Riot Games belebt eines der meistgeforderten Features der LoL-Geschichte wieder: die dedizierte Ranked-5v5-Queue für feste Fünferteams. Der Haken: Das Experiment läuft nur an Wochenenden, in einem engen Vier-Stunden-Fenster, und ist vom 26. Juni bis 6. September befristet.
Worum es geht
Im aktuellen Mid-Season-Dev-Update hat Riot die Rückkehr der Ranked 5s angekündigt – einer Queue, in der ein komplettes Fünferteam als Einheit antritt und einen eigenen Team-Rang aufbaut, getrennt vom individuellen Solo-Rang. Wer die Goldene Ära des alten Clients kennt, erinnert sich: Für Grassroots-Organisationen und feste Freundesgruppen war das ein ideales System.
Das Experiment läuft als großangelegter Wochenend-Test vom 26. Juni bis 6. September und soll vorgefertigten Fünferteams einen Ort geben, an dem sie ihre Synergie ohne die strukturellen Grenzen von Solo- oder Flex-Queue testen können.
Warum die alte Version starb
Ranked 5s war früher fester Bestandteil des kompetitiven Ökosystems, ging aber an einem grundlegenden Matchmaking-Problem zugrunde. Weil die Queue rund um die Uhr offen war, dünnte der aktive Pool an Fünferteams ständig aus. Die Folge: Eine lockere Gold-Truppe landete schon mal gegen ein Master-Tier-College-Roster, weil das System schlicht keinen passenderen Gegner fand. Irgendwann zog Riot den Stecker und verwies volle Gruppen in die Flex-Queue – wo Rang-Restriktionen die Freundesgruppe oft wieder auseinanderrissen.
Die Lösung: das Wochenend-Fenster
Um die Geschichte nicht zu wiederholen, setzt Riot auf eine harte zeitliche Begrenzung. Die Queue ist nur in bestimmten, stark frequentierten Wochenendfenstern aktiv – jeweils von 21:00 bis 1:00 Uhr Ortszeit. In Europa gilt das für die Server EU West und EUNE.
Der Trick dahinter ist simpel und schlau: Indem Riot alle Fünferteams einer Region in ein einziges enges Zeitfenster zwingt, konzentriert sich der aktive Spielerpool. Das sorgt für schnelle Matchmaking-Zeiten und erhöht die Chance, dass das System tatsächlich einen Gegner auf dem kollektiven Skill-Niveau des Teams findet.
Draften wie die Profis – ohne Rang-Schranken
Strukturell bekommt die Queue ein deutliches kompetitives Upgrade. Statt des Standard-Ranked-Draftings kommt ausschließlich der Tournament Draft zum Einsatz – exakt das Format der Profi-Bühne: drei Bans, drei Picks, dann zwei weitere Bans und zwei Picks. Riot will damit gezieltes Team-Strategieren fördern, etwa das Schützen von Counterpicks oder das Umstellen der Strategie als Reaktion auf den Gegner.
Für Casual-Gruppen heißt das vor allem eins: Man kann den Lieblings-Pick eines Mitspielers gezielt wegbannen, bevor das Spiel überhaupt beginnt. Und das Beste: Es gibt keinerlei individuelle Rang-Restriktionen. Ein Challenger-Midlaner darf zusammen mit dem Iron-IV-Support-Kumpel queuen, solange die restlichen Rollen besetzt sind. Mögliche Bedenken wegen Skill-Gefälle und Smurfing kontert Riot mit dem Hinweis, dass die Erkennung von Smurfing und Boosting sich seit dem letzten Bestehen der Queue deutlich weiterentwickelt habe.
Belohnungen und Drumherum
Für den Wochenend-Einsatz gibt es Anreize: Jeder Teilnehmer schaltet ein exklusives Beschwörer-Icon frei. Schafft es ein Team bis zur September-Deadline auf Gold oder höher, gibt es ein einzigartiges Profil-Banner, das den Höchstrang im Karriere-Tab zeigt.
Die Ankündigung ist Teil einer größeren Entwicklungswelle. Im Juni erscheint mit Locke ein neuer AP-Assassine – laut Riot ein „High-Burst-Assassin“, der stark auf richtiges Setup angewiesen ist, geplant für Patch 26.13. Dazu kommen neue Ability-Augments für die ARAM-Community.
Ein Comeback mit klarem Test-Charakter
Bemerkenswert ist, dass Riot die Rückkehr ausdrücklich als zeitlich begrenztes Experiment rahmt – nicht als fertige Wiedereinführung. Genau das ist die interessante Spannung: Das ursprüngliche Ranked 5s scheiterte am Matchmaking, und die Wochenend-Begrenzung ist Riots direkte Antwort darauf. Ob die künstliche Verknappung des Spielerpools wirklich für faire Matches und schnelle Queues sorgt, lässt sich aber erst im Live-Betrieb beurteilen.
Verläuft der Wochenend-Pilot reibungslos, will Riot ernsthaft prüfen, die 5v5-Infrastruktur als permanente Ergänzung für die Saison 2027 zurückzubringen. Bis dahin gilt: Discord-Server entstauben, klären, wer Weakside-Top spielen muss – und in vier Stunden pro Woche beweisen, dass die Freundschaft auch einen verpatzten Baron-Call übersteht.
