League of Legends steht vor einer seiner größten Gameplay-Neuerungen seit Jahren: In einem kommenden Patch will Riot Games eine WASD-Steuerung einführen, die klassischen PC-Gamern den Einstieg ins MOBA-Genre erleichtern und das Spielgefühl modernisieren soll.
Während die Funktion noch nicht auf dem PBE verfügbar ist, konnten erste Profis und Streamer sie bereits während des MSI 2025 in Kanada testen – darunter auch der ehemalige Pro und beliebte Co-Streamer Marc „Caedrel“ Lamont.
AD Carries profitieren besonders
In einem Livestream erklärte Caedrel, dass sich AD-Carrys mit WASD extrem stark anfühlen:
„Man kann unglaublich leicht kiten. Mit WASD hat man schon auf Master- oder Grandmaster-Niveau das perfekte Spacing“, sagte er.
Er demonstrierte zudem, wie sich die Steuerung anpassen lässt: Seine Q-Fähigkeit legte er auf die linke Maustaste, während er mit den Bewegungstasten A und S den Abstand zu Gegnern regelte – eine Konfiguration, die Skillshots und Kombos erleichtert.
Allerdings wirkte es für ihn so, als gäbe es eine Art Aim-Assist-Effekt. Besonders bei Champions wie Ezreal fiel ihm auf, dass Kombos wie „EQ“ – Dash plus Skillshot – fast automatisch trafen und dadurch „etwas geskriptet“ wirkten.
Riot Games bleibt vorsichtig
In einem offiziellen Blogpost kündigte Riot an, die neue Steuerung genau zu überwachen, um sicherzustellen, dass kein spürbarer Vorteil gegenüber der klassischen Point-and-Click-Methode entsteht. Sollte sich ein Ungleichgewicht ergeben, könnte das Feature sogar wieder entfernt werden, bevor es die PBE-Server erreicht.
Nachteile und offene Baustellen
Trotz aller Vorteile bringt WASD auch klare Schwächen mit sich.
- Da sich Spieler nur in acht Richtungen bewegen können, ist das Jungle-Clearing deutlich langsamer – ein Problem, da Sekunden über den frühen Spielvorteil entscheiden können.
- Auch die Map-Kontrolle leidet, da es schwierig ist, mit F-Tasten zwischen Lanes zu wechseln. Viele Spieler müssten ihre Kamera fixieren, was die Übersicht massiv einschränkt.
Kreative Ideen von Caedrel
Caedrel brachte auch ungewöhnliche Vorschläge ein:
- Fußpedale könnten zusätzliche Hotkeys für Beschwörerzauber oder Fähigkeiten freimachen.
- Eine Hybrid-Lösung aus WASD und klassischer Maussteuerung könnte Skill-basierten Champions wie Kalista mehr Präzision geben und zugleich die Probleme beim Jungle-Clear beheben.
Ein Feature mit Potenzial
Die WASD-Steuerung ist für viele LoL-Spieler ein radikaler Umbruch – und spaltet bereits jetzt die Community. Während AD-Carrys und Neulinge vom intuitiveren Handling profitieren könnten, bleiben für Jungle-Spieler und Strategen erhebliche Nachteile.
Caedrel, inzwischen auch Teambesitzer von Los Ratones, die in NLC und EU Masters antreten, hat damit erneut einen wichtigen Denkanstoß gegeben: Ob Riot diesen Mittelweg zwischen Komfort und Wettbewerbsgleichgewicht findet, dürfte die nächsten Monate entscheidend prägen.


