Sony und Santa Monica Studio haben zum Abschluss der State of Play am 2. Juni 2026 das nächste Kapitel der God-of-War-Reihe vorgestellt, und es kommt anders als erwartet. God of War: Laufey rückt nicht Kratos oder Atreus in den Mittelpunkt, sondern Faye, Kratos‘ verstorbene Frau und Atreus‘ Mutter. Statt eines knappen Render-Teasers zeigte Sony gleich rund 20 Minuten zusammenhängendes Gameplay aus dem Auftakt des kommenden PlayStation-5-Titels.
Kein Spin-off, sondern ein vollwertiger Hauptableger
Eine Klarstellung gleich vorweg, weil sie für die Einordnung entscheidend ist. Bei God of War: Laufey handelt es sich nicht um einen kleinen Ableger, sondern um einen vollwertigen PS5-Haupttitel der Reihe. Santa Monica Studio inszeniert das Projekt mit demselben Anspruch wie die jüngsten Kratos-Abenteuer, lediglich der spielbare Charakter wechselt. Damit ist Laufey der erste Serienteil überhaupt, in dem Faye die Hauptrolle übernimmt.
Der Titel verweist dabei auf ihren eigentlichen Namen. Aufgrund ihrer Herkunft als Frostriesin trägt Faye den wahren Namen Laufey, ein Detail, das Kenner der nordischen Mythologie und der Serien-Lore sofort einordnen werden. Deborah Ann Woll, bekannt aus Daredevil, kehrt nach God of War Ragnarök in ihre Rolle zurück und verleiht der Figur erneut Stimme und Gestalt.
Die Handlung beginnt nach Fayes Tod
Bemerkenswert ist der erzählerische Ansatz, denn Laufey ist kein Prequel, sondern eine Art paralleler Nachfolger zu God of War aus dem Jahr 2018. Die Geschichte setzt unmittelbar nach Fayes Einäscherung ein, mit der das Abenteuer von 2018 seinerzeit eröffnet wurde. Statt im Nichts zu enden, erwacht Faye in einem geheimnisvollen Reich namens Everywhen, dem Jenseits der Götter.
Dort erfährt sie, dass die Pläne, die sie zum Schutz von Kratos und Atreus geschmiedet hatte, akut in Gefahr sind. Um die geliebte Familie zu retten, muss sie sich durch eine feindselige Welt kämpfen, in der Götter aus den unterschiedlichsten Mythologien um Macht und Einfluss ringen. Das Everywhen wird als transzendentaler Ort beschrieben, an dem nicht nur nordische Gottheiten aufeinandertreffen, sondern Wesen aus verschiedensten Kulturkreisen.
Ein flinkerer Kampfstil und ungewöhnliche Begleiter
Das gezeigte Gameplay folgt exakt dem Moment, in dem Faye das Everywhen betritt, ihre erste Rüstung und Waffe findet und die Grundlagen des Kampfsystems erlernt. Der Stil unterscheidet sich spürbar von Kratos‘ wuchtiger Brachialgewalt. Faye agiert schnell, präzise und ausgesprochen luftig, kombiniert flinke Nahkampfschläge mit magischen Distanzangriffen und wirbelt Gegner mit Tritten, Schlägen und Sprüngen durch die Luft. Santa Monica Studio beschreibt diese Mischung als Verschmelzung von Elementen aus der griechischen und der nordischen Ära.
Eine Besonderheit ist Fayes goldene Hand, mit der sie Gegnern die Seele aus dem Körper schlagen kann, um diese anschließend separat anzugreifen oder in andere Feinde zu schleudern. Begleitet wird sie von zwei neuen Figuren, die kurz nach ihrem Erwachen zu ihr stoßen. Phranque, ein neugieriger kosmischer Würfel, wird von Jack Quaid aus The Boys gesprochen und avancierte prompt zum heimlichen Star der Präsentation. Rue wiederum, gesprochen von Perlina Lau, ist eine verzauberte Bänder-Wächterin, die ein gefährlich mächtiges Schwert vor den falschen Händen bewahren soll.
Das legendäre Schwert und offene Fragen
Genau dieses Schwert wird zu Fayes zentraler Waffe. Als frühere Besitzerin der Leviathan-Axt ist sie im Umgang mit legendären Waffen geübt, und nachdem sie das Vertrauen der Wächterin Rue gewonnen hat, darf sie die Klinge im Kampf um ihre Befreiung führen. Die Waffe erlaubt es ihr, Angriffe nahtlos aneinanderzureihen und Gegner in die Luft zu schleudern, was den schnellen, kombolastigen Rhythmus ihres Kampfstils unterstreicht.
Mehrere Zwischensequenzen deuten zudem weitere Charaktere und Antagonisten an, deren genaue Identität Santa Monica Studio noch nicht preisgibt. Auch Cameo-Auftritte von Kratos scheinen vorgesehen, was die enge Verzahnung mit der bekannten Erzählung andeutet.
Ein vielversprechender Perspektivwechsel ohne Release-Termin
Mit Laufey wagt Santa Monica Studio einen mutigen Perspektivwechsel und stellt erstmals jene Figur in den Mittelpunkt, deren Handeln die Ereignisse beider Vorgängerspiele überhaupt erst in Gang setzte. Faye war stets eine der einflussreichsten Gestalten der modernen God-of-War-Saga, blieb aber bislang im Hintergrund. Dieser Titel verspricht, ihre Vergangenheit und ihre menschliche Seite zu beleuchten.
Einen Wermutstropfen gibt es: Ein konkretes Erscheinungsdatum nannte Sony noch nicht, der Titel lässt sich aber bereits auf die Wunschliste setzen. Nach einem Auftritt, der mit 20 Minuten Gameplay weit über die übliche Ankündigung hinausging, dürfte die Vorfreude in der Fangemeinde dennoch beträchtlich sein. Sollte das fertige Spiel halten, was der Auftakt andeutet, könnte ausgerechnet die lange verstorbene Faye der Reihe frischen Wind verleihen.
