Der ukrainische Coach Mykhailo „kane“ Blagin, aktuell Assistant Coach bei Inner Circle, hat in einem Gespräch auf dem YouTube-Kanal Lootvek One offenbart, dass er in der Vergangenheit beinahe ein Angebot zur Manipulation von Matches angenommen hätte. Die brisante Situation ereignete sich während der Aufbauphase seines damaligen Projekts The Incas – und stellte ihn vor ein moralisches Dilemma.
In dem Interview erklärt Kane, dass ein potenzieller Geldgeber bereit gewesen sei, das Team finanziell zu unterstützen – allerdings unter einer klaren Bedingung: Das Team sollte absichtlich einige Spiele verlieren.
„Als ich versuchte, The Incas aufzubauen, kam eine Person auf mich zu und sagte, er könne uns gute Bedingungen verschaffen und die Finanzierung übernehmen. Aber dafür müssten wir ein paar Matches absichtlich verlieren“, so Kane.
Der Coach erklärt weiter, wie sehr ihn dieses Angebot unter Druck setzte – sowohl emotional als auch professionell:
„Es war eine wirklich harte Entscheidung. Ich wollte niemanden betrügen. Gleichzeitig wollte ich nicht, dass das Projekt scheitert. Diese Spieler waren wie eine Familie für mich. Ich habe diese Option tatsächlich in Erwägung gezogen und war kurz davor, zuzustimmen.“
The Incas: Ein Team zwischen Hoffnung und Überlebenskampf
Kane coachte The Incas von 2020 bis 2021 – ein Lineup, das größtenteils aus unbekannten Spielern bestand. Eine Ausnahme war Arseniy „cptkurtka023“ Derevinskiy, der später zu B8 wechselte und aktuell für Kono aktiv ist.
Dass Kane trotz existenzieller Notlage am Ende ablehnte, wertet er heute als richtige Entscheidung. Matchfixing ist eines der sensibelsten und zerstörerischsten Themen im E-Sport – und ein einmaliger Fehltritt kann Karrieren und ganze Szenen ruinieren.
Ein selten offener Einblick in den Druck hinter den Kulissen
Kanes Geständnis zeigt, wie stark der finanzielle Druck auf jungen E-Sport-Projekten lasten kann – und wie schnell vermeintliche „Lösungen“ in moralische Grauzonen abrutschen. Sein offener Umgang mit der Situation sorgt in der Community aktuell für viel Respekt, aber auch für Diskussionen über die anhaltende Verwundbarkeit kleiner Organisationen.
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