Seit dem Wochenende kursiert auf X ein angebliches Zitat von Zachary „zekken“ Patrone, in dem der VALORANT-Profi seine Mitspieler und seinen Trainer bei MIBR scharf angeht und um eine Freigabe bittet. Der Beitrag ist erfunden. Er stammt von einem als Parodie gekennzeichneten Konto, und weder zekken noch MIBR haben sich in dieser Form geäußert. Wir geben den Wortlaut hier bewusst nicht wieder – die Beleidigungen richten sich gegen namentlich genannte Personen und sind frei erfunden.
Warum die Fälschung so gut verfing
Dass viele darauf hereinfielen, hat zwei Gründe. Zum einen bedienen sich solche Konten der optischen Aufmachung echter Nachrichtenquellen. Zum anderen trifft der erfundene Inhalt eine Debatte, die tatsächlich läuft: In den Foren wird seit Wochen darüber spekuliert, ob zekken MIBR nach nur einer Saison wieder verlässt.
Gegen die Echtheit spricht schon der Ton. zekken gilt als ausgesprochen zurückhaltender, teamorientierter Spieler und ist in der gesamten Berichterstattung noch nie mit öffentlicher Kritik an Mitspielern aufgefallen. Wer den Beitrag ohne Prüfung weiterverbreitet hat, hat vier Menschen ungeprüft Aussagen untergeschoben, die es nie gab.
Woher die Spekulation kommt
Der Nährboden ist real. MIBR hatte zur Saison 2026 einen Kader zusammengestellt, der auf dem Papier zu den stärksten der Region gehörte: aspas und Verno blieben, dazu kamen zekken von Sentinels sowie Mazino und tex, womit der Kern der Leviatán-Aufstellung von 2024 wieder zusammenfand. Trainer blieb Daniel „fRoD“ Montaner, unterstützt von Vincent „Happy“ Schopenhauer.
Der Ertrag blieb hinter dem Anspruch zurück. Beim Kickoff wurde MIBR Vierter, in den Playoffs der Stage 1 landete das Team auf den Plätzen fünf bis sechs, beim Esports World Cup auf den Plätzen fünf bis acht, und in der Stage 2 reichte es sowohl in der Gruppenphase als auch in den Playoffs erneut nur für die Plätze fünf bis sechs. Die Bilanz über die Saison steht bei 15 Siegen und 13 Niederlagen.
Damit ist auch der Weg zu den Champions in Shanghai faktisch versperrt. Aus der Region Amerika stehen NRG und G2 bereits fest, die verbleibenden Startplätze entscheiden sich bis zum 6. September über die Playoffs und die Punktewertung – in beiden Kategorien liegt MIBR nicht in Reichweite.
Was für einen Wechsel spricht
Drei Argumente führen die Befürworter der These an. Erstens die Rollenfrage: zekken und aspas sind beide Duelisten von Weltklasseformat, was zwangsläufig bedeutet, dass einer von beiden zurückstecken muss. zekken hat für MIBR eine flexiblere Rolle übernommen, die auch Rauchgranaten umfasst. Solche Zugeständnisse tragen leichter, wenn am Ende internationale Titel stehen.
Zweitens der Marktwert. zekken hat mit Sentinels 2024 die Masters in Madrid gewonnen und gehört zu den wenigen Spielern der Region, die aspas‘ Feuerkraft standhalten. Interesse anderer Organisationen wäre keine Überraschung.
Drittens die schlichte Enttäuschung über eine Saison, in der ein als Übermannschaft angetretenes Team fünfmal in Folge knapp an der Spitzengruppe vorbeigeschrammt ist.
Was dagegen spricht
Ebenso viel spricht für einen Verbleib. zekken steht bei MIBR unter einem mehrjährigen Vertrag; ohne eine erhebliche Ablöse liegt die Entscheidung bei der Organisation, nicht beim Spieler. Er hat Sentinels nach drei Jahren ausdrücklich verlassen, um mit aspas zusammenzuspielen – ein Projekt, das man selten nach zwölf Monaten aufgibt.
Und schließlich fehlt jedes Anzeichen für einen Zerwürfnis. In Interviews und Auftritten der jüngeren Vergangenheit hat sich zekken durchweg positiv über die Entwicklung des Teams geäußert.
Der Stand
Belegt ist derzeit: gar nichts. Es gibt keine Mitteilung von MIBR, keine Äußerung des Spielers und keinen Bericht einer benannten Quelle. Was existiert, sind Forenbeiträge, eine Saison unterhalb der Erwartungen und ein gefälschter Tweet, der beides zusammengeführt hat. Das Wechselfenster nach den Champions dürfte Klarheit bringen – bis dahin bleibt es Spekulation.

