Riot Games arbeitet weiter am Sprachchat für das gesamte Team in League of Legends – und offenbar an einer Möglichkeit, dabei die eigene Stimme zu verändern. Der Datenauswerter SkinSpotlights hat am 1. September auf X berichtet, dass in der aktuellen Fassung des öffentlichen Testservers Einträge zu sogenannten Voice Skins aufgetaucht sind, die direkt mit der Funktion Team Voice verknüpft sind. Riot hat dazu bislang nichts mitgeteilt.
Was in den Testdateien steckt
Nach dieser Darstellung hat Riot in den vergangenen Testfassungen schrittweise Technik des Anbieters Voicemod eingebunden, der Software zur Stimmveränderung in Echtzeit herstellt. In der jüngsten Fassung sind diese Bestandteile nun an die Voice Skins gekoppelt, die die eigene Stimme verschleiern sollen.
Wie das im Detail aussieht, ist offen. SkinSpotlights gibt an, die zugehörige Oberfläche nicht vollständig laden zu können. Ob sich damit lediglich die Tonlage verändern lässt oder ob Riot Stimmen einzelner Champions anbietet, geht aus den Dateien nicht hervor. Eine Liste verfügbarer Optionen existiert bislang nicht.
Warum ein Stimmfilter mehr ist als Spielerei
Der praktische Nutzen liegt weniger im Unterhaltungswert. In Riots eigenem Wettkampfspiel VALORANT ist gut dokumentiert, dass Spielerinnen im Sprachchat regelmäßig mit Beleidigungen rechnen müssen, sobald sie sich zu Wort melden – teils unabhängig davon, was sie sagen. Ein Filter, der die Stimme unkenntlich macht, würde genau an dieser Stelle ansetzen.
Riot hat sich zu dieser Absicht nicht geäußert. Die Einordnung stammt aus der Berichterstattung, nicht vom Unternehmen. Naheliegend ist sie trotzdem, weil das Ausbleiben eines Sprachchats in League of Legends über Jahre auch mit der Sorge vor zusätzlichem Konfliktpotenzial begründet wurde.
Wer den Sprachchat nutzen dürfte
Aus früheren Funden auf dem Testserver ergibt sich das Bild einer Funktion mit Zugangshürden. Der Sprachchat soll freiwillig bleiben und muss in den Einstellungen aktiviert werden; in der Oberfläche stehen Party und Team als getrennte Reiter nebeneinander. Nutzbar wäre Team Voice während der Champion-Auswahl und in der laufenden Partie.
Berichten des Kontos LoL Leaks zufolge soll zusätzlich mindestens die Ehrenstufe 3 erforderlich sein, und wer eine aktive Sprachsperre hat, bliebe ausgeschlossen. Riot hatte im März allgemein erklärt, die Funktion Spielern in gutem Stand vorzubehalten, ohne die Bedingungen zu benennen. Bereits im Februar waren in den Testdateien eigene Meldekategorien für Missbrauch im Sprachchat aufgetaucht.
Aufzeichnung und Moderation
Ein Punkt, der für deutsche Spieler besonders relevant sein dürfte, findet sich in einer Einverständniserklärung, die auf dem Testserver vor der Aktivierung erscheint. Darin weist Riot darauf hin, dass Sprachaufnahmen aufgezeichnet und ausgewertet werden können, um die Verhaltensregeln und die Nutzungsbedingungen durchzusetzen.
Ein vergleichbares Verfahren betreibt Riot in VALORANT bereits. Wie das Unternehmen die Aufzeichnung von Sprachdaten in der Europäischen Union ausgestaltet – Speicherdauer, Zweckbindung, Auskunftsrechte –, ist bislang nicht öffentlich dargelegt. Antworten darauf dürfte es erst mit einer offiziellen Ankündigung geben.
Wann das kommen könnte
Ein Termin steht nicht fest. Riot hatte die Entwicklung von Team Voice im März offiziell bestätigt, dabei aber ausdrücklich vor Erwartungen gewarnt: Andrei „Meddler“ van Roon sprach von umfangreichen Tests, die der Veröffentlichung vorausgehen müssten.
In der Berichterstattung wird als möglicher Zeitpunkt das große Aktualisierungspaket League Next gehandelt, das für 2027 vorgesehen ist und zu dem Riot während der Weltmeisterschaft 2026 mehr mitteilen will. Einen Zusammenhang zwischen beidem hat Riot nicht hergestellt – das bleibt Spekulation.
Bis dahin gilt: Was auf dem Testserver liegt, ist Arbeitsstand. Funktionen dieser Art werden regelmäßig verändert oder wieder entfernt, bevor sie die regulären Server erreichen.

