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Faker unterstützt Polizei gegen Online-Glücksspiel

Autoren-Bild Jonas Teichmann Juli 25, 2026

League-of-Legends-Legende Faker übernimmt in Südkorea eine neue öffentliche Rolle. Lee „Faker“ Sang-hyeok wurde von der Korean National Police Agency zum Ehrenpolizisten ernannt und soll als Botschafter gegen illegales Online-Glücksspiel unter Jugendlichen auftreten. Für die Esport-Szene ist das ein bemerkenswerter Schritt, weil einer der bekanntesten Spieler der Welt seine Reichweite nun gezielt für Prävention und Aufklärung nutzt.

Faker wird Ehrenpolizist in Südkorea

Die koreanische Polizei ernannte Faker zum Ehrenpolizisten im Rang eines Sergeant. Gleichzeitig wird er als Botschafter für eine Kampagne eingesetzt, die Jugendliche über die Gefahren von Online-Glücksspiel informieren soll.

Faker erklärte in koreanischen Medien, er fühle sich durch die Ernennung geehrt und sehe eine große Verantwortung. Er wolle aktiv an Botschafter-Aktivitäten teilnehmen und besonders Jugendlichen die Risiken von Online-Glücksspiel sowie das Selbstmeldesystem näherbringen.

Für die Polizei ist Fakers Beteiligung naheliegend. Kaum ein Esportler hat in Südkorea eine größere kulturelle Bedeutung. Faker ist nicht nur ein erfolgreicher Profi, sondern eine generationsübergreifend bekannte Figur, die auch außerhalb klassischer Gaming-Kreise wahrgenommen wird.

Kampagne richtet sich besonders an Jugendliche

Im Zentrum steht das Youth Cyber Gambling Voluntary Reporting System. Das Programm soll Jugendlichen ermöglichen, sich frühzeitig selbst zu melden, wenn sie mit Online-Glücksspielproblemen konfrontiert sind. Ziel ist es, betroffene junge Menschen nicht erst dann zu erreichen, wenn die Situation bereits eskaliert ist.

Die Polizei setzt dabei auf Aufklärung, Beratung und schnelle Weitervermittlung. Acting Commissioner Yoo Jae-seong erklärte, bei jugendlichem Online-Glücksspiel sei es wichtig, Probleme früh zu erkennen und rasch Beratung sowie Behandlung einzuleiten.

Faker soll in Videos, Postern und weiteren Kampagnenmaterialien auftreten. Seine Aufgabe ist nicht die Strafverfolgung, sondern die öffentliche Ansprache einer Zielgruppe, die für klassische Behördenkampagnen oft schwer erreichbar ist.

Warum gerade Faker so wichtig für die Kampagne ist

Faker ist einer der erfolgreichsten Spieler der Esport-Geschichte. Als mehrfacher League-of-Legends-Weltmeister und langjähriges Gesicht von T1 genießt er in Südkorea einen außergewöhnlichen Ruf. Für viele junge Spieler ist er nicht nur ein Star, sondern ein Vorbild.

Genau diese Glaubwürdigkeit will die Polizei nutzen. Wenn Faker über Risiken von Online-Glücksspiel spricht, erreicht die Botschaft Jugendliche wahrscheinlich anders als eine normale Behördenanzeige. Besonders in einem Land, in dem Gaming und Esport tief in der Jugendkultur verankert sind, kann ein solches Gesicht viel bewirken.

Das macht die Ernennung auch symbolisch stark. Südkorea behandelt Esport längst nicht mehr nur als Unterhaltung, sondern als Teil des gesellschaftlichen Lebens. Wenn ein Esportler in eine nationale Präventionskampagne eingebunden wird, zeigt das auch den gewachsenen Einfluss der Szene.

Südkorea kämpft gegen illegales Online-Glücksspiel

Online-Glücksspiel ist in Südkorea streng reguliert. Legale Sportwetten laufen im Wesentlichen über staatlich kontrollierte Angebote wie Sports Toto. Gleichzeitig existiert ein großer illegaler Markt, der auch Jugendliche erreicht.

Die Behörden gehen regelmäßig gegen illegale Plattformen und Netzwerke vor. Besonders problematisch sind Angebote, die gezielt Minderjährige ansprechen oder Glücksspiel über Gaming-nahe Kanäle normalisieren. In einem Umfeld, in dem Esport, Streaming und Online-Communities stark verbreitet sind, verschwimmen für manche junge Nutzer die Grenzen zwischen Spiel, Wette und Risiko.

Genau hier setzt die Kampagne an. Sie soll nicht nur abschrecken, sondern Jugendliche früh ermutigen, Hilfe zu suchen, bevor Schulden, Abhängigkeit oder kriminelle Strukturen entstehen.

Esport und Glücksspiel bleiben ein sensibles Thema

Fakers Rolle kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Esport weltweit immer enger mit Wettmärkten, Sponsoring und Online-Plattformen verbunden ist. Viele große Titel haben längst eigene Betting-Märkte, und illegale Anbieter nutzen populäre Spiele, Teams und Spieler, um junge Zielgruppen anzusprechen.

Das macht Prävention besonders wichtig. Esport erreicht ein junges Publikum, aber genau diese Reichweite kann auch von Glücksspielanbietern missbraucht werden. Wenn eine Figur wie Faker gegen illegales Online-Glücksspiel wirbt, sendet das deshalb ein deutliches Signal an Fans, Eltern und die Branche.

Faker nutzt seine Reichweite über das Spiel hinaus

Faker hat in seiner Karriere fast alles gewonnen, was League of Legends zu bieten hat. Die neue Rolle zeigt nun eine andere Seite seines Einflusses. Es geht nicht um Titel, Rekorde oder internationale Matches, sondern um Verantwortung gegenüber jungen Menschen, die ihn seit Jahren verfolgen.

Für die koreanische Polizei ist Faker ein idealer Botschafter, weil er Vertrauen und Bekanntheit verbindet. Für den Esport ist die Ernennung ein weiterer Beleg dafür, dass Topspieler längst öffentliche Figuren sind, deren Bedeutung über den Server hinausgeht.

Ob die Kampagne messbar wirkt, wird sich erst später zeigen. Die Botschaft ist aber klar: Online-Glücksspiel unter Jugendlichen ist in Südkorea ein ernstes Problem — und Faker soll helfen, genau dort Aufmerksamkeit zu schaffen, wo klassische Behördenkommunikation oft nicht mehr reicht.

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Über Jonas Teichmann |

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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