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League of Legends

League of Legends: Riot will die Botlane-Meta in Patch 26.16 wieder ausbalancieren

Jonas Teichmann
Jonas Teichmann Chefredakteur & Esports-Experte
Riot Games reagiert auf die aktuelle Botlane-Meta in League of Legends. In den vergangenen Wochen haben Mages auf der unteren Lane immer mehr Priorität bekommen — nicht nur in Solo Queue, sondern vor allem im Profibereich. Matt „Phroxzon“ Leung-Harrison erklärte nun, warum diese Entwicklung entstanden ist und welche Änderungen Riot für Patch 26.16 vorbereitet.

Wichtig ist dabei: Riot will Mages nicht komplett von der Botlane verbannen. Die Entwickler mögen es grundsätzlich, wenn die Rolle mehr Draft-Optionen bietet. Das Problem ist eher, dass Magier durch Support-Roaming, Lane-Swap-Anpassungen und Pro-Optimierung aktuell zu stark in Richtung Standardpick rutschen.

Mages sollen bleiben, aber nicht dominieren

Die Botlane war lange fast automatisch die Heimat klassischer Marksmen. Inzwischen sieht man aber immer häufiger Champions, die eher als Mages funktionieren: Sie können Wellen schnell clearen, sicher unter Druck spielen und kommen besser damit zurecht, wenn der Support früh die Lane verlässt.

Genau das ist der Kern des Problems. Riot sieht Mages nicht als Fehler im System. Sie sollen eine legitime Alternative sein, besonders für bestimmte Drafts. Aber ADC-Spieler sollen nicht das Gefühl bekommen, dass jahrelange Erfahrung auf klassischen Schützen plötzlich weniger wert ist, weil die Meta sie aus ihrer eigenen Rolle drängt.

Phroxzon betonte deshalb, dass Riot mehr Vielfalt will — aber nicht auf Kosten der Identität der Botlane.

Warum Mages auf der Botlane so stark wurden

Laut Phroxzon ist die aktuelle Situation nicht durch eine einzelne Änderung entstanden. Vielmehr haben mehrere Balance- und Systementscheidungen im Laufe des Jahres zusammengewirkt.

Zu Beginn der Season stärkte Riot Hypercarry-Marksmen und Enchanter-Supports. Gleichzeitig wurden Systeme eingeführt, die extremes Support-Roaming und frühe Lane Swaps eindämmen sollten. Später verschob Patch 26.11 die Support-Meta stärker weg von ranged Supports und Enchantern, hin zu Melee-Engage-Supports.

Professionelle Teams fanden danach Wege, die Roaming- und Lane-Swap-Regeln effizienter auszunutzen. Supports konnten wieder stärker über die Karte arbeiten, ohne dass die eigene Botlane sofort komplett zusammenbricht.

Genau hier profitieren Mages. Sie können oft besser alleine Wellen kontrollieren, weniger Ressourcen benötigen und dem Team erlauben, den Support früher für Plays auf der Karte einzusetzen.

Support-Roaming ist der eigentliche Auslöser

Riot sieht das Problem also nicht nur bei den Botlane-Mages selbst. Vielmehr ist das Umfeld um die Rolle aus dem Gleichgewicht geraten. Wenn Support-Roaming zu stark wird, verändert sich automatisch, welche Champions unten sinnvoll sind.

Ein klassischer ADC braucht häufig mehr Schutz, mehr Setup und mehr Zeit. Ein Mage kann dagegen sicherer farmen, schneller Waveclear liefern und dem Team mehr Flexibilität geben. Wenn der Support ohnehin viel unterwegs ist, wirkt ein Mage-Botlaner plötzlich deutlich attraktiver.

FaktorWirkung auf die Botlane
Stärkeres Support-RoamingADCs stehen häufiger allein
Mages mit gutem WaveclearKönnen besser ohne Support überleben
Pro-Teams optimieren Lane SwapsBotlane wird strategisch flexibler
Melee-Engage-Supports stärkerMehr Druck auf andere Lanes
ADCs verlieren PrioritätKlassische Schützen werden seltener

Phroxzon erklärte, dass Riot die Roaming-Einschränkungen bewusst nicht zu hart gestalten wollte. Kreative Strategien sollten möglich bleiben, und Spieler sollten nicht für normale Bewegungen über die Karte bestraft werden. Im Profibereich wurde dieses System nun aber so weit optimiert, dass alte Probleme zurückkehren.

Patch 26.16 soll Roaming stärker bestrafen

Die wichtigste geplante Änderung betrifft deshalb nicht direkt die Mages, sondern die Support-Ökonomie. Riot will die Strafe für Supports erhöhen, die zu früh und zu lange außerhalb ihrer Lane unterwegs sind.

Aktuell liegt die Reduktion für Gold und Erfahrung außerhalb der Lane bei 25 Prozent bis Level 3. In Patch 26.16 soll sie auf 33 Prozent bis Level 5 steigen.

Das klingt technisch, könnte aber enorme Auswirkungen haben. Supports, die sehr früh roamen, verlieren dadurch mehr Tempo. Sie können nicht mehr so leicht überall auf der Karte Einfluss nehmen, ohne dafür spürbare Kosten zu zahlen.

Geplante ÄnderungBisherPatch 26.16
Out-of-Lane-Strafe für Supports25 % bis Level 333 % bis Level 5

Damit will Riot den Druck aus der Botlane nehmen. Wenn Supports häufiger auf der Lane bleiben müssen, bekommen klassische ADCs wieder bessere Bedingungen.

ADC-Werkzeuge werden gebufft

Zusätzlich plant Riot mehrere direkte Buffs für Marksmen beziehungsweise ADC-typische Werkzeuge. Dazu gehören Berserker’s Greaves, Fleet Footwork, höhere Basis-Magieresistenz für Marksmen und ein Buff für den Beschwörerzauber Heal.

Die höhere Basis-Magieresistenz ist besonders interessant, weil sie ADCs in der frühen Lane-Phase besser gegen Mage-Poke schützen soll. Gleichzeitig soll das spätere MR-Wachstum reduziert werden, damit Marksmen im Lategame nicht einfach dauerhaft mehr Widerstandskraft behalten.

Riot versucht damit, die Schwäche genau dort zu adressieren, wo sie am stärksten auffällt: frühe Lane, Poke-Druck und fehlende Stabilität, wenn der Support nicht dauerhaft in der Nähe ist.

Geplanter BuffZiel
Berserker’s GreavesADC-Damage- und Tempo-Werkzeug stärken
Fleet FootworkLaning und Sustain verbessern
Höhere Basis-MRFrühe Lane gegen Mages stabilisieren
Niedrigeres MR-WachstumKein unnötiger Lategame-Buff
Heal-BuffKlassische Botlane-Duos stärken

Keine pauschale Mage-Nerf-Welle

Auffällig ist, dass Riot offenbar keine breite Nerf-Welle gegen alle Botlane-Mages plant. Das ist sinnvoll, denn das Problem liegt nicht nur in den einzelnen Champions. Wenn man nur Mages schwächt, ohne Support-Roaming und Botlane-Ökonomie anzupassen, könnte die Meta an anderer Stelle erneut kippen.

Riot will deshalb an den Systemen drehen, die diese Entwicklung ermöglicht haben. Das ist riskanter, aber langfristig sauberer. Wenn die Ursache wirklich im Zusammenspiel aus Support-Roams, Lane Swaps und ADC-Schwächen liegt, müssen genau diese Punkte angepasst werden.

Pro-Play und Solo Queue ziehen sich gegenseitig

Besonders spannend ist die Entwicklung, weil sie vom Profibereich in die Solo Queue übergreift. Laut Phroxzon lagen Mages bei MSI 2026 noch bei rund 20 Prozent der Picks. In späteren Turnieren wie dem Esports World Cup und dem Kespa Cup sei ihre Priorität aber deutlich gestiegen.

Wenn Profiteams eine Strategie erfolgreich einsetzen, landet sie früher oder später in Ranked. Spieler kopieren Picks, Builds und Lane-Konzepte — auch wenn die Koordination in Solo Queue natürlich deutlich schlechter ist.

Das kann problematisch werden. Eine Strategie, die im Pro-Play durch perfekte Kommunikation stark ist, kann in Ranked trotzdem frustrierend wirken, weil sie klassische Rollenbilder verschiebt und viele Botlane-Spieler aus ihrer Komfortzone drängt.

Riot sucht den Mittelweg

Patch 26.16 wird damit zu einem wichtigen Balance-Test. Riot muss Mages genug Raum lassen, damit die Botlane nicht wieder komplett eindimensional wird. Gleichzeitig müssen klassische ADCs wieder zuverlässig spielbar sein, ohne dass ihre Rolle vom Draft sofort infrage gestellt wird.

Der beste Zustand wäre eine Botlane, in der Mages situativ stark sind, aber nicht automatisch die sicherere oder effizientere Wahl darstellen. Genau dorthin will Riot offenbar zurück.

Noch sind nicht alle Details final. Phroxzon erklärte, dass Riot weitere experimentelle Änderungen testet und die finale Richtung erst nach internen Entscheidungen feststeht. Trotzdem ist klar: Die Botlane bekommt in Patch 26.16 eine gezielte Korrektur.

Für ADC-Spieler dürfte das eine gute Nachricht sein. Für Mage-Bot-Fans ist es noch keine Katastrophe. Riot will die Klasse nicht entfernen — nur verhindern, dass sie die Rolle übernimmt.

Jonas Teichmann

Über den Autor

Jonas Teichmann

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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