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fabio | Dezember 22, 2020

IEM Global Challenge: Was ist mit Team Vitality passiert?

Astralis haben es wie erwartet ins Große Finale geschafft, doch Team Vitality überraschten mit einem Ausstieg in der Gruppenphase. Nach zwei überragenden Siegen sind sie nun nicht einmal ansatzweise dazu gekommen, ihren Titel zu verteidigen. Wie konnte es dazu kommen?

Ihre Kampagne durch die IEM Global Challenge begann mit dem BIG Clan. Die Deutschen hatten sich in den vergangenen Turnieren im Mittelfeld gehalten. Johannes “tabseN” Wodarz hatte der Presse gegenüber bereits zugegeben, dass dem Team so allmählich der Saft ausging. Vielleicht war genau das der Punkt, der Vitality am Ende den Sieg kostete. Sie wogen sich in in Sicherheit, doch dieses Gefühl betrog sie und machte sie möglicherweise auch etwas überheblich.

Denn der BIG Clan war vorbereitet. Auf Vertigo konnten sie zuvor bereits gegen die Franzosen gewinnen und zeigten sich erneut kompetitiv. In der Nachspielzeit konnten sie die erste Map sicherstellen, danach klappten sie auf Inferno jedoch ein. Das 7-16 war dennoch ein besseres Resultat als das 1-16, das sie zuvor bei den BLAST Premier: Fall Finals einstecken mussten.

Auf Nuke entschied sich der Ausgang des Matches. Dort brachten Vitality zum ersten Mal Nabil “Nivera” Benrlitom auf den Server, der zuvor nur Inferno und Dust2 mit dem Team gespielt hatte. Das stelle sich später als Fehler hinaus, denn ihr Setup auf Nuke war noch nicht wirklich reif für die Bühne. BIG konnten sie mit einem knappem 16-13 überholen und zu Beginn des Events bereits das große Upset einfahren.

VITALITY ZIEHEN GEGEN COMPLEXITY DURCH

Benjamin “blameF” Bremer und seine Kollegen sollten selbst an einem optimalen Tag kaum eine Chance gegen das französische Superteam haben. Obendrauf war Valentin “poizon” Vasilev durch eine Not-OP verhindert und konnte nicht am Turnier teilnehmen. Das Complexity-Squad ging also bereits mit einem schweren Nachteil in das Turnier und mussten sich gegen Mathieu “ZywOo” Herbaut behaupten. Das lief weniger gut.

Kevin “misutaaa” Rabiér bekam auf beiden Maps eine Auszeit. Das tat den Franzosen aber nicht im Mindesten weh. Nivera und ZywOo schossen blameF und Co. vom Server um ein schnelles 2-0 zu erreichen. Damit hatten Vitality sich wenigstens vor dem frühen Ausscheiden bewahren können, doch ihr nächsten Gegner waren Astralis.

ASTRALIS BEHAUPTEN SICH GEGEN VITALITY

Die Dänen waren überraschenderweise im Duell gegen den BIG Clan unterlegen und mussten somit in das Decider Match ziehen. Dort trafen sie auf Vitality, die nur noch diese letzte Chance hatten, um sich für die Playoffs zu qualifizieren. Sie gingen das Match auch mit dem gebotenen Ernst an. Auf Nuke rissen sie Astralis mit einem 16-2 vom Server. Dan “apEX” Madesclaire verdiente sich ein 1.89er Rating, doch auch Nivera wusste mit 20 Kills zu überzeugen. Emil “Magisk” Reif startete dieses wichtige Match mit nur 3 Kills und einem 0.28er Rating.

Doch auf Dust2 waren die Dänen endlich eingespielt. Sie zogen eine überzeugende 10-5 Hälfte an Land. Vitality nutzten ihre CT-Seite jedoch genau so gut und schafften es meistens, Astralis am Legen der Bombe zu hindern. ZywOo und Peter “dupreeh” Rasmussen gaben alles für ihre Teams, dennoch mussten die beiden in die Nachspielzeit eintreten. Dort war es dann ein knappes Tauziehen, das Astralis mit einem 22-19 gewinnen konnten.

Damit war der Map-Score wieder ausgeglichen und die Teams zogen auf Inferno, wo Astralis schnell die Nase vorn hatten. Auch der frisch eingewechselte misutaaa konnte nichts reißen, denn Astralis kamen nach einer 10-5 Hälfte mit sechs aufeinanderfolgenden CT-Runden zum Match-Sieg. Damit waren Vitality aus dem Turnier und Astralis hatten sich in letzter Minute doch noch den Eintritt in die Playoffs verdient.

WAS BEDEUTET DIESES LETZTE TURNIER FÜR VITALITY?

Das Super-Team ist doch nicht unantastbar. Zwischen ihrem BLAST-Match gegen BIG, in dem sie 16-1 und 16-2 Maps gewinnen konnten, und der Niederlage bei der IEM Global Challenge lagen nur wenige Tage. Vielleicht haben die Franzosen sich auf den letzten Metern sicher gefühlt und waren schon in Weihnachts-Laune. Möglicherweise sind sie aber auch einfach unter dem konstanten Druck der Turniere eingeklappt und ihnen ist die Puste ausgegangen.

Auch wenn die Debüt von Nivera auf Nuke erfolglos war, so konnten sie sich in den Folge-Matches sofort um Längen verbessern. Aus einem 13-16 gegen BIG wurde ein 16-2 gegen Astralis. Wenn sie also weiter daran arbeiten, Nivera auf mehr Maps einzuspielen, dann steht ihnen nach wie vor eine große Zukunft bevor. Die Arbeit des Sechser-Teams hat gerade erst begonnen. Bis zu ihrem nächsten großen Turnier werden sie genügend Zeit haben, um sich wieder aufzuraffen und im neuen Jahr erneut anzugreifen.