Auf Hardware-News.de stoßen wir immer wieder auf kreative DIY-Projekte aus der Community – doch dieses Experiment sticht selbst in der Szene heraus. Ein Content Creator hat sich vorgenommen, eine komplett selbstgebaute PC-Wasserkühlung unter außergewöhnlichen Bedingungen zu testen.
Statt klassischer Kühlflüssigkeit kamen dabei Energy-Drinks wie GÖNRGY und Knabecola zum Einsatz. Ziel des Projekts: herauszufinden, ob handelsübliche Getränke kurzfristig als Kühlmittel taugen – und ob sich dadurch messbare Unterschiede bei Temperatur und Leistung ergeben.
Das Ergebnis? Überraschend professionell – und deutlich aufschlussreicher, als man bei einer vermeintlichen Spaß-Idee erwarten würde.
Von der Idee zum Aufbau – ein Projekt zwischen Wissenschaft und Wahnsinn
Wie der Ersteller erklärt, begann alles mit einer simplen Frage: „Was passiert, wenn man Energy-Drinks in eine Wasserkühlung füllt?“ Aus dieser Neugier entwickelte sich ein durchdachtes Experiment mit methodischem Aufbau, dokumentierten Tests und klaren Messzielen.
Für das Testsystem setzte er auf gängige Mittelklasse-Hardware, die auch in typischen Gaming-PCs anzutreffen ist:
| Komponente | Beschreibung |
|---|---|
| CPU | AMD Ryzen 5 5600G |
| GPU | NVIDIA RTX 4060 Ti |
| RAM | 16 GB DDR4 |
| Radiator | 240 mm mit zwei 120-mm-Lüftern |
| Pumpe & Reservoir | DNA-Kombimodell mit integriertem Behälter |
| CPU-Kühlblock | Acryl-Top-Modell für AM4-Sockel |
Alle Komponenten wurden mit transparenten Schläuchen verbunden, um den Flüssigkeitsfluss im Loop optisch nachvollziehen zu können. Der Aufbau wirkte sauber, ordentlich und – trotz des experimentellen Ansatzes – technisch solide.
Sicherheit an erster Stelle
Schon zu Beginn machte der Ersteller klar, dass das Projekt nicht für den Alltag oder Nachbau empfohlen ist. Getränke enthalten Zucker, Farbstoffe und andere Zusätze, die langfristig Dichtungen und Metallteile angreifen können.
Daher wurde das System nach jedem Test vollständig entleert, gereinigt und mit destilliertem Wasser gespült. Luftblasen wurden entfernt, der Durchfluss überprüft – die gesamte Vorbereitung entsprach im Grunde dem Standard einer echten Custom-Wasserkühlung.
Gönnergy vs. Knabeca vs. Wasser – der Vergleich
Zunächst erfolgte ein Basistest mit Leitungswasser, um Referenzwerte für Temperatur und Leistung zu erhalten. Danach wurde der Kreislauf sorgfältig gereinigt und nacheinander mit Gönnergy und Knabeca befüllt.
| Flüssigkeit | Vorbereitung | Beobachtung |
|---|---|---|
| Wasser | einfache Befüllung | neutral, technisch unauffällig |
| Gönnergy | gründliche Reinigung nötig | leichte Schaumbildung, auffällige Farbe |
| Knabeca | Reinigung nötig | gleichmäßiger Durchfluss, dezente Blasenbildung |
Während Wasser erwartungsgemäß unauffällig blieb, überraschte Gönnergy durch seinen intensiven blauen Farbton und eine klarere Zirkulation. Knabeca zeigte ein ruhigeres Strömungsverhalten, was auf eine leicht höhere Viskosität hinweisen könnte.
Benchmarks und Temperaturmessung
Die Kühlleistung wurde mit Cinebench R24, 3DMark Time Spy und einem zehnminütigen FMark-Stresstest ermittelt. Zusätzlich testete der Ersteller praxisnah mit den Spielen Shadow of the Tomb Raider und Cyberpunk 2077.
| Kühlmedium | Max. CPU-Temp. | Cinebench R24 Score | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Leitungswasser | 61,5 °C | 11.698 | Referenzwert |
| Gönnergy | 61,4 °C | 11.852 | geringfügig bessere Werte |
| Knabeca | 65 °C | 11.620 | etwas wärmer, aber stabil |
Die Unterschiede lagen innerhalb der üblichen Messtoleranz, was bedeutet: Auch Energy-Drinks können kurzfristig kühlen – allerdings ohne jeglichen Mehrwert gegenüber normalem Wasser.
In den Spielebenchmarks blieb die Performance konstant. Die verwendete Flüssigkeit hatte keinen messbaren Einfluss auf die FPS oder Systemstabilität.
Praxisbeobachtungen im Kühlkreislauf
Visuell boten die Energy-Drinks einen spektakulären Effekt. Vor allem Gönnergy färbte den Kreislauf in ein leuchtendes Blau, das optisch an professionelle RGB-Kühlflüssigkeiten erinnerte. Technisch blieben jedoch beide Getränke nur kurzfristig stabil:
- Gönergy: klare Farbe, wenig Blasenbildung, gleichmäßiger Durchfluss
- Knabeca: ruhige Strömung, leicht erhöhte Temperaturen
- Wasser: neutral, beständig, ohne Rückstände
Nach Abschluss der Tests fanden sich keine sichtbaren Ablagerungen. Dennoch warnt der Ersteller vor möglichen Langzeitschäden durch Zucker und Farbstoffe, die sich über Wochen im System absetzen könnten.
Fazit von Hardware-News.de
Das Experiment ist ein Paradebeispiel dafür, wie Technikbegeisterung und Unterhaltung zusammenfinden können. Trotz humorvoller Idee wurde der Test methodisch korrekt und nachvollziehbar umgesetzt – mit realen Benchmarks, klaren Messbedingungen und einem respektablen Maß an technischer Präzision.
Das Ergebnis zeigt:
- Energy-Drinks kühlen kurzfristig genauso gut wie Wasser,
- haben aber keine praktischen Vorteile,
- und können auf Dauer sogar Schäden verursachen.
Wer also auf kreative Optik steht, kann solche Experimente kurzzeitig in einem Testsystem wagen – sollte aber auf keinen Fall sein echtes Gaming-Rig damit befüllen.
Ein gelungenes Beispiel für kreative Hardware-Experimente
Auf Hardware-News.de sehen wir viele Projekte, aber nur wenige verbinden Humor, handwerkliches Geschick und technische Genauigkeit so überzeugend wie dieses.
Die Idee, Energy-Drinks als Kühlflüssigkeit zu verwenden, mag verrückt klingen – doch sie liefert wertvolle Erkenntnisse über Thermodynamik, Flüssigkeitseigenschaften und Kühlkreisläufe im PC-Bereich.
Und wer weiß: Vielleicht sind solche Experimente genau das, was die Hardware-Szene braucht – um zu zeigen, dass Technik nicht nur funktionieren, sondern auch unterhalten darf.

