Naughty Dog hat sich erstmals seit Anfang 2025 wieder zu Intergalactic: The Heretic Prophet geäußert. Am 31. August meldete das Studio über die sozialen Netzwerke, die Dreharbeiten für die Zwischensequenzen des Spiels seien abgeschlossen. Dazu erschien ein Foto von Hauptdarstellerin Tati Gabrielle im Bewegungserfassungsanzug mit einer Attrappe als Waffe in der Hand.
Was mitgeteilt wurde – und was nicht
Der Beitrag fällt kurz aus. Naughty Dog spricht von einem sehr aufwendigen Dreh, lobt die Besetzung und kündigt an, deren Arbeit zu gegebener Zeit zu zeigen. Eingeleitet wird das Ganze mit einem Verweis auf Cowboy Bebop – passend zur Hauptfigur Jordan A. Mun, die als Kopfgeldjägerin unterwegs ist.
Mehr steht nicht darin. Kein Termin, kein Zeitfenster, kein neues Material. Für ein Projekt, zu dem seit der Vorstellung bei den Game Awards im Dezember 2024 kein einziger neuer Trailer erschienen ist, ist allein die Wortmeldung allerdings bemerkenswert.
Warum der Abschluss der Dreharbeiten etwas aussagt
Die Aufnahme der Zwischensequenzen gehört bei Naughty Dog zu den aufwendigsten und langwierigsten Arbeitsschritten. Ist sie abgeschlossen, kann sich das Team auf die Umsetzung im Spiel konzentrieren. Nachdrehs sind zwar üblich, der große Block ist damit aber erledigt.
Als Anhaltspunkt für den weiteren Zeitplan wird derzeit ein Vergleich mit Uncharted 4 herangezogen: Nolan North hatte seinerzeit berichtet, die Aufnahmen seien im Oktober 2015 abgeschlossen gewesen, das Spiel erschien im Mai 2016. Übertragen auf Intergalactic ergäbe das einen Start irgendwann 2027. Belastbar ist dieser Schluss allerdings nicht – es handelt sich um einen einzigen Vergleichsfall, und Intergalactic ist ein neues Projekt ohne bestehende technische Grundlage.
Die Signale widersprechen sich
Ein Erscheinungstermin ist weiterhin offen, und die vorliegenden Hinweise passen nicht recht zusammen. Aus Berichten stammt die Angabe, das Spiel sei für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen. Jason Schreier hatte zuvor erklärt, vor 2027 sei nicht damit zu rechnen.
Dem gegenüber steht eine Aussage von Kumail Nanjiani, der im Spiel Jordans früheren Kollegen Colin Graves verkörpert. In einem Podcast im Mai 2026 sprach er davon, dass ein Spiel, an dem er mitwirke, noch ein paar Jahre entfernt sei – ohne den Titel zu nennen. Rechnet man das wörtlich, läge der Start eher jenseits von 2027.
Belegt ist außerdem, dass die Produktion unter Druck steht. Von Ende Oktober bis Mitte Dezember 2025 wurden Beschäftigte bei Naughty Dog angehalten, wöchentlich mindestens acht Überstunden zu leisten und statt drei an fünf Tagen ins Büro zu kommen, um eine interne Fassung für die Prüfung durch Sony fertigzustellen.
Auftritt bei der State of Play?
Der Zeitpunkt der Meldung sorgt für Spekulationen, denn Sony hatte nur wenige Stunden zuvor eine State of Play für den 3. September angekündigt. Sie beginnt um 15:00 Uhr MESZ, direkt im Anschluss läuft eine gesonderte japanische Ausgabe.
Ob Intergalactic dabei auftaucht, ist offen. Einzelne Berichte legen nahe, dass Final Fantasy VII Revelation den Abschluss der Sendung bildet. Andere Beobachter argumentieren umgekehrt: Wer wenige Tage vor einer Präsentation lediglich ein Foto vom Dreh veröffentlicht, hat dort vermutlich nichts Größeres geplant. Naughty Dog selbst hat sich zu einem Auftritt nicht geäußert.
Was über das Spiel bekannt ist
Intergalactic ist die erste neue Marke des Studios seit The Last of Us und befindet sich seit 2020 in Entwicklung. Regie führt Neil Druckmann, den Soundtrack übernehmen Trent Reznor und Atticus Ross.
Die Handlung setzt Jahrtausende in der Zukunft an. Kopfgeldjägerin Jordan A. Mun strandet auf Sempiria, einem Planeten, der Jahrhunderte zuvor jeden Kontakt nach außen abgebrochen hat. Druckmann beschrieb das Projekt als Spiel über Glaube und Religion und erklärte Anfang 2026, das Entwicklerteam spiele es bereits durchgehend.
Tati Gabrielle ist Naughty-Dog-Stoffen nicht fremd: Sie spielte bereits im Uncharted-Film von 2022 und in der zweiten Staffel der Serienadaption von The Last of Us mit. Die Vorstellung des Spiels selbst verlief nicht reibungslos – im Enthüllungstrailer fielen mehreren Zuschauern die sichtbar platzierten Marken von Porsche und Adidas unangenehm auf.

