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GamerLegion scheitert beim Budapest Major – und neue Gerüchte über 100 Thieves sorgen für Unruhe

fragster Jonas November 27, 2025

Für GamerLegion endet das StarLadder Budapest Major bereits in Phase 1 – und zwar ernüchternd. Mit einer 1-3-Bilanz verabschiedet sich das Team früh aus dem Turnier. Die einzigen Lichtblicke waren wenige starke Einzelmomente und ein Sieg gegen Rare Atom. Niederlagen gegen Fluxo, Red Canids und PARIVISION offenbarten jedoch tiefere strukturelle Probleme, die sich bereits über Wochen angekündigt hatten.

Gleichzeitig tauchen erneut Gerüchte auf, wonach 100 Thieves Interesse an einem Einstieg zurück in die CS2-Szene zeigt – und dabei angeblich auch GamerLegion als mögliches Projekt im Blick hatte. Doch mit den jüngsten Ergebnissen rutscht die Mannschaft im globalen Ranking weiter ab und verliert an Attraktivität für große Organisationen.

Budapest: Ein Turnier, das viele Schwächen offenlegte

GamerLegion reiste ohne großen Erwartungen an, doch der Auftritt fiel sogar noch schwächer aus als befürchtet. Besonders die ersten beiden Matches machten deutlich, wo die gravierenden Defizite liegen: auf der T-Seite, die den Rhythmus des Teams über das gesamte Turnier hinweg hemmte.

Eine Übersicht der wichtigsten Statistiken:

KategorieLeistungBewertung
T-Runden in den ersten beiden Spielen4unzureichend
Beste Spielerbewertung (PR)1.16solide
Tauson0.92deutlicher Einbruch
REZ0.98unter Durchschnitt
hypex (AWP)formschwach

Besonders bitter war die Niederlage gegen PARIVISION: Nach einem überzeugenden 9:3-Halbzeitstand auf der CT-Seite von Overpass brach das Team auf T-Seite komplett ein – ein Muster, das sich durch das gesamte Event zog. Die Probleme waren weniger individuell als vielmehr taktisch: fehlende Lösungen gegen Mid-Round-Anpassungen und kaum kreative Strukturen im Angriff.

Auch die Teamdynamik gerät in die Kritik. IGL Erik „ztr“ Gustafsson fand selten Antworten auf die Anpassungen der Gegner. Gleichzeitig bleibt die AWP-Rolle eine Dauerbaustelle. Unter Coach Ashley „ash“ Battye scheiterten bereits mehrere AWPer – von sl3nd über Kursy bis hin zu hypex – an denselben strukturellen Problemen. Selbst ehemalige Spieler machten sich in sozialen Medien darüber lustig.

Das Ergebnis: ein Team ohne klare Identität, das weder Stars freispielen noch strategische Defizite ausgleichen konnte.

Was bedeutet das für die Zukunft – und wo stehen 100 Thieves?

In den letzten Wochen machten immer wieder Meldungen die Runde, dass 100 Thieves für 2026 ein CS2-Comeback plant. GamerLegion galt dabei als Name auf der Shortlist, doch der sportliche Absturz könnte diese Pläne zunichtemachen. Die Organisation liegt mittlerweile außerhalb der Bereiche, die für direkte Einladungen zu großen Turnieren infrage kommen.

Für 100 Thieves wären andere Optionen vermutlich sinnvoller.

HEROIC? Unwahrscheinlich

Zwar liegt das HEROIC-Kernteam sechs Plätze vor GamerLegion im Ranking, doch mehrere Spieler stehen im Umbau, andere sind nur ausgeliehen – eine Instabilität, die das Projekt für 100 Thieves wenig attraktiv macht.

Realistischere Variante: Ein NA-Schwerpunkt

Deutlich plausibler wirkt ein Blick auf M80, ein Team, das sich in den letzten Monaten positiv entwickelt hat. Mit Playoffs-Auftritten bei Events wie den BLAST Open London hat sich der Mix aus nordamerikanischen und deutschen Spielern als stabiles Line-up etabliert.

Mögliche Kandidaten für ein neues 100T-Line-up:

Potenzielles ZielRolleBemerkung
Fritz „slaxz-“ DietrichAWPerBesetzt die Schlüsselrolle, die 100T dringend benötigt
Mason „Lake“ SandersonRifleKönnte als zentrale Figur neben rain aufgebaut werden
Diverse NA-SpielerCoreStärken die regionale Basis des Projekts

Für 100 Thieves könnte ein nordamerikanisches Fundament kombiniert mit europäischer Erfahrung der ideale Weg sein, um 2026 direkt konkurrenzfähig zu sein. Ein Pakettransfer von M80-Spielern würde zudem die Chancen erhöhen, frühzeitig große Events wie die IEM Cologne Major 2026 zu erreichen.

GamerLegion selbst steht nun vor richtungsweisenden Entscheidungen: Personal, Coaching, Rollenverteilung – kaum ein Bereich scheint aktuell stabil. Das Budapest Major könnte sich als Wendepunkt erweisen, an dem klar wurde, dass der Kader in seiner aktuellen Form nicht konkurrenzfähig bleibt.