Fable hat inzwischen einen festen Release-Termin, während The Elder Scrolls 6 weiterhin ohne offizielles Veröffentlichungsfenster bleibt. Playground Games bringt das neue Fable am 23. Februar 2027 für Xbox Series X|S und PC sowie direkt zum Start im Game Pass heraus. Für Fantasy-RPG-Fans ist das bemerkenswert, weil Bethesda sein nächstes Elder Scrolls bereits 2018 angekündigt hat, seitdem aber kaum neue Details gezeigt wurden.
Fable hat geschafft, worauf Elder-Scrolls-Fans weiter warten
Die neue Fable-Version war lange selbst ein Fragezeichen. Nach dem Ende von Lionhead Studios musste die Reihe praktisch neu aufgebaut werden. Playground Games, bis dahin vor allem für Forza Horizon bekannt, übernahm eine alte RPG-Marke und musste beweisen, dass das Studio mehr kann als Open-World-Rennspiele.
Inzwischen sieht die Lage deutlich anders aus. Fable hat Trailer, Gameplay-Eindrücke, eine klare Tonalität und einen festen Termin. Das Spiel wirkt nicht mehr wie ein fernes Xbox-Versprechen, sondern wie ein konkreter Release im Kalender.
The Elder Scrolls 6 steht dagegen weiterhin im Schatten seines eigenen Teasers. Bethesda kündigte das Spiel 2018 mit einem sehr kurzen Video an, das kaum mehr als Landschaft, Logo und Versprechen bot. Acht Jahre später gibt es weiterhin keinen neuen großen Trailer, keine Gameplay-Präsentation und keinen bestätigten Release-Zeitraum.
Bethesda hat andere Prioritäten gehabt
Der Vergleich ist nicht ganz fair, aber er drängt sich auf. Bethesda Game Studios arbeitet nicht nur an The Elder Scrolls. Seit Skyrim erschienen Fallout 4, Fallout 76 und Starfield. Dazu kamen Erweiterungen, Updates, Engine-Arbeit und die Umstellung unter Microsoft.
Trotzdem bleibt die Wartezeit extrem lang. Skyrim erschien 2011, Fable 3 sogar schon 2010. Beide Reihen hatten also ähnlich lange Pausen. Der Unterschied ist: Fable wirkt heute plötzlich näher, obwohl es zwischendurch sogar sein ursprüngliches Studio verloren hat.
Für Bethesda ist das keine angenehme Ausgangslage. Je länger The Elder Scrolls 6 im Hintergrund bleibt, desto größer werden die Erwartungen. Jeder neue Fantasy-RPG-Konkurrent wird automatisch daran gemessen, ob er die Lücke füllen kann, die Bethesda seit Jahren offen lässt.
Playground Games zeigt mehr von seiner Welt
Fable profitiert aktuell davon, dass Playground Games die Welt von Albion sichtbar macht. Die bisherigen Präsentationen zeigten Humor, märchenhafte Figuren, Kämpfe, Charaktere und einen klaren britischen Fantasy-Ton. Auch Schauspielerin Hayley Atwell wurde als zentrale Antagonistin Isabel vorgestellt.
Besonders spannend sind die Systemversprechen. Playground spricht über eine reaktive Welt, viele NPCs, Konsequenzen für Entscheidungen und eine Mischung aus RPG, Lebenssimulation und klassischem Fable-Charme. Ob all das am Ende funktioniert, muss das fertige Spiel zeigen. Aber es gibt zumindest konkrete Anhaltspunkte.
Bei The Elder Scrolls 6 fehlen solche Anhaltspunkte fast vollständig. Fans spekulieren seit Jahren über Hammerfell, High Rock, neue Schiffssysteme oder größere Städte. Bestätigt ist davon nichts. Bethesda hat lediglich deutlich gemacht, dass das Spiel ein klassisches großes Bethesda-Rollenspiel werden soll.
Starfield macht die Erwartungen komplizierter
Bethesdas jüngster großer Singleplayer-Release hat die Lage nicht einfacher gemacht. Starfield war kommerziell groß, wurde aber von vielen Spielern deutlich gemischter aufgenommen als frühere Bethesda-RPGs. Kritik gab es vor allem an Erkundung, Weltgefühl, NPCs, Ladebildschirmen und der Art, wie offen die Galaxie wirklich wirkte.
Das färbt auf The Elder Scrolls 6 ab. Viele Fans hoffen, dass Bethesda aus Starfield lernt und zur Stärke von Skyrim, Oblivion oder Morrowind zurückfindet: eine dichte Welt, echte Entdeckung, starke Fraktionen und Orte, die sich handgemacht anfühlen.
Wenn Fable 2027 genau diese Mischung aus Charakter, Weltreaktion und Fantasy-Abenteuer liefert, wird der Druck auf Bethesda nur größer.
Fable könnte die Fantasy-RPG-Lücke füllen
Fable muss nicht direkt wie The Elder Scrolls 6 sein, um gefährlich zu werden. Die Reihen stehen für unterschiedliche Ansätze. Elder Scrolls ist offener, größer und stärker auf freie Erkundung ausgelegt. Fable war immer konzentrierter, humorvoller und stärker an Entscheidungen im Alltag gebunden.
Aber beide bedienen denselben Wunsch vieler Spieler: ein großes Fantasy-RPG, das eine Welt glaubwürdig und spielerisch reizvoll wirken lässt. Genau in dieser Lücke kann Fable punkten, wenn Playground Games seine Versprechen hält.
Der feste Termin hilft zusätzlich. Spieler wissen nun, wann sie nach Albion zurückkehren können. Bei The Elder Scrolls 6 bleibt nur Warten.
Bethesda muss irgendwann mehr zeigen
Dass Fable früher erscheint als The Elder Scrolls 6, ist für sich genommen keine Katastrophe. Gute Spiele brauchen Zeit, und Bethesda trägt mit Elder Scrolls eine enorme Erwartungslast. Ein überhasteter Release wäre schlimmer als weitere Funkstille.
Trotzdem wird der Abstand immer schwerer zu erklären. Fable wurde neu vergeben, neu aufgebaut und kommt nun mit konkretem Datum. The Elder Scrolls 6 wurde 2018 angekündigt und bleibt weiterhin fast unsichtbar.
Für Fantasy-RPG-Fans könnte 2027 deshalb ein Wendepunkt werden. Wenn Fable überzeugt, hat Xbox plötzlich ein großes Fantasy-Rollenspiel im Markt, während Bethesda weiter an seinem nächsten Mammutprojekt arbeitet. Das würde The Elder Scrolls 6 nicht weniger wichtig machen — aber es würde zeigen, dass die Konkurrenz nicht wartet, bis Bethesda endlich wieder bereit ist.



