Ein neues Lieferdokument sorgt für frische Spekulationen rund um Intels Grafiksparte. Darin taucht erneut der Codename BMG-G31 auf, der in den vergangenen Monaten mehrfach mit der möglichen Arc B770 in Verbindung gebracht wurde. Auch wenn Intel bislang keine offizielle Bestätigung abgegeben hat, mehren sich die Hinweise, dass das Unternehmen die Entwicklung seiner Battlemage-Generation aktiv vorantreibt – und damit einen Nachfolger zur Arc A770 in Stellung bringt.
Noch Anfang des Jahres gingen viele Branchenbeobachter davon aus, dass Intel die Arbeiten an der Karte eingestellt habe. Doch wiederholte Funde in Versandunterlagen und Datenbanken zeichnen ein anderes Bild. Sollte die B770 tatsächlich erscheinen, könnte sie Intels Chance sein, sich im heiß umkämpften Mittelklasse-Segment erneut gegen AMD und Nvidia zu behaupten.
Zeitplan – möglicher Marktstart im Herbst?
Ein Blick in die Vergangenheit liefert interessante Parallelen: Vor dem Start der Arc B580 tauchten ähnliche Versandunterlagen rund zweieinhalb Monate vor Veröffentlichung auf. Da die aktuellen Dokumente bereits im Mai und Juni 2025 datiert sind, erscheint ein Launch im Spätsommer oder Herbst realistisch – wenngleich dies derzeit reine Spekulation bleibt.
Rückblick: Die Arc A770 als Wegbereiter
Die Arc A770 war bei ihrem Release eine durchaus konkurrenzfähige Karte, insbesondere dank ihrer 16 GB VRAM. Im Vergleich zu Nvidias RTX 4060 Ti mit 8 GB bot sie spürbar mehr Reserven für Raytracing und Gaming in 1440p. Trotz anfänglicher Treiberprobleme machte die Speichergröße die Karte attraktiv – vor allem für Spieler, die ein günstiges Upgrade suchten.
Erwartete Merkmale der Arc B770
Basierend auf den bisherigen Leaks und Lieferhinweisen könnten die Spezifikationen der neuen GPU folgendermaßen aussehen:
| Merkmal | Erwartete Spezifikation* |
|---|---|
| GPU-Architektur | Battlemage BMG-G31 |
| Speicher | Bis zu 16 GB GDDR6 |
| Speicheranbindung | 256-Bit |
| Zielauflösung | 1440p Gaming |
| Konkurrenzmodelle | RTX 5060 Ti, RX 9060 XT |
* Angaben basieren auf Leaks, finale Werte können abweichen.
Damit würde Intel erneut auf das populäre 1440p-Segment zielen, das traditionell die größte Käuferschicht anspricht.
Marktumfeld und Konkurrenzdruck
Die Herausforderung für Intel liegt weniger in der Hardware, sondern vielmehr in der Gesamtstrategie:
- Treiberqualität: Die A770 litt zum Launch unter unausgereiften Treibern. Intel hat seither nachgebessert, doch ein erneuter Fehlstart könnte das Vertrauen der Käufer dauerhaft schädigen.
- Konkurrenzdruck: Nvidia plant zeitgleich neue Modelle wie die RTX 5070 Super und 5070 Ti Super, während AMD mit der Radeon RX 9060 XT bereits eine 16-GB-Variante für rund 349 US-Dollar anbietet. Intel muss hier aggressiv im Preis agieren, um konkurrenzfähig zu bleiben.
- Energieeffizienz und Features: Neben Leistung zählt zunehmend auch die Effizienz. Raytracing, Upscaling-Technologien und stabile Treiber sind heute Pflicht, wenn man Käufer aus dem Nvidia- oder AMD-Lager abwerben will.
Chancen durch OEM-Integration
Ein zusätzlicher Faktor sind Komplettsysteme (OEMs). Selbst wenn einzelne Käufer zögern, könnten PC-Hersteller die Arc B770 in ihre vorkonfigurierten Gaming-PCs integrieren. Damit ließe sich Marktanteil gewinnen – ein Ansatz, der schon bei der A770 eine wichtige Rolle spielte.
Fazit – Intels Balanceakt im GPU-Markt
Die aktuelle Situation lässt sich auf drei Punkte verdichten:
- Existenz bestätigt: Mehrere Versandunterlagen stützen die Vermutung, dass die BMG-G31-GPU physisch existiert.
- Zeitplan unklar: Ein Marktstart im Herbst 2025 ist denkbar, bleibt aber spekulativ.
- Marktchancen vom Preis abhängig: Nur mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis kann Intel Käufer von Nvidia und AMD abwerben.
Mit der Arc B770 könnte Intel sein Portfolio im Gaming-Segment sinnvoll erweitern. Doch ob die Karte eine echte Alternative wird, entscheidet sich weniger an der Rohleistung, sondern an Treiberqualität, Stabilität und Preisgestaltung. Die zentrale Frage lautet: Kann Intel diesmal ein rundes Gesamtpaket liefern – und damit dauerhaft im GPU-Markt Fuß fassen?


