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Faker wird offizieller Esports-World-Cup-Botschafter – an der Seite von Ronaldo und Carlsen

Jonas Teichmann
Jonas Teichmann Chefredakteur & Esports-Experte

Die Esports Foundation holt League-of-Legends-Ikone Lee „Faker“ Sang-hyeok bis 2028 in ihr Ambassador-Programm – gemeinsam mit Cristiano Ronaldo und Magnus Carlsen. Anders als die beiden spielt Faker aber noch aktiv auf höchstem Niveau.

Die Esports Foundation (EF) hat Lee „Faker“ Sang-hyeok offiziell zum Game Ambassador für den Esports World Cup (EWC) und den Esports Nations Cup (ENC) ernannt. Der Vertrag ist auf mehrere Jahre angelegt und läuft bis 2028.

Damit reiht sich Faker – der erfolgreichste Spieler der League-of-Legends-Geschichte – in eine Riege der bekanntesten Namen des Wettkampfsports ein: Fußball-Superstar Cristiano Ronaldo, der den Titel des Global Ambassador trägt, und Schach-Großmeister Magnus Carlsen. Die schiere Bandbreite dieses Aufgebots zeigt, dass die Esports Foundation inzwischen echte Crossover-Strahlkraft besitzt.

Was die Rolle für Faker konkret bedeutet

Fakers Aufgaben sind vierfach: Der League-Star nimmt an hochrangigen Leadership-Foren teil, arbeitet bei globalen Events mit den Führungsteams der Foundation zusammen, wirkt an Medien-Aktivierungen mit und trägt zu spielerzentrierten operativen Initiativen bei. Kurz gesagt: Er wird ein gewichtiges Wort mitreden, wenn es darum geht, wie die Events künftig gestaltet werden.

EF-CEO Ralf Reichert brachte es unmissverständlich auf den Punkt: „Man kann nicht über Esports sprechen, ohne Faker zu erwähnen. Als unser Game Ambassador verkörpert Faker etwas Grundlegendes für das Ambassador-Programm: Esports bringt seine eigenen globalen Sport-Ikonen hervor. Über EWC, ENC und NGSC hinweg wird er dafür sorgen, dass die Spieler, die diesen Sport aufgebaut haben, eine Stimme dabei haben, wohin er sich als Nächstes entwickelt.“

Faker – der es 2026 auf die TIME-100-Sports-Liste der einflussreichsten Sportpersönlichkeiten schaffte – schlug in dieselbe Kerbe. Die Rolle erlaube es ihm, „weiterhin mit T1 um die größten Titel zu kämpfen und gleichzeitig die Spieler und Fans zu vertreten, die dazu beigetragen haben, dass Esports weltweit gewachsen ist.“ Sein Ziel sei es unter anderem, „die nächste Generation zu inspirieren, nach Exzellenz zu streben, widerstandsfähig zu bleiben und daran zu glauben, wie weit competitive Gaming sie tragen kann.“

Die Karriere, die diesen Platz verdient hat

Fakers Vita macht die Ernennung schwer zu bestreiten. Sein Trophäenschrank umfasst:

ErfolgAnzahl
League-of-Legends-Weltmeistertitel6
EWC-2024-Titel (Premierenausgabe)1
Mid-Season-Invitational-Titel2
LCK-Meisterschaften (mit T1)10

2026 brachte Faker zudem eine Auszeichnung, die bislang kein Esports-Athlet erhalten hat: den Blue Dragon Medal, die höchste Sportehrung der Republik Korea, überreicht vom südkoreanischen Präsidenten Lee Jae-myung. Faker ist der erste Esports-Wettkämpfer, dem diese Ehre zuteilwird.

Schon jetzt auf Werbetafeln in Paris

Fakers Engagement rund um den EWC 2026 begann streng genommen etwas früher: Sein Konterfei war bereits Teil der Werbekampagnen in ganz Paris, wo er neben Ronaldo und dem französischen Counter-Strike-2-Star Mathieu „ZywOo“ Herbaut in der Marketing-Offensive des Turniers auftauchte.

Die Kombination aus Faker und Ronaldo ist dabei weniger seltsam, als sie zunächst wirken mag. Tatsächlich ähneln sich ihre Karrieren bemerkenswert. Wie Ronaldo, dessen Langlebigkeit im Fußball ihresgleichen sucht und über zwei Jahrzehnte reicht, wurde auch Fakers Status in League of Legends durch anhaltende Exzellenz geprägt – nicht durch einen einzelnen Moment. So sehr, dass TIME ihn inzwischen in einer Reihe mit modernen Sportgrößen wie Lionel Messi, Jannik Sinner und Carlos Alcaraz sieht.

Und wer noch immer zweifelt, ob Faker ein echter Superstar ist, sollte sich die weltweiten Feiern zu seinem 30. Geburtstag ansehen – von Times Square bis nach Vietnam.

Einordnung

Während das EF-Ambassador-Programm noch seinen Platz sucht, wirkt Faker wie genau die Verpflichtung, die der ganzen Struktur Glaubwürdigkeit verleiht. Ronaldo und Carlsen mögen global bekannter sein, doch keiner von beiden ist ein aktiver Esports-Wettkämpfer. Jemanden dabei zu haben, der auf höchstem Niveau noch spielt – und entscheidend: noch gewinnt – und der spielerzentrierte Initiativen mitgestaltet, ist ein struktureller Unterschied zum typischen Promi-Botschafter.

Wie es weitergeht

Die Botschafterrolle läuft bis 2028 und deckt mehrere Ausgaben des EWC und des ENC ab. Faker tritt weiterhin mit T1 in der LCK an und erfüllt zugleich seine EF-Verpflichtungen – Fans dürfen ihn also auf zwei Bühnen gleichzeitig erwarten: der kompetitiven und der institutionellen.

Da der EWC 2026 derzeit in Paris läuft, wird der erste Blick darauf, wie Fakers Botschafterrolle in der Praxis aussieht, nicht lange auf sich warten lassen.

Jonas Teichmann

Über den Autor

Jonas Teichmann

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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