea, APAC, Amerika und EMEA gegeneinander an. Jede der fünf Regionen erhält drei Startplätze. Der 16. Platz geht an DK Challengers, die sich als Sieger der Asia Masters 2026 qualifiziert haben.

Für den europäischen League-of-Legends-Unterbau ist das besonders interessant: Erstmals bekommen auch Tier-2-Spieler aus dem EMEA-Ökosystem die Möglichkeit, sich in einem offiziellen internationalen Wettbewerb direkt mit Nachwuchsteams aus LCK-, LPL- und anderen Regionen zu messen.

Riot schafft erstmals eine internationale Bühne für Tier 2

Während die besten Profiteams regelmäßig bei MSI und Worlds aufeinandertreffen, war der Wettbewerb unterhalb der höchsten Spielklasse bislang weitgehend regional organisiert.

Genau diese Lücke soll das World Star Challengers Invitational schließen.

Riot bezeichnet das Turnier gleichzeitig als Pilotprojekt für internationale Tier-2-Wettbewerbe. Neben dem sportlichen Ergebnis geht es also auch darum herauszufinden, ob regelmäßige internationale Begegnungen die Entwicklung junger Spieler verbessern können.

Das Problem ist bekannt: Ein Talent kann innerhalb seiner heimischen Nachwuchsliga dominieren, ohne jemals gegen Spieler aus Korea, China oder anderen starken Regionen anzutreten.

Beim WSCI ändert sich das erstmals auf größerer Ebene.

EMEA bekommt drei Startplätze

Für europäische Fans dürfte vor allem die Verteilung der Teilnehmer interessant sein.

Das Feld setzt sich folgendermaßen zusammen:

RegionStartplätze
EMEA3
China3
Korea3
APAC3
Americas3
Asia Masters Champion1
Gesamt16

Damit erhält EMEA genauso viele reguläre Plätze wie China und Korea.

Welche drei europäischen beziehungsweise EMEA-Teams beim Turnier antreten werden, geht aus der bisherigen Ankündigung noch nicht hervor.

Für das europäische Nachwuchssystem könnte das Turnier dennoch eine erhebliche Bedeutung bekommen. Spieler aus den nationalen und regionalen Ligen hatten bislang hauptsächlich den EMEA Masters als übergeordneten Wettbewerb.

Mit dem WSCI kommt nun erstmals die Möglichkeit hinzu, anschließend auf Teams aus völlig anderen LoL-Ökosystemen zu treffen.

Vier Gruppen mit jeweils vier Teams

Das Turnier beginnt am 20. September mit einer umfangreichen Gruppenphase.

Die 16 Mannschaften werden auf vier Gruppen mit jeweils vier Teams verteilt. Innerhalb jeder Gruppe spielt jede Mannschaft zweimal gegen jeden Gegner.

Alle Begegnungen werden als Best of One ausgetragen.

Damit absolviert jedes Team sechs Gruppenspiele.

Die Gruppenphase läuft bis zum 25. September und umfasst insgesamt 48 Matches innerhalb von sechs Spieltagen.

Die jeweils besten zwei Mannschaften einer Gruppe qualifizieren sich anschließend für die Playoffs.

WSCI 2026 im Überblick

TurnierWorld Star Challengers Invitational
Zeitraum20. September – 2. Oktober 2026
Teilnehmer16 Teams
RegionenChina, Korea, APAC, Americas, EMEA
EMEA-Plätze3
Gruppen4 × 4 Teams
GruppenformatDouble Round Robin, Bo1
Playoff-Teams8
PlayoffsSingle Elimination
Playoff-FormatBest of Five
Finale2. Oktober

In den Playoffs gibt es keine zweite Chance

Ab dem 27. September verändert sich das Format deutlich.

Die acht verbliebenen Mannschaften wechseln in einen klassischen Single-Elimination-Bracket. Wer eine Serie verliert, scheidet unmittelbar aus.

Anders als in der Gruppenphase werden alle Playoff-Partien als Best of Five gespielt.

Damit besteht die K.-o.-Phase aus sieben Serien:

  • vier Viertelfinals
  • zwei Halbfinals
  • einem Finale

Das Endspiel findet am 2. Oktober statt.

Gerade das dürfte für Nachwuchsspieler wertvoll sein. Best-of-Five-Serien verlangen wesentlich mehr Anpassungsfähigkeit als einzelne Bo1-Partien. Drafts verändern sich innerhalb einer Serie, Champions müssen mehrfach vorbereitet werden und Coaching sowie strategische Reaktionen bekommen eine größere Bedeutung.

DK Challengers steht bereits als Teilnehmer fest

Ein Team hat seinen Platz bereits sicher.

DK Challengers, das Nachwuchsteam von Dplus KIA, komplettiert als Sieger der Asia Masters 2026 das Feld.

Damit kommt direkt ein Team aus dem koreanischen Nachwuchssystem hinzu, das mit den Strukturen eines großen internationalen LoL-Clubs verbunden ist.

Gerade Duelle zwischen solchen Academy- beziehungsweise Challengers-Teams und unabhängigen Tier-2-Organisationen aus Europa könnten sportlich besonders interessant werden.

Sie zeigen möglicherweise auch, wie unterschiedlich Nachwuchsarbeit in den einzelnen Regionen funktioniert.

Riot und TJ Sports testen ein neues internationales Format

Organisiert wird das WSCI von Riot Games und TJ Sports.

Das Turnier soll ausdrücklich nicht nur als einmaliges Show-Event verstanden werden. Riot möchte anhand der Veranstaltung beurteilen, welchen Nutzen regelmäßige internationale Tier-2-Wettbewerbe für die Entwicklung des professionellen League-of-Legends-Ökosystems haben könnten.

Für junge Spieler besteht eine der größten Herausforderungen schließlich darin, den Schritt aus einer regionalen Nachwuchsliga auf die große Bühne zu schaffen.

Dabei unterscheiden sich Spieltempo, Draft-Meta und strategische Ansätze zwischen den Regionen teilweise erheblich.

. Spätestens am 2. Oktober wissen wir dann nicht nur, welches Tier-2-Team international die Nase vorn hat – sondern möglicherweise auch, ob Riot hier gerade die Grundlage für eine neue Nachwuchsstufe unterhalb der Worlds geschaffen hat.

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Jonas Teichmann

Über den Autor

Jonas Teichmann

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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