Im Januar 2026 wird Dr. Lisa Su, CEO von AMD, die Eröffnungskeynote auf der CES in Las Vegas halten. Ihre Rückkehr auf die Hauptbühne sorgt bereits jetzt für Spekulationen, welche Neuheiten das Unternehmen präsentieren könnte. Da Su im Vorjahr nicht als Rednerin auftrat, interpretieren Branchenbeobachter ihre Teilnahme diesmal als klares Signal für bedeutendere Ankündigungen.
Ein zentraler Fokus dürfte auf der Rolle von Ryzen-Prozessoren und Radeon-Grafikkarten in Zukunftsmärkten wie KI-gestützten PCs, Gaming und Workstations liegen. Die Consumer Technology Association (CTA), die die CES organisiert, hat die Bedeutung von KI für den PC-Bereich bereits hervorgehoben – ein Hinweis darauf, dass AMD diesen Aspekt in den Vordergrund stellen wird.
Potenzielle Schwerpunkte der Keynote
- Neue Gaming-CPUs: Erwartet werden Modelle auf Basis der Zen-Architektur mit erweiterten Cache-Technologien. Im Gespräch ist etwa ein 16-Kern-Prozessor mit doppeltem 3D-V-Cache – insgesamt 192 MB L3-Cache wären damit möglich.
- Grafikkarten der RDNA-4-Generation: AMD könnte neue Varianten mit größerem Videospeicher vorstellen. Gerüchte deuten auf bis zu 32 GB VRAM, um gegenüber Nvidias kommenden RTX-50-Modellen konkurrenzfähig zu bleiben.
- Roadmap-Einblicke: Vollständige Neuvorstellungen von Zen 6 oder RDNA 5 gelten als unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher sind technologische Demos oder erste Hinweise auf geplante Features, die die mittelfristige Strategie abbilden.
Zeitliche Einordnung
AMDs Veröffentlichungszyklen folgen in der Regel einem Zwei-Jahres-Rhythmus.
| Architektur | Einführung | Erwartete Nachfolge | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Zen 5 | 2024 | frühestens 2026/27 | noch im Markt präsent |
| RDNA 4 | 2025 | frühestens 2027 | Basis der aktuellen GPUs |
| Zen 6 | – | unklar | erste Gerüchte über 24 Kerne |
| RDNA 5 | – | unklar | keine offizielle Bestätigung |
Damit gilt: 2026 ist eher ein Jahr für inkrementelle Verbesserungen als für komplette Architekturwechsel.
Wettbewerbssituation
Im Grafikkartenmarkt bleibt der Druck hoch. Nvidia plant für denselben Zeitraum neue Modelle wie die RTX 5070 Super und 5070 Ti Super. Mit Karten bis 32 GB VRAM könnte AMD hier gezielt gegenhalten.
Im CPU-Segment positioniert sich AMD weiterhin mit hohen Kernzahlen und innovativen Cache-Technologien, während Intel den Fokus stärker auf Taktraten setzt. AMD verfolgt damit die Strategie, durch zusätzliche Cache-Ebenen Vorteile in Spielen und rechenintensiven Anwendungen zu erzielen.
Erwartbare Inhalte der Keynote
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Lisa Su weniger neue Produkte im Detail vorstellt, sondern vielmehr strategische Ausblicke gibt. Folgende Themen stehen voraussichtlich im Mittelpunkt:
- KI-Integration in PCs und Workstations
- Optimierungen für Spieleentwickler
- Effizienzsteigerungen bei bestehenden Architekturen
- Erste Demonstrationen künftiger Features
Einschätzung
Auch wenn viele Beobachter auf eine spektakuläre Überraschung hoffen, deutet vieles darauf hin, dass AMD den Fokus auf die Weiterentwicklung der aktuellen Generation legen wird. Neue Produkte dürften vor allem Verbesserungen bestehender Modelle darstellen, während große Sprünge – etwa Zen 6 oder RDNA 5 – erst in den kommenden Jahren folgen.
Trotzdem wird die Keynote wichtig sein: Sie bietet einen Einblick in AMDs mittelfristige Strategie und zeigt, wie sich das Unternehmen in den Feldern Gaming, KI und High-Performance-Computing positioniert. Für die Fachwelt wie für die Gaming-Community dürfte die Rede damit gleichermaßen relevant sein.
