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leni | Januar 24, 2023

Konsequenzen für den Esport nach 1xBet Konkurs?

Die russische Wettseite 1xBet, die mit vielen Organisationen aus dem Esport zusammengearbeitet hat, wurde vom Obersten Gerichtshof in den Niederlanden für insolvent erklärt. 1xBet wurde vorgeworfen, Gewinne nicht auszuzahlen, Auszahlungen zu verlangsamen oder zu verhindern und Gelder für übermäßige Werbung zu missbrauchen.

Während es unklar ist, wie pleite 1xBet wirklich ist, fragen sich viele, was die Konsequenzen für den Esport und die Teams sind, denn damit würde ein großer Sponsor eventuell wegfallen. Vor allem letztes Jahr hat man 1xBet überall gesehen, denn sie waren einer der führenden Sponsoren von Esports-Organisationen und -Events.

Ist 1xBet pleite gegangen?

Vor 2 Jahren verlor 1xBet seine Lizenz für Russland, aber das hat sie nicht davon abgehalten, auch in andere Länder und Kontinente vorzudringen. 1xBet ist auch in Indien und Afrika sehr beliebt. Die Firma an sich ist in mehrere Unterfirmen unterteilt. Das liegt an den verschiedenen Lizenzen in den Ländern.

1XCorp, der Eigentümer von 1XBet, wurde letztes Jahr von einem Gericht in Curaçao für insolvent erklärt. 1xBet hat ebenfalls nur in Curaçao die Pleite angemeldet, wahrscheinlich um Klagen aus den Niederlanden zu vermeiden, wo sie illegal noch Werbung gemacht haben, obwohl es da schon verboten war. Kurzum, die Niederlande hat das wahrscheinlich bemerkt und dann hat 1xBet wohl einfach ihren Curaçao-Zweig eingestellt und sich pleite gemeldet, um die Strafe nicht zahlen zu müssen.

Als der Ukraine-Russland Krieg angefangen hat, wurde der Hauptsitz von 1xBet von Kiew nach Zypern verschoben und existiert dort weiter. Es wird allgemein angenommen, dass die drei in Zypern lebende Exilrussen Roman Semiokhin, Sergey Karshkov und Dmitry Kazorin hinter dem Unternehmen stehen.

Kontroversen um 1xBet

1xBet ist neben dem Konkurs noch in andere Kontroversen verwickelt. Im vergangenen Dezember wurde der brasilianische Fußballer Dani Alves zum Botschafter des Unternehmens. Damit könnte es bald vorbei sein, denn die Polizei in Barcelona hat ihn am vergangenen Freitag verhaftet. Angeblich hat er eine Kellnerin in einer Bar sexuell belästigt.

Außerdem hat 1xBet Sponsorenverträge in Südamerika und Afrika abgeschlossen. Das Unternehmen bemüht sich in erster Linie um Geschäfte in Ländern, in denen die Vorschriften locker sind oder gar nicht existieren. Das Unternehmen ist auch in Indien aktiv, wo das Unternehmen angeblich keine Steuern gezahlt hat.

Was sind die Konsequenzen für den Esport?

Letztes Jahr haben dann mehrere große und bekannte Esport-Organisationen wie OG, Team Spirit und Tundra Esports mit der russischen Seite Sponsoringverträge abgeschlossen. 1xBet hat sich auch mit Veranstaltern wie WePlay zusammengetan und eigene Turniere veranstaltete. Außerdem haben sie als PR-Masche die 18+ Darstellerin Eva Elfie angeheuert, die auf den Events Interviews mit den Spielern gemacht hat und damit für Aufmerksamkeit gesorgt hat.

Nach dem Urteil des niederländischen Obersten Gerichtshofs ist es aktuell unklar, wie es mit den Esport-Organisationen, die mit 1xBet zusammengearbeitet haben, weitergehen wird.Ob 1xBet wirklich so pleite ist wie es gerade scheint, ist unklar, aber eher unwahrscheinlich. Das heißt es kann gut sein, dass sie nach wie vor im Esport als Sponsor auftreten werden wollen. Für die Esport-Organisationen ist es allerdings die Frage, ob sie mit dem eher zweifelhaften Ruf von 1xBet in Verbindung gebracht werden wollen, oder ob das eventuelle Geld von dem Sponsoring doch wichtiger ist.