G2 Esports hat in Madrid seine Dominanz erneut unter Beweis gestellt: Mit einem klaren 3:0-Finalsieg über Movistar KOI sicherte sich das Team den LEC-Sommertitel 2025. Vor heimischem Publikum in Spanien krönte sich G2 zum europäischen Topteam der Stunde – und für Steven „Hans Sama“ Liv war es bereits der achte Titel seiner Karriere.
Doch der erfahrene Bot-Laner nutzte den Moment nicht nur zum Feiern, sondern auch, um über seine persönliche Entwicklung, seine mentale Stärke und seine Erwartungen für die Zukunft zu sprechen.
Ein Befreiungsschlag nach schwierigen Endspielen
Hans Sama wirkte erleichtert: Nach zwei verlorenen Endspielen fühlte sich dieser Triumph wie eine lang ersehnte Bestätigung an. Besonders freute er sich für Labrov und Skew, die ihren ersten großen Titel feiern konnten.
Er betonte, wie anspruchsvoll die Entwicklung des Teams war. Anders als in früheren Line-ups, die oft in einem starren Spielstil verharrten, sei dieses G2 in der Lage gewesen, sich spürbar weiterzuentwickeln:
- Erfahrung: Eigene Titelhistorie tritt hinter dem Teamerfolg zurück.
- Teamgeist: Neue Spieler wurden schnell integriert und gestärkt.
- Flexibilität: Mehr Strategien, mehr Optionen, mehr Selbstvertrauen.
Dieses kollektive Vertrauen sei im Finale der entscheidende Unterschied gewesen.
Persönliche Weiterentwicklung: Vom Laner zum Teamfighter
Für Hans Sama bedeutet der Titel mehr als nur einen weiteren Pokal. In einem Umfeld, in dem ständig jüngere Bot-Laner nachrücken, spürt er den Druck, sich jedes Jahr neu beweisen zu müssen.
Ein Schwerpunkt lag in dieser Saison auf Champions, die ihm in der Vergangenheit Schwierigkeiten bereitet hatten: Ezreal, Zeri und Xayah. Durch hartes Training und das „Fearless Draft“-Format konnte er seine Leistungen deutlich steigern:
| Champion | Früheres Problem | Heutige Stärke |
|---|---|---|
| Ezreal | Unsicheres Positioning | Kontrolliertes Mid-Game |
| Zeri | Inkonstanz | Verlässliche Durchschlagskraft |
| Xayah | Wenig Präsenz in Teamfights | Stärker in langen Kämpfen |
Früher galt seine Lane-Phase als stärkste Waffe, heute überzeugt er durch Teamfight-Präsenz und Flexibilität.
Lane-Phase im Wandel – aber nicht bedeutungslos
Auch wenn das Meta den Fokus stärker auf Teamkämpfe verschoben hat, bleibt die Botlane-Phase ein Kernelement. Hans Sama und Labrov setzen weiterhin auf konsequentes 2v2-Spiel, um Gegner unter Druck zu setzen.
Dabei hebt er Unterschiede zwischen den Regionen hervor:
| Region | Typische Strategien | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Europa | Kontrollierte Lanes | Stabilität, Mid-Game-Fokus |
| International | Aggressive Early-Game-Duos (z. B. Ezreal/Karma) | Früher Druck, Snowball |
Um international konkurrenzfähig zu bleiben, müsse man flexibel bleiben und unterschiedliche Spielphilosophien beherrschen.
Umgang mit Kritik – mentale Stärke als Schlüssel
Hans Sama sprach offen über den ständigen Druck im Profisport. Kritik sei unausweichlich, aber er habe gelernt, sie als Werkzeug für Fortschritt zu nutzen:
- Rückschläge akzeptieren: Niederlagen sind Lernprozesse.
- Zweifel produktiv nutzen: Analyse statt Ausreden.
- Frustration umwandeln: Energie für härteres Training.
- Langfristig denken: Entwicklung über Jahre, nicht Spiele.
Öffentliche Kritik oder schwache Leistungen betrachtet er als Impuls zur Anpassung. So zwang er sich etwa, Champions mit hoher Mobilität zu meistern – und erweiterte dadurch sein Repertoire für entscheidende Matches.
„An einem Tag wirst du gefeiert, am nächsten kritisiert. Wichtig ist, beides nicht zu überbewerten, sondern den Fokus auf den eigenen Entwicklungsweg zu behalten.“
Draven – ein Klassiker vor dem Comeback?
Zum Schluss sprach Hans Sama über einen Champion, der ihn seit Jahren begleitet: Draven. Bereits 2014 baute er sich mit ihm einen Ruf auf – und auch 2023 wurde er bei den Worlds mehrfach gebannt. Besonders legendär: sein dominantes MSI-Duell 2024 gegen JackeyLove mit Kalista/Draven.
Mit den kommenden Buffs für Draven könnte er bei den Worlds 2025 wieder eine Rolle spielen:
- Patch-Anpassungen: erhöhen die Chance auf Priorität.
- Scrim-Ergebnisse: entscheiden über den tatsächlichen Einsatz.
- Historische Stärke: macht ihn zu einem gefürchteten Signature-Pick.
Hans Sama selbst ist bereit: Sollte Draven wettbewerbsfähig sein, wird er ihn auch auf der größten Bühne wieder auspacken.
Fazit
Der LEC-Sommertitel 2025 ist für Hans Sama weit mehr als ein weiterer Erfolg. Er symbolisiert seine Fähigkeit, sich anzupassen, Kritik in Motivation umzuwandeln und sich Jahr für Jahr neu zu beweisen. In einer Szene, die sich rasant verändert, bleibt er ein Veteran, der nicht nur von Erfahrung lebt, sondern durch harte Arbeit immer wieder aufs Neue relevant bleibt.
Quelle: https://www.hotspawn.com/league-of-legends/news/g2-hans-sama-lec-summer-interview


