Bis zu 20 Spieler sollen beim PUBG Mobile World Cup in Paris erkrankt sein. Krankenwagen standen vor der Halle, ein chinesischer Profi wurde auf einer Trage abtransportiert – und der erste Finaltag endete vorzeitig.
Der PUBG Mobile World Cup (PMWC) 2026 beim Esports World Cup in Paris ist am Donnerstag außer Kontrolle geraten – allerdings nicht wegen sportlicher Dramatik. Nach vier von sechs geplanten Matches des ersten Grand-Finals-Tages brach der Veranstalter den Spielbetrieb ab, nachdem zahlreiche Profis über Übelkeit geklagt hatten. Der Verdacht: eine schwere Lebensmittelvergiftung.
Was in der Halle passierte
Zuerst berichtete Esports-Journalist Richard Lewis von mindestens vier betroffenen Spielern, Rettungswagen vor Ort und möglichen Klinikeinweisungen. Wenig später korrigierte er die Zahl nach oben: Bis zu zwanzig Fälle könnten es sein, und der Veranstalter richte ein provisorisches Behandlungszelt ein, um die Betroffenen möglichst schnell zu versorgen. Auf chinesischen Plattformen kursierten Videos von Krankenwagen am Eingang des Veranstaltungsortes.
Besonders drastisch traf es Tianba: Der chinesische Profi Wang „MiLu“ Bo wurde von Helfern zum Rettungswagen gebracht, nachdem er sich sichtbar auf der Bühne übergeben hatte. Die Organisation bestätigte die Erkrankung anschließend selbst auf Weibo.
Vorwürfe gegen die Schiedsrichter
Für zusätzlichen Ärger sorgt die Schilderung von Barışcan Mercan, Gründer der türkischen Organisation S2G Esports. Nach seiner Darstellung habe sein Spieler dem Schiedsrichter mitgeteilt, dass ihm schlecht werde – die Antwort sei gewesen, er solle weiterspielen. Man habe ihm lediglich eine Tüte gebracht. Auch nachdem sich der Spieler übergeben habe, sei er zum Weiterspielen aufgefordert worden.
Diese Darstellung stammt bislang ausschließlich von der Teamseite und wurde vom Veranstalter nicht kommentiert. Sollte sie sich bestätigen, dürfte die Debatte über Spielerschutz bei Großturnieren neu aufflammen.
Die Reaktion des Veranstalters
Der Esports World Cup bestätigte den Vorfall zunächst im Livestream und anschließend schriftlich. Man sei sich bewusst, dass Spieler mehrerer Teams über Unwohlsein berichtet hätten; oberste Priorität habe die Gesundheit der Betroffenen, die entsprechend versorgt würden. Man arbeite eng mit den zuständigen Behörden zusammen, um die Umstände zu klären.
Zugleich versuchte die Organisation zu beruhigen: Das Problem scheine auf Teilnehmer des PMWC begrenzt zu sein, aus anderen Wettbewerben des Turniers seien keine vergleichbaren Symptome gemeldet worden. Eine offizielle Ursache steht weiterhin aus. In der Szene kursiert der Verdacht, Hähnchenfleisch vom Vortag könne verantwortlich sein – belegt ist das bislang nicht.
Wie es sportlich weitergeht
Die vier absolvierten Matches zählen. An der Spitze steht eArena aus Thailand mit 48 Punkten, dahinter folgt ausgerechnet Tianba mit 45 Punkten – ohne einen einzigen Chicken Dinner. Nigma Galaxy (44) und Aurora Gaming (36) komplettieren die Top vier. Die beiden indischen Vertreter GodLike und Orangutan liegen mit 13 und 10 Punkten auf den Rängen 14 und 15 weit zurück.
Die beiden ausgefallenen Partien werden auf den zweiten Finaltag verschoben, der damit auf acht Matches anwächst – ein brutales Pensum für ein Feld, in dem gestern noch ein Viertel der 64 Spieler medizinisch versorgt wurde. Das Finale ist weiterhin für Sonntag, den 16. August, angesetzt. Insgesamt geht es beim PMWC um drei Millionen US-Dollar Preisgeld, 1,7 Millionen davon werden in den Grand Finals verteilt.
Ein Turnier, das sich Fragen gefallen lassen muss
Der EWC 2026 ist die erste Ausgabe außerhalb Saudi-Arabiens und wurde mit erheblichem Aufwand nach Paris geholt – inklusive eigens gebrandetem Flugzeug. Dass ausgerechnet die Verpflegung zum größten Problem des Turniers wird, ist bitter. Entscheidend wird nun sein, wie transparent der Veranstalter die Ursache aufklärt und ob die Schilderungen über den Umgang der Schiedsrichter mit erkrankten Spielern haltbar sind.

