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Hearthstone Battlegrounds: Season 14 bringt mit Dark Gifts das größte neue System seit Jahren

Jonas Teichmann
Jonas Teichmann Chefredakteur & Esports-Experte

Am 4. August startet Battlegrounds in seine vierzehnte Season. Sie heißt Dark Gifts of Dalaran, kommt mit Patch 36.2 und ist deutlich mehr als der übliche Austausch des Diener-Pools. Blizzard führt ein komplett neues Spielsystem ein, dazu ein neues Schlüsselwort, zwei Helden, über sechzig neue Diener und mehrere Typ-Synergien, die den Ablauf einer Runde spürbar verändern.

Der Startzeitpunkt ist 10 Uhr pazifischer Zeit, nach mitteleuropäischer Sommerzeit also 19 Uhr am Dienstagabend. Die vollständigen Patch Notes erscheinen einen Tag vorher.

Dark Gifts: drei Entscheidungen pro Partie

Das namensgebende System ist der eigentliche Kern, und ausgerechnet der geht in den meisten Zusammenfassungen unter. Ab Runde 3 erscheint in der Taverne eine neue Schaltfläche. Wer sie betätigt, zahlt drei Gold und entdeckt einen Diener, der mit einem Dark Gift ausgestattet ist — einer Aufwertung, die weit über den üblichen Statistik-Schub hinausgeht. Über vierzig verschiedene solcher Gaben stehen zur Verfügung, darunter Effekte, die Todesröcheln bei Kampfbeginn auslösen, Zauberhandwerk dauerhaft machen oder einem Diener bei jedem ausgespielten Karten zusätzliche Werte geben.

Die Beschränkung ist der interessante Teil. Die Schaltfläche lässt sich einmal pro Runde nutzen und insgesamt nur dreimal pro Partie. Gleichzeitig werden die angebotenen Diener und Gaben mit jeder Runde besser. Daraus entsteht genau die Art von Entscheidung, die Battlegrounds bislang gefehlt hat: Wer früh zugreift, bekommt eine schwächere Gabe, gewinnt aber Tempo. Wer wartet, riskiert, dass die Partie an ihm vorbeizieht. Drei Gold sind in Runde 3 viel Geld, und die Frage, wann dieser Preis zu hoch ist, dürfte über ganze Lobbys entscheiden.

Wichtig für alle, die den Begriff aus dem Konstruiert-Modus kennen: Es handelt sich nicht um dieselben Dark Gifts.

Zwei Helden, die auf dem System aufbauen

Nightmare Lord Xavius, der Herr des Smaragdgrünen Alptraums, darf sich alle vier Runden einen Diener mit einer Dunklen Gabe erspielen. Da das Grundsystem auf drei Nutzungen pro Partie ausgelegt ist, kommt Xavius in einer durchschnittlich langen Runde auf ein Vielfaches davon. Sein Wert steht und fällt damit unmittelbar mit der Frage, wie stark die Gaben tatsächlich ausfallen.

Tras’tath, Soul Parasite geht den entgegengesetzten Weg. Über die Heldenfähigkeit Void Power entdeckt man bereits vor der ersten Rekrutierungsphase einen Stufe-5-Diener mit einer Dunklen Gabe, der ab Runde 7 zur Verfügung steht. Das klingt mächtig, hat aber einen Haken: Man legt sich in Runde 1 auf eine Ausrichtung fest und baut die restliche Partie um einen Diener herum, den man zu diesem Zeitpunkt weder testen noch anpassen kann. Ob das trägt, hängt stark davon ab, was das Angebot hergibt.

Activate: Gold in bestehende Diener stecken

Das neue Schlüsselwort heißt Activate und funktioniert denkbar simpel. Bestimmte Diener in der eigenen Kriegsschar lassen sich während der Rekrutierungsphase anklicken, man zahlt Gold, und die zugehörige Fähigkeit löst aus. Jede Activate-Fähigkeit funktioniert einmal pro Runde. Zu den Dienern mit diesem Schlüsselwort zählen unter anderem Kelp Keeper, Private Investigator und Soulkeeping Jailer.

Was das im Kern verändert, ist die Gold-Rechnung. Bisher gab es drei Optionen: würfeln, aufsteigen, kaufen. Jetzt kommt eine vierte dazu, nämlich in die bereits stehende Aufstellung investieren. Das klingt nach einer Kleinigkeit, greift aber tief in die Ökonomie des Modus ein, weil sich Gold erstmals direkt in Skalierung umwandeln lässt, ohne den Umweg über den Shop.

Neue Diener und Synergien

Der Diener-Pool wird aufgefrischt, über sechzig kommen neu hinzu. Genannt werden unter anderem Devilish Distractor, Air Baller und Glambot.

Bei den Typ-Synergien sticht die neue Piraten-Mechanik heraus. Piraten können Lockboxes auf die Hand bringen — Kisten, die einen goldenen Diener enthalten, der allerdings erst einige Runden später zugänglich wird. Wer investiert, bekommt also später ausgezahlt, was in einem Modus, in dem man jede Runde ums Überleben spielt, eine echte Wette ist. Beispiele für die zugehörigen Diener sind Bilgewater Breakout und Locked-up Mutineer.

Die zweite auffällige Neuerung betrifft Bestien, die in Verbindung mit Fishbait erstmals während der Rekrutierungsphase angreifen können. Angriffe außerhalb des eigentlichen Kampfes gab es in Battlegrounds bisher nicht. Dämonen wiederum bekommen Werkzeuge, um im Shop aufzuräumen.

Bei den Tavernenzaubern kommen fünf neue dazu: Methodical Madness, Mighty Dragonbreath, Repair Job, Weapons Forge und Winner’s Bread. Die Schmuckstücke werden ebenfalls ausgetauscht, mit 23 neuen kleineren und 24 neuen größeren Varianten, darunter Rune of Transmutation, Ominous Stone, Wolfhead Flail und Dragon’s Eye.

Eine überfällige Anzeigekorrektur

Fast schon nebenbei kommt eine Änderung, über die sich Vielspieler seit Jahren beschweren. Werte ab vier Stellen werden künftig gekürzt dargestellt — ein Diener mit 1000 Angriff und 1000 Leben steht dann als 1k/1k in der Auslage. Das ist rein kosmetisch, aber es sagt einiges darüber aus, wohin sich der Modus entwickelt hat, wenn die Oberfläche die erreichbaren Zahlen schlicht nicht mehr abbilden kann.

Die Belohnungsleiste wird ebenfalls erneuert, unter anderem mit Kosmetik rund um Maiev Shadowsong und Vanessa VanCleef. Ein Teil dieser Belohnungen wird allerdings erst mit Patch 36.6 freigeschaltet — wer sofort alles erwartet, wird enttäuscht. Der Season Pass schaltet weiterhin zwei zusätzliche Heldenoptionen zu Beginn jeder Partie frei.

Warum diese Season anders wirkt als die letzten

Systeme wie Buddies, Quests, Trinkets oder Anomalies kamen in den vergangenen Jahren in regelmäßigen Abständen, und die meisten davon waren im Kern Varianten desselben Gedankens: zusätzliche Ressourcen, zusätzliche Skalierung. Dark Gifts geht in eine andere Richtung, weil das System nicht mehr gibt, sondern eine Verknappung einführt. Drei Nutzungen, steigende Qualität, eine Entscheidung pro Runde.

Ob das aufgeht, hängt an der Balance zwischen den vierzig Gaben. Sind ein paar davon deutlich stärker als der Rest, wird aus der interessanten Entscheidung schnell ein Automatismus. Bleibt das Feld eng beieinander, bekommt Battlegrounds die vermutlich beste Ergänzung seit der Einführung der Schmuckstücke. Ab Dienstagabend lässt sich das nachprüfen.

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Jonas Teichmann

Über den Autor

Jonas Teichmann

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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