Die dritte Staffel von House of the Dragon startet am 21. Juni 2026 – und die Kritiker haben ihr Urteil schon gefällt. Mit beeindruckenden 97 % auf Rotten Tomatoes erreicht die Game-of-Thrones-Vorgeschichte den besten Wert ihrer bisherigen drei Staffeln. Der Tenor: Die Serie erntet endlich die Früchte ihrer als zäh empfundenen zweiten Staffel.
Quick Facts
- Serie: House of the Dragon, Staffel 3 (HBO / HBO Max)
- Start: 21. Juni 2026
- Rotten Tomatoes: 97 % (über 30 Kritiken) – Bestwert der Serie
- Metacritic: laut Vorlage 77/100 (nicht abschließend verifiziert)
- Bewertet: auf Basis der ersten vier Folgen
- Kontext: deutlicher Sprung gegenüber Staffel 1 (90 %) und 2 (84 %)
Was die Kritiker sagen
Viele Rezensenten sind sich einig, dass die Staffel actionreicher ausfällt als alles zuvor – und dabei trotzdem die charakterliche Tiefe der Reihe bewahrt. Die schnellere, prägnantere Erzählweise löse jene Handlungsstränge ein, die in Staffel 2 oft langatmig aufgebaut worden seien, und münde in unerwartete Wendungen. Empire etwa sieht in der ersten Staffelhälfte einen Hinweis darauf, dass dies das bisher stärkste Kapitel der Serie sein könnte, und Decider beschreibt die ersten vier Folgen als radikale Neuausrichtung nach dem enttäuschenden Finale der zweiten Staffel.
Nicht alle Stimmen sind uneingeschränkt euphorisch. Einige Kritiker bleiben zurückhaltend positiv und attestieren der Serie, weiterhin sehenswertes Spektakel-Fernsehen zu sein, ohne ihre Schwächen ganz abzuschütteln. Andere bemängeln, die Serie habe schlicht zu viele Figuren und Handlungsstränge gleichzeitig zu jonglieren. Auch deutlich kühlere Einzelstimmen existieren, die der Staffel Längen und mangelnde Frische vorwerfen. Insgesamt überwiegt jedoch klar das Lob: Was Fans an der Serie schätzen – ihre vielschichtigen Charaktere – sei in Staffel 3 besser denn je.
Einordnung: Die Erlösung nach dem „Sophomore Slump“
Um zu verstehen, warum dieser 97-Prozent-Wert so viel Aufmerksamkeit erzeugt, lohnt der Blick zurück. Staffel 1 war 2022 mit starken 90 % gestartet, doch Staffel 2 fiel mit 84 % spürbar ab und galt vielen als klassischer „Sophomore Slump“ – getragen von zu vielen Ratssitzungen und einem als zu gemächlich empfundenen Tempo. Genau hier setzt die dritte Staffel an: Die zähen Council-Szenen werden Berichten zufolge gezielt sparsamer eingesetzt, während die Serie nun mit voller Wucht auf den „Dance of the Dragons“ zusteuert – jenen offenen Targaryen-Bürgerkrieg, auf den die Vorgeschichte von Anfang an hinarbeitet.
Dazu passt, dass Staffel 3 als die bislang ambitionierteste der Reihe gilt, mit groß angelegten Schlachtsequenzen. Steve Toussaint, der Lord Corlys Velaryon spielt, hat bereits angedeutet, dass die Staffel mit einer gewaltigen Schlacht eröffnet und damit den Ton für das gesamte Kapitel setzt. Da die Serie voraussichtlich mit Staffel 4 endet, steuert die Erzählung nun auf ihr Finale zu – und genau diese Zuspitzung scheint der Serie spürbar gutzutun.
Meine Einschätzung: Der überfällige Kurswechsel zahlt sich aus
Nach dem durchwachsenen Echo auf Staffel 2 war diese dritte Runde so etwas wie eine Bewährungsprobe – und den frühen Kritiken nach hat House of the Dragon sie bestanden. Bemerkenswert ist vor allem, was die Macher offenbar richtig gemacht haben: Statt das Tempo weiter zu zerreden, haben sie aus der Hauptkritik an Staffel 2 gelernt und die Council-Szenen zurückgefahren. Das ist genau die Art von Selbstkorrektur, die man sich von einer Serie wünscht, die zwischenzeitlich in der eigenen Komplexität festzustecken drohte.
Ein Wermutstropfen bleibt: Ein 97-Prozent-Wert auf Basis von nur vier Folgen ist eine Momentaufnahme. Game of Thrones hat eindrücklich gezeigt, dass eine Serie selbst nach starken Staffeln im Finale entgleisen kann, und einige Kritiker warnen bereits, die Serie habe sich erzählerisch viel vorgenommen. Trotzdem: Wer die zweite Staffel frustriert abgehakt hat, bekommt hier offenbar gute Gründe, am 21. Juni wieder einzuschalten. Der Kampf um den Thron geht weiter – und diesmal, so der Tenor, mit deutlich mehr Feuer.
