Nach anfänglicher Verwirrung ist klar: NODWIN Gaming schickt Team Indien in alle Disziplinen des ENC 2026 – von CS2 über VALORANT bis hin zu League of Legends.
Vom Teilstart zur Vollbeteiligung – wie es dazu kam
Die Situation rund um Indiens ENC-Teilnahme hat in den vergangenen Tagen mehrere Wendungen genommen. NODWIN Gaming, offiziell als nationaler Partner für den Esports Nations Cup 2026 ernannt, kündigte am 1. April in einem Livestream zunächst an, dass Indien in elf der sechzehn möglichen Titel antreten werde. League of Legends war dabei auffällig abwesend – besonders überraschend, da Indien gleichzeitig für die Asian Games 2026 in Aichi-Nagoya qualifiziert ist, wo LoL ebenfalls auf dem Programm steht.
Am 3. April folgte die Kehrtwende: NODWIN Gaming bestätigte die Teilnahme an allen sechzehn Titeln – League of Legends eingeschlossen. Damit tritt Indien nun in sämtlichen ENC-Disziplinen an, darunter Dota 2, CS2, VALORANT, PUBG Mobile, PUBG Battlegrounds, EA Sports FC, Rainbow Six Siege, Mobile Legends, Honor of Kings, Apex Legends und Chess.
Zwei Organisationen, ein Land – das strukturelle Problem dahinter
Die anfängliche Verwirrung hat einen strukturellen Hintergrund. Indiens internationale Esports-Repräsentation ist auf zwei verschiedene Organisationen aufgeteilt: Die Esports Federation of India (ESFI) verantwortet die Asian-Games-Delegation, während NODWIN Gaming für den ENC zuständig ist. Diese Aufteilung führte dazu, dass die LoL-Situation zunächst unklar war – obwohl ESFI bereits früh im Jahr Registrierungen für das nationale Qualifikationsturnier für die Asian Games geöffnet hatte.
Zum Vergleich: Indonesien wird beim ENC von einer einzigen Organisation vertreten – Pengurus Besar Esports Indonesia – und tritt dort in League of Legends an, obwohl das Land die Asian Games in dieser Disziplin auslässt. Thailand und Myanmar haben dagegen bestätigt, das LoL-Bracket des ENC komplett zu überspringen.
Starkes Konkurrenzfeld in League of Legends
Für Indien wird der LoL-Wettbewerb beim ENC alles andere als einfach. Südkorea, vertreten durch KeSPA, gilt als klarer Favorit – Gen.G gewann zuletzt den Esports World Cup mit einem vollständig koreanischen Lineup, T1 und Faker sicherten sich die Auflage 2024. Auch China ist mit einer Delegation aus vier Organisationen vertreten: All Gamers, Anyone’s Legends, Bilibili Gaming und Trace Esports.
Der Esports Nations Cup 2026 findet vom 2. bis 29. November in Riad statt. Für Indien und NODWIN Gaming ist die vollständige Teilnahme an allen sechzehn Titeln ein klares Statement – sowohl gegenüber der eigenen Community als auch auf internationaler Bühne.


