iconDE EN CN BR ES RU
Image
Icon
leni | Juli 7, 2022

Kartellbehörde leitet Untersuchung gegen Microsoft ein

Microsoft, die vor kurzem Activision Blizzard übernommen haben, müssen wegen der Übernahme eine weitere staatlichen Untersuchung über sich ergehen lassen. Die britische Kartellbehörde CMA soll klären, ob die Übernahme den Wettbewerb im Vereinigten Königreich einschränken wird.

Die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) gab am Mittwoch bekannt, dass sie eine Untersuchung der geplanten Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft eingeleitet hat. Microsoft hatte die fast 69 Milliarden Dollar teure Übernahme bereits im Januar angekündigt.

Kartellbehörde untersucht Microsoft / Activision Blizzard

Die CMA versucht herauszufinden, wie sich die Übernahme auf den Wettbewerb in der Spielebranche auswirken könnte, einschließlich Hinweisen auf “höhere Preise, geringere Qualität oder eingeschränkte Auswahl” für die Verbraucher, die sich aus der Übernahme ergeben könnten. Die CMA-Untersuchung soll festzustellen, ob die Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft einen Zusammenschluss im Sinne des Enterprise Act 2002 darstellen würde.

Wenn die Transaktion als “relevante Fusionssituation” eingestuft wird, wird die CMA eine Untersuchung der Phase 2 einleiten. In dieser Untersuchung soll dann festgestellt werden, ob der Zusammenschluss zu einer “erheblichen Einschränkung des Wettbewerbs auf einem oder mehreren Märkten für Waren oder Dienstleistungen im Vereinigten Königreich” führen würde oder ob das zu erwarten wäre. Bis zum 1. September will die CMA bekannt geben, ob sie eine Phase-2-Untersuchung einleiten werden oder nicht.

Nicht die erste Untersuchung

Die Fusionsuntersuchung der CMA ist nicht die erste behördliche Prüfung, der Microsoft wegen der geplanten Übernahme von Activision Blizzard ausgesetzt ist. Letzten Monat hat auch schon die Federal Trade Commission der Vereinigten Staaten eine Untersuchung eingeleitet, um die potenziellen Auswirkungen der Übernahme auf die Mitarbeiter von Activision Blizzard zu ermitteln, weil das Unternehmen Berichten zufolge eine “Fratboy – Kultur” pflegt und Vorfälle von sexuellem Missbrauch immer wieder ignorierte – dazu gab es noch diverse weitere Skandale.

Liza Tanzi, Microsofts Corporate Vice President und General Counsel, sagte allerdings schon früher, dass sie mit solchen Untersuchungen rechne und dass sie auch angemessen wären. Sie sagte auch, dass Microsoft nach wie vor zuversichtlich ist, dass der Deal wie geplant im Geschäftsjahr 2023 über die Bühne gehen wird.

“Wir haben uns klar darüber geäußert, wie wir unser Spielegeschäft führen wollen und warum wir glauben, dass der Deal für Spieler, Entwickler und die Branche von Vorteil sein wird”, sagte Tanzi in einer Erklärung gegenüber CNN. “Wir sind entschlossen, die Fragen der Regulierungsbehörden zu beantworten, und glauben letztlich, dass eine gründliche Prüfung dazu beitragen wird, dass der Deal mit breiter Zuversicht abgeschlossen werden kann und dass er sich positiv auf den Wettbewerb auswirken wird.”