IEM Katowice: Spirit und Liquid siegen in der Gruppenphase

Bei all den starken Teams im Katowice-Kader kam es als große Überraschung, dass genau diese zwei Roster unbeschadet durch die Gruppenphase kamen. Astralis und Natus Vincere mussten sich zwar in den Gruppen-Finalspielen geschlagen geben, aber sie hatten zuvor bereits die Qualifikation für die Playoffs erreicht. Gambit Esports und FURIA konnten die Viertelfinalspiele durch das Lower Bracket erreichen.

BIG, die sich in der BLAST Premier: Spring Group Stage zuvor noch übermächtig präsentiert hatten, flogen nach zwei Matches raus. Leider waren mousesports noch nicht bereit für die große Bühne und erlitten das gleiche Schicksal wie das deutsche Team. In Gruppe B waren OG und NiP die frühesten Aussteiger. Doch auch Heroic, EG, FaZe und sogar Vitality mussten sich schon vor den Playoffs verabschieden.

TEAM SPIRIT ÜBERWÄLTIGEN ASTRALIS

Mit zwei souveränen Siegen war das dänische Team ohne Probleme in das Finale der Gruppe A gelangt. Evil Geniuses und mousesports hatten keine Chance, doch Spirit waren perfekt vorbereitet. Nach einer 11-16 Niederlage auf Inferno konnten sie den Pick von Astralis gewinnen und ein 16-13 auf Train erreichen. Abdul “degster” Gasanov war mit einem 1.37er Rating vertreten und spielte die Astralis-Spieler an die Wand. Emil “Magisk” Reif konnte nur 9 Kills erreichen. Somit ging das Spiel auf die dritte Map, Dust2. Dort lieferten die beiden Teams sich ein individuelles Aim-Duell, das Spirit auf entschiedene Weise gewinnen konnten. Wie lange ist es her, dass Lukas “gla1ve” Rossander und Co. eine 0-15 Klatsche bekommen haben?

Ein Sieg in der Pistolenrunde half Astralis, wenigstens einen Rundenpunkt auf das Scoreboard zu bringen. Doch mit einem 1-16 schieden sie aus dem Upper Bracket Finale aus, auch wenn sie sich die Qualifikation für die Playoffs bereits zuvor erarbeitet hatten. Spirit haben nun also schon Cloud9, BIG, G2 Esports, Heroic und Astralis auf ihrer Abschussliste. Besonders im letzten Match – und auf der letzten Map – haben sie bewiesen, dass sie das Potenzial haben, gegen die ganz Großen anzutreten. In den Playoffs müssen sie genau das gegen Natus Vincere oder Gambit Esports zeigen, wenn sie eine Chance auf das Große Finale haben wollen.

TEAM LIQUID ZIEHEN KNAPP AN NATUS VINCERE VORBEI

Die neue Liquid-Führungsstruktur hat sich bewiesen – wenn auch nur mit einem haarscharfen Sieg über Natus Vincere. Doch als Sieger der BLAST Premier: Global Finals und der Spring-Gruppenphase war das russische Team ganz ohne Frage als Favorit in dieses Turnier gegangen. Auch wenn also ein einziger Clutch das Match hätte kippen können, so zeigten Liquid damit zumindest ihr Potenzial. Gabriel “Fallen” Toledo hat erst vor wenigen Tagen die Zügel übernommen, doch schon jetzt wissen die Individuen im nordamerikanischen Roster zu überzeugen.

Auf Overpass zogen Liquid mit einer dominanten T-Seite davon. Ein 10-5 zur Halbzeit sicherte ihnen eine enorme Führung für die zweite Hälfte, doch NaVi kämpfen sich langsam zurück. Auf den letzten Metern versagten sie jedoch und trotz eines 1.31er Ratings von Kirill “Boombl4” Mikhailov mussten die Russen ein 14-16 abgeben. Auf Dust2 hatten Fallen und Co. also die Möglichkeit, das Match früh zu beenden. Jedoch diktierten NaVi von Beginn an das Tempo und die Liquid-Spieler schafften es kaum, an Kills zu kommen. Nur Jake “Stewie2k” hielt sich mit 20 Kills über Wasser, aber mit verteilten Rundensiegen konnten sie gerade einmal das 7-16 erreichen.

Somit mussten die Teams noch Richtung Inferno ziehen. Nach einer weiteren 10-5 Hälfte für Liquid waren NaVi erneut in der Lage, den Defizit aufzuarbeiten. Sie kämpften sich mit soliden T-Runden zurück, bis die beiden Teams in der Nachspielzeit landeten. Nach einer kleinen Führung auf Seiten der Russen zogen Liquid und NaVi doch noch einmal zum 18-18 gleich, wonach Liquid in der Defensive endlich den Matchsieg mit einem Score von 22-19 verbuchen konnten. Damit steht ihnen ebenfalls ein Platz im Halbfinale zu. Dort werden sie auf Astralis oder Virtus.pro treffen. Nach ihrer phänomenalen Performance gegen Natus Vincere scheint es zumindest nicht unmöglich, dass sie trotz dieser starken Gegner noch das Große Finale erreichen können.

DIE VERLIERER DER IEM KATOWICE

Für Teams wie BIG und Vitality geht es also zurück in die Analyse. Die kurze Abwesenheit von Dan “apEX” Madesclaire hat die Franzosen sichtlich zurückgeworfen und Nabil “Nivera” Benrlitom tut sich schwer, an das Performance-Level von 2020 anzuknüpfen. Der FaZe Clan konnte mit neuem Anführer noch nicht überzeugen, doch selbstverständlich braucht Finn “karrigan” Andersen einfach nur mehr Zeit, um mit seinen neuen Talenten zu arbeiten. Das gilt jedoch nicht für G2 Esports. Ein halbes Jahr nach der Verpflichtung von Nikola “NiKo” Kovač bleiben die versprochenen Erfolge immer noch aus.

Die IEM Katowice begibt sich nun in eine mehrtägige Pause. Bis zum Beginn der Playoffs am Freitag haben die Team die Chance, sich auf die bevorstehenden Spiele vorzubereiten. Astralis müssen in der Zwischenzeit herausfinden, wie sie ein 1-16 gegen Spirit verlieren konnten, und Team Spirit bekommen die Chance, sich auf Gambit oder NaVi einzustellen und als größter Underdog des Brackets ins Finale zu kommen.

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