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leni | August 5, 2022

Intel plant Milliarden-Geschäft mit Chipfabriken in Italien

Intel steht kurz vor der Unterzeichnung von einem wichtigen Abkommen mit der italienischen Regierung über die Errichtung von subventionierten Chipfabriken in dem Mittelmeerland. Angeblich wird Intel im Rahmen des Abkommens zunächst 5 Mrd. Dollar an Investitionen tätigen.

Im Gegenzug wird Rom bei der Finanzierung der Entwicklungen helfen und sich mit bis zu 40 % an den Kosten beteiligen sowie weitere finanzielle Vorteile bieten. Es wird erwartet, dass das Geschäft bis Ende August bekannt gegeben wird. Mehrere Quellen sagen, dass es sowohl Halbleiterverpackungs- als auch Montagewerke geben wird.

Standorte im Norden von Italien

Wie bei den deutschen und französischen Intel-Ventures haben sich mehrere italienische Standorte für die Investition von Intel beworben. Ursprünglich waren die Regionen Lombardei, Apulien, Sizilien, Venetien und Piemont im Gespräch. Wie es aussieht haben sich allerdings die beiden nördlichen Regionen Piemont und Venetien durchgesetzt – worüber sich die südlichen Regionen wahrscheinlich nicht gerade freuen werden, denn dort werden Arbeitsplätze besonders dringend benötigt.

Trotzdem wäre der Deal insgesamt eine gute Nachricht für Italien und seine Wirtschaft, denn es würde diverse Arbeitsplätze schaffen und das Land wirtschaftlich ordentlich pushen. Und wie es aussieht, wird das Business mit Chips auch in den kommenden Jahren boomen. Es wird erwartet, dass die beiden für Italien bestimmten Intel-Fabriken für fortgeschrittene Halbleiterfertigung und -montage verwendet werden.

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Der weitere Plan sieht vor, eine ganze Reihe von Einrichtungen zu erbauen, wobei der deutsche Megastandort (zwei Fabriken) in Magdeburg für die Produktion von Intel 20A und besseren Chips bis 2027 bestätigt wurde, ebenso wie französische Forschungs- und Entwicklungszentren (in Plateau de Saclay) und Halbleiterdesignzentren.

Intel will sich unabhängiger von Asien machen

Bis jetzt ist weder bekannt, wie viel Intel insgesamt investieren will, noch wie viel Unterstützung das Unternehmen von der italienischen Regierung für das gesamte Projekt bekommen wird. Intel will unbedingt seine Abhängigkeit von Ostasien beenden, was vor allem auf geopolitische Gründe zurückzuführen ist. In Europa nutzt das Unternehmen die Vorteile des EU-Chipgesetzes, so wie es in den USA mit der Verabschiedung des US-Chip- und Wissenschaftsgesetzes (und der entsprechenden Finanzierungspläne) mit Volldampf vorangeht.

Zeitpunkt der Investition kein Zufall?

Der Zeitpunkt dieser Investition hat einige interessante Aspekte und scheint kein Zufall zu sein – wie so oft in der Politik. Der amtierende Ministerpräsident Mario Draghi ist anscheinend gerade dabei alles daran zu setzen, den Intel-Deal bis Ende August unter Dach und Fach zu bringen. Für den 25. September sind vorgezogene Parlamentswahlen angesetzt, und vielleicht könnten einige Investitionen von Intel dazu beitragen, dass die Wähler die bestehende Regierungspartei und ihre Verbündeten in einem besseren Licht sehen.