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GTA 6 Online: Ex-Rockstar-Entwickler hält bezahlte Rollenspiel-Inhalte für wahrscheinlich

Jonas Teichmann
Jonas Teichmann Chefredakteur & Esports-Experte

Joe Rubino, früher bei Rockstar Games für Zwischensequenzen zuständig, hält es für wahrscheinlich, dass Spieler in GTA 6 Online eigene Geschichten erstellen und damit Geld verdienen können. Gefragt, ob Rockstar so etwas zulassen werde, antwortete er in einem Interview mit einem klaren Ja.

Es handelt sich um eine Einschätzung, nicht um Insiderwissen zu laufenden Plänen. Interessant wird sie erst dadurch, dass Rockstar die dafür nötige Infrastruktur seit Jahren aufbaut.

Wer Joe Rubino ist

Rubino arbeitete als Product Owner für Zwischensequenzen an GTA 5, Red Dead Redemption und Max Payne 3. Er kennt die Produktionsabläufe des Studios also aus eigener Anschauung, ist aber nicht mehr dort beschäftigt und spricht ausdrücklich über eine Vermutung.

Seine Begründung zielt auf die Logik des Ökosystems: Warum solle man das nicht nach unten durchreichen und die eigene Spielerschaft zu einer Gemeinschaft machen, die tatsächlich Geld verdient und davon profitiert?

Einschränkend erwartet er allerdings Regeln, die Rockstars Figuren und die künstlerische Ausrichtung schützen. Und er hält das nicht für die erste Priorität. Die Spielwelt von GTA 6 biete zunächst genug Inhalte, um Spieler lange zu beschäftigen.

Warum die Vermutung nicht aus der Luft gegriffen ist

Der eigentliche Nachrichtenwert liegt darin, dass Rockstar die Voraussetzungen dafür bereits geschaffen hat. Die Entwicklung lässt sich lückenlos nachvollziehen.

ZeitpunktSchritt
2023Take-Two übernimmt die Teams hinter FiveM und RedM
Januar 2026Start des Cfx Marketplace mit offiziell erlaubtem Verkauf von Inhalten
2026Stellenausschreibungen mit Fokus auf Creator-Plattformen
19. November 2026Erscheinen von GTA 6 auf Konsolen

FiveM ist die Modifikationsplattform, auf der ein Großteil der GTA-Rollenspielszene läuft, und erreicht rund 200.000 aktive Spieler pro Tag. Bemerkenswert daran: Rockstar hatte diese Plattformen zuvor jahrelang untersagt, bevor der Mutterkonzern die dahinterstehenden Teams kaufte.

Seit Januar 2026 gibt es mit dem Cfx Marketplace einen offiziell sanktionierten Verkaufsort, an dem Ersteller Skins, Skripte und Modifikationen gegen echtes Geld anbieten. Damit existiert das Grundprinzip, über das Rubino spricht, bereits.

Hinzu kommen Stellenausschreibungen, in denen Rockstar ausdrücklich Bewerber mit tiefem Verständnis für Creator-Plattformen wie Roblox, Fortnite, YouTube, Twitch und TikTok sucht, dazu Vertrautheit mit GTA-Rollenspielservern. Wer solche Profile einstellt, plant keine Nebensache.

Der Haken für Konsolenspieler

Ein praktischer Punkt wird in der Diskussion oft übersehen. FiveM und RedM waren immer PC-exklusiv. GTA 6 erscheint am 19. November zunächst ausschließlich für Konsolen, eine PC-Fassung wird frühestens Ende 2027 erwartet.

Sollte die Creator-Plattform an dieser Struktur hängen, würde ein entsprechendes System also erst mit dem PC-Start voll funktionieren. Bis dahin bliebe Konsolenspielern derselbe Nachteil, den sie schon in GTA 5 haben: Die großen Rollenspielserver liefen dort nie auf ihren Geräten.

Was daran Vorsicht verdient

Rubinos Einschätzung ist plausibel, aber sie steht neben anderen Behauptungen zu diesem Thema, die deutlich weniger belastbar sind. Im Frühjahr kursierte etwa die Aussage eines Content-Erstellers, GTA 6 werde einzelne Spieler zu Millionären machen. Dafür gibt es keinerlei Grundlage außer persönlichen Kontakten zu Rockstar-Mitarbeitern.

Ebenfalls im Umlauf sind Ankündigungen einzelner Streamer, eigene Rollenspielserver mit echter Auszahlung aufzubauen. Solche Vorhaben stoßen absehbar auf Rockstars Nutzungsbedingungen und Monetarisierungsregeln, zumal Take-Two über die FiveM-Übernahme direkte Kontrolle über die größte Rollenspielplattform besitzt.

Rockstar selbst hat sich zu GTA 6 Online bislang nicht geäußert. Was der Modus enthält, wann er startet und ob es Erstellerwerkzeuge geben wird, ist offiziell unbekannt.

Warum die Frage über GTA hinausreicht

Sollte Rockstar tatsächlich eine Beteiligung an den Einnahmen einführen, wäre das ein Bruch mit dem bisherigen Verhältnis zwischen Studio und Modding-Szene. Über Jahre galt die Regel, dass Modifikationen geduldet, aber nicht vergütet wurden, und in Rockstars Fall zeitweise nicht einmal das.

Der Weg von der Untersagung über die Übernahme bis zum eigenen Verkaufsort deutet in eine andere Richtung. Ob daraus ein System nach dem Vorbild von Roblox oder Fortnite wird, in dem Ersteller anteilig am Umsatz beteiligt werden, ist offen. Die Stellenausschreibungen legen nahe, dass Rockstar zumindest darüber nachdenkt.

Für die Rollenspielszene, die einen erheblichen Teil der Zuschauerzahlen auf Twitch und YouTube trägt, wäre das die folgenreichste Änderung seit Bestehen von GTA Online.

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Jonas Teichmann

Über den Autor

Jonas Teichmann

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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