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G2 zieht mit 2:1 gegen BIG in die EWC-Playoffs ein – und lässt auf Inferno keinen Zweifel

Jonas Teichmann
Jonas Teichmann Chefredakteur & Esports-Experte

Die Serie endete 2:1, doch das Kartenverhältnis verschleiert, wie einseitig zwei der drei Maps verliefen. G2 zerlegte BIG auf Cache mit 13:5 und auf Inferno mit 13:1, dazwischen holten sich die Deutschen in der Verlängerung auf Ancient einen Achtungserfolg. Für G2 geht es damit direkt in die Playoffs des Esports World Cup 2026, BIG rutscht in den Lower Bracket.

G2 Esports hat sich am 13. August im oberen Halbfinale der Gruppe A mit 2:1 gegen BIG durchgesetzt und damit vorzeitig den Playoff-Platz beim Esports World Cup 2026 gesichert. Die Weltranglisten-Zehnten aus Europa trafen dabei auf ein deutsches Team, das als Nummer 18 und mit einer Serie von sechs Siegen im Rücken angereist war.

MapPickErgebnis
CacheBIG5:13 aus BIG-Sicht
AncientG216:13 für BIG (OT)
InfernoDecider1:13 aus BIG-Sicht

Der Veto verlief so: BIG strich Mirage, G2 nahm Nuke raus, BIG wählte Cache, G2 setzte Ancient, danach fielen Dust2 und Anubis. Übrig blieb Inferno als Entscheider – ausgerechnet die Karte, auf der G2 die Deutschen beim IEM Cologne Major bereits deklassiert hatte.

Cache: BIG verliert die eigene Wahl

BIG ging mit einer makellosen Bilanz von 3:0 auf Cache in die Karte – und fand trotzdem keine Antwort auf die G2-Verteidigung, die das langsame Aufbauspiel der Deutschen konsequent zerlegte. Artem „r1nkle“ Moroz konnte immer wieder vor Rauchgranaten auftauchen, einen Kill mitnehmen und sich zurückziehen, bevor er selbst fiel. Guy „NertZ“ Iluz dominierte die Mitte, und zwar sowohl auf CT- als auch nach dem Seitenwechsel auf T-Seite.

Nach dem Wechsel machte G2 kurzen Prozess. Am Ende stand ein 13:5, das dem Spielverlauf entsprach.

Ancient: BIG dreht die eigene Niederlage in eine Verlängerung

Die zweite Karte war G2s eigene Wahl – und begann trotzdem deutlich besser für BIG. Jon „JDC“ de Castro eröffnete auf seiner Lieblingskarte mit einem Quad-Kill, und während bei G2 lange nur NertZ Wirkung erzielte, rutschte das Team auf 5:10 zurück.

Dann kam jene CT-Seite zurück, die schon auf Cache funktioniert hatte. G2 arbeitete sich Runde für Runde heran. Selbst ein Ace im 1-gegen-3 von Benjamin „blameF“ Bremer änderte zunächst nichts daran, dass BIG mit 11:12 hinten lag – im allerletzten Moment erzwangen die Deutschen dann doch die Verlängerung.

NertZ stand am Ende der regulären Spielzeit bei 127 ADR, was in den Zusatzrunden aber nicht mehr reichte. BIG übernahm die Verlängerung souverän und schickte die Serie mit 16:13 in den Entscheider.

Inferno: 13:1 und die Sache war erledigt

Für BIG hätte es kaum schlechter laufen können. Inferno gehört zu den stärksten Karten von G2, und die Erinnerung an das Aufeinandertreffen beim Major in Köln war noch frisch. G2 löste die Favoritenrolle entsprechend ein und ließ BIG genau eine Runde. Das 13:1 war der deutlichste Kartensieg der Serie und beendete jede Diskussion über den Ausgang.

NertZ trägt G2, r1nkle bleibt ein Projekt

Statistisch war NertZ der klare Unterschied: 57 Kills bei 36 Toden, 94,6 ADR und ein Rating von 1,42 über drei Karten. Dahinter lieferten Nemanja „huNter-“ Kovač und Nikita „HeavyGod“ Martynenko mit jeweils 1,27 ebenfalls ordentlich ab.

Interessanter ist der Blick auf r1nkle. Der ukrainische AWPer kam Ende Juni von Ninjas in Pyjamas zu G2, wo er den auf die Bank gesetzten Álvaro „SunPayus“ García ersetzte – ein Transfer, der in der Szene damals durchaus kontrovers aufgenommen wurde. Gegen BIG kam er auf ein Rating von 0,96 bei 61,9 ADR, was für einen Hauptsniper überschaubar ist. Sein KAST-Wert von 85,2 Prozent liegt allerdings am höchsten im gesamten Team, er trägt also mehr zum Rundengeschehen bei, als die reinen Fragzahlen vermuten lassen. Der große Wurf war das noch nicht, ein Bremsklotz aber auch nicht.

Auf BIG-Seite hielten Johannes „tabseN“ Wodarz mit 1,13 und blameF mit 1,06 als Einzige das Niveau. Josef „faveN“ Baumann, JDC und Gleb „gr1ks“ Gazin blieben mit 0,86, 0,80 und 0,67 deutlich darunter – bei einer Serie gegen ein Top-10-Team ist das zu wenig.

Playoffs für G2, Spirit für BIG

Für G2 bedeutet die frühe Qualifikation ein paar Tage Pause vor den Playoffs, was in einem dicht getakteten Turnierkalender kein kleiner Vorteil ist. Ob aus der aktuellen Form am Ende ein Titel wird, muss sich zeigen – überzeugend war der Auftritt gegen BIG jedenfalls.

BIG fällt in den Lower Bracket und muss die nächste Serie gewinnen, um im Turnier zu bleiben. Als Gegner wartet Spirit, aktuell die Nummer zwei der Welt. Ein leichtes Programm sieht anders aus.

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Jonas Teichmann

Über den Autor

Jonas Teichmann

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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