G2 Esports hat die Zusammenarbeit mit Dylan Falco offiziell beendet. Die Organisation verabschiedete den kanadischen Trainer am 31. August über X. Damit endet eine Amtszeit, die im Dezember 2021 begann und die G2 elf LEC-Titel einbrachte – mehr, als je ein anderer Trainer in der Liga gewonnen hat.
Der Bruch kam bereits im Juli
Überraschend kommt die Meldung nicht. Am 10. Juli hatte G2 Falco von der aktiven Aufstellung genommen, nur wenige Stunden nach einer 0:3-Niederlage gegen LYON beim Mid-Season Invitational. Bemerkenswert war der Zeitpunkt auch deshalb, weil G2 einen Tag zuvor Titelverteidiger T1 mit 3:0 aus dem Turnier geworfen hatte – für ein westliches Team eines der stärksten Resultate der jüngeren Vergangenheit.
Vertraglich gebunden blieb Falco zunächst weiter. Sein Vertrag war Anfang des Jahres bis Ende 2027 verlängert worden, und G2 kündigte damals an, ein Abschiedsvideo folge, sobald er die Organisation tatsächlich verlasse. Genau dieser Schritt ist nun vollzogen.
Elf Titel in knapp fünf Jahren
Falco kam am 2. Dezember 2021 zu G2 und übernahm die Mannschaft zur Saison 2022. In den folgenden Jahren gewann das Team elf nationale Titel, zuletzt das Spring Split 2026 – für G2 die insgesamt neunzehnte LEC-Trophäe.
International fiel die Bilanz durchwachsener aus, blieb aber konstant auf hohem Niveau. Dreimal erreichte G2 unter Falco die Runde der besten vier beim Mid-Season Invitational, zuletzt in diesem Jahr mit einem vierten Platz. Beim First Stand 2026 zog das Team nach einem Sieg über Gen.G ins Endspiel ein und wurde Zweiter. Das beste Ergebnis bei einer Weltmeisterschaft bleibt das Viertelfinale von 2025.
Was fehlt, ist der internationale Titel. Genau daran hat sich die Debatte um Falco über Jahre entzündet: eine Mannschaft, die Europa beherrscht, aber bei den entscheidenden Turnieren regelmäßig an derselben Hürde scheitert.
Wie G2 die Entscheidung begründet
General Manager Romain Bigeard hat die Trennung im Juli offensiv verteidigt und in eine Reihe früherer Personalentscheidungen gestellt. Er verwies auf die Fälle Jankos, Yike und Mikyx – jeweils Namen, von denen sich G2 trennte, weil die Organisation eine höhere Leistungsgrenze für erreichbar hielt.
Nach Bigeards Darstellung war der Handlungsbedarf auf der Trainerseite bereits nach dem Winter erkannt worden. Perkz sei genau deshalb geholt worden: um das bestehende System aufzubrechen.
Perkz übernimmt ohne Vorerfahrung
Luka „Perkz“ Perković war im Frühjahr als Positionstrainer zu G2 zurückgekehrt und hatte in dieser Rolle am Gewinn des Spring Splits mitgewirkt. Seit dem Esports World Cup führt er die Mannschaft als Cheftrainer – seine erste Station in dieser Funktion.
Als Spieler prägte der Kroate die Organisation zwischen 2015 und 2020, gewann acht LEC-Titel und 2019 das Mid-Season Invitational. Dieser Erfolg ist bis heute der einzige internationale Titel, den eine europäische Mannschaft im League-of-Legends-Esport geholt hat. Seine aktive Laufbahn beendete Perkz 2025.
Wie es für G2 weitergeht
Sportlich läuft es unter der neuen Führung zunächst ordentlich. G2 startete mit einem 2:1 gegen Movistar KOI in das Summer Split 2026 und setzte sich an die Tabellenspitze. Die Playoffs der LEC beginnen am 5. September; auf dem Spiel stehen die europäischen Startplätze für die Weltmeisterschaft, die vom 15. Oktober bis zum 14. November in den USA ausgetragen wird.
Wohin Falco geht, ist offen. Bei einem Trainer mit dieser Bilanz dürfte die Frage allerdings weniger lauten, ob er ein neues Team findet, sondern welches.

