Am 20. Juni fand das Lower-Bracket-Finale der Playoffs bei den VALORANT Masters London 2026 statt. EDward Gaming traf auf Leviatán – und das Team aus der Region Americas fegte den amtierenden Weltmeister mit einem klaren 3:0 vom Platz. Damit steht Leviatán zum ersten Mal überhaupt in einem internationalen VCT-Finale, wo am Sonntag Paper Rex wartet. Für EDward Gaming ist das Turnier dagegen beendet.
Quick Facts
- Ergebnis: Leviatán 3:0 EDward Gaming (Haven 13:5, Pearl 13:9, Split 13:11)
- Bedeutung: Lower-Bracket-Finale Masters London 2026
- Leviatán: erstes internationales VCT-Grand-Final der Klubgeschichte
- EDward Gaming: ausgeschieden, 3.–4. Platz, 125.000 US-Dollar
- Topspieler: spikeziN (266 ACS) und kiNgg (1.43 Serien-Rating)
- Finalgegner: Paper Rex (Sonntag, 21. Juni, Bo5)
Eine einseitige Serie
EDward Gaming und Leviatán trafen im Lower-Bracket-Finale aufeinander, und die Serie geriet einseitiger, als es das Kräfteverhältnis hätte vermuten lassen. Auf Leviatáns eigener Map-Wahl Haven setzte das Team sofort ein Ausrufezeichen: Eine dominante Defensiv-Hälfte brachte die Americas-Vertreter mit zehn Runden in Folge auf 12:2, und obwohl EDG nach dem Seitenwechsel noch einige Runden sammelte, war der Rückstand zu groß. Haven endete 13:5 – eines der einseitigsten Ergebnisse des gesamten Playoff-Laufs.
Auf Pearl zeigte EDward Gaming mehr Gegenwehr, doch Leviatán blieb in den entscheidenden Momenten einen Schritt voraus und kontrollierte das Tempo aus einer 8:4-Halbzeitführung heraus zum 13:9. Die dritte Map Split wurde schließlich zur engsten Partie: EDG drohte die Serie zu verlängern, doch Leviatán behielt in der Schlussphase die Nerven und machte beim 13:11 den 3:0-Sweep perfekt.
spikeziN überragt, kiNgg führt
Bei den individuellen Leistungen stachen zwei Spieler heraus. Rodrigo „spikeziN“ Lombardi beendete die Serie mit überragenden 266 ACS – ein Wert weit über seinem Durchschnitt der vergangenen Monate. Als eigentlicher Anführer der Serie galt vielen Beobachtern jedoch der Veteran kiNgg, der mit einem Serien-Rating von 1.43 nicht nur mechanisch herausragte, sondern das Team auch taktisch durch die Maps steuerte. Auf EDG-Seite reichten die Bemühungen von ZmjjKK und Nobody nicht – das Team fand über die gesamte Serie keinen strukturellen Halt gegen Leviatáns aggressives Spiel.
Warum dieser Finaleinzug historisch ist
Die nüchternen Zahlen verdecken die eigentliche Geschichte. Für Leviatán ist es der erste Einzug in ein internationales VCT-Grand-Final überhaupt. Das Bemerkenswerte daran: Das Roster wurde nach dem Abgang von Aspas vor der Saison 2026 von Grund auf neu aufgebaut. Um Veteran kiNgg herum stehen mit spikeziN, Sato, Neon und blowz vier Spieler, von denen die meisten bei diesem Turnier ihr erstes internationales Event bestreiten – ein Rookie-Projekt, das sich über einen langen Lower-Bracket-Lauf gegen Team Heretics, Xi Lai Gaming und Team Vitality bis ins Finale kämpfte.
EDward Gaming dagegen verlässt das Turnier auf dem dritten bis vierten Platz und nimmt 125.000 US-Dollar Trostpreis mit. Für den amtierenden Champion von 2024 – das erste chinesische Team mit einem internationalen VALORANT-Titel – endet damit die Chance, als erstes Team gleichzeitig einen Masters- und einen Champions-Titel zu halten.
Ausblick auf das Finale
Im Grand Final am Sonntag wartet mit Paper Rex ein besonderer Gegner, denn es ist ein Rematch: Die Pazifik-Vertreter hatten Leviatán früher im Turnier im Upper Bracket bereits mit 2:0 geschlagen. Das Endspiel wird im Best-of-Five in der Copper Box Arena ausgetragen, wobei Paper Rex als Upper-Bracket-Team mit einem Map-Ban-Vorteil ins Match geht. Die VALORANT Masters London 2026 laufen vom 6. bis 21. Juni; es geht um insgesamt eine Million US-Dollar sowie um Championship Points, die für die weitere Qualifikation zu den VALORANT Champions 2026 entscheidend sind. Für ein Roster aus vier Neulingen und einem Routinier ist allein der Finaleinzug bereits ein außergewöhnlicher Karriereauftakt – ein Titel gegen den Favoriten Paper Rex wäre die Krönung.
