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Eternal Fire setzt br0 nach nur sieben Wochen auf die Bank

Jonas Teichmann
Jonas Teichmann Chefredakteur & Esports-Experte

Das nächste Kapitel im laufenden Umbau von Eternal Fire ist bereits wieder beendet. Die türkische Organisation hat Alexander „br0“ Bro am Sonntag aus dem aktiven CS2-Line-up genommen und auf die Bank gesetzt. Der Däne war erst am 5. Juli 2026 von NRG verpflichtet worden und gehörte damit lediglich 49 Tage zum aktiven Kader. Einen Nachfolger hat Eternal Fire bislang nicht vorgestellt.

Die kurze Zusammenarbeit verlief sportlich gemischt. Eternal Fire gewann mit br0 zwar die European Pro League Series 8, enttäuschte danach aber bei der NODWIN Clutch Series 10 und verpasste schließlich die Qualifikation für den Esports World Cup. Individuell fand br0 in seinem neuen Umfeld ebenfalls nicht die erhoffte Form.

Eternal Fire bestätigt br0s Versetzung auf die Bank

Die Organisation hielt ihre Ankündigung ausgesprochen kurz.

Im offiziellen Statement heißt es lediglich, dass Alexander „br0“ Bro im Rahmen der weiteren Umstrukturierung des CS2-Teams in den Ersatzkader versetzt worden sei. Weitere Informationen zur Entscheidung oder zur Nachfolge veröffentlichte Eternal Fire zunächst nicht.

Damit besteht das aktive Line-up aktuell nur noch aus vier Spielern:

SpielerNationalität
MisteMSüdafrika
regaliRumänien
KvemUkraine
jottAAATürkei
yTTürkei – Coach
br0Dänemark – auf der Bank

Eternal Fire muss den fünften Platz entsprechend neu besetzen, bevor das Team wieder regulär bei größeren Turnieren antreten kann.

br0 kam erst Anfang Juli von NRG

Die Geschwindigkeit der Entscheidung überrascht.

Eternal Fire hatte br0 am 5. Juli offiziell als Neuzugang präsentiert. Gemeinsam mit Vladyslav „Kvem“ Korol sollte er Teil eines neu aufgebauten internationalen Line-ups werden. Die Organisation bezeichnete beide Verpflichtungen damals als wichtigen Schritt in ein neues Kapitel ihrer Counter-Strike-Abteilung.

br0 brachte dafür durchaus Erfahrung mit.

Der mittlerweile 24-Jährige hatte zuvor unter anderem für Astralis, Monte und NRG gespielt. Bei NRG stand er rund 18 Monate unter Vertrag und nahm mit der nordamerikanischen Organisation an drei Majors teil. Seine LAN-Bilanz bei NRG lag laut HLTV bei einem Rating von etwa 1,09.

Nach dem frühen Aus bei der ersten Stage des IEM Cologne Major wurde er im Juni allerdings auf die Bank gesetzt. Eternal Fire gab ihm nur wenige Wochen später die Chance auf einen Neustart in Europa.

Dieser Versuch ist nun bereits wieder vorbei.

Ein Turniersieg – danach ging es bergab

Dabei begann die neue Besetzung durchaus erfolgreich.

Eternal Fire erhielt bei der European Pro League Series 8 eine direkte Einladung in die Playoffs und gewann anschließend das gesamte Turnier.

Das Team setzte sich zunächst gegen BRUTE und Atreides durch, schlug danach CYBERSHOKE mit 2:1 und gewann das Finale gegen 1win nach fünf Maps mit 3:2.

Danach lief allerdings wenig zusammen.

Bei der NODWIN Clutch Series 10 schied Eternal Fire bereits auf den Plätzen 9 bis 16 aus. Gegen INOX Division setzte es ein 0:2.

Noch wichtiger war der anschließende offene Qualifier für den Esports World Cup 2026.

Eternal Fire verlor zunächst gegen NADE, schlug denselben Gegner anschließend im Lower Bracket mit 2:0 und traf danach auf BIG. Gegen die deutsche Organisation war beim 0:2 Schluss.

Damit verpasste Eternal Fire eines der wichtigsten Turniere der zweiten Jahreshälfte.

br0 bleibt bei einem Rating von 0,93 hängen

Auch individuell konnte der ehemalige Astralis-Spieler nicht überzeugen.

Während seiner acht Serien für Eternal Fire absolvierte br0 insgesamt 21 Maps. Laut HLTV kam er dabei lediglich auf ein Rating von 0,93.

Seine Leistungen schwankten dabei erheblich.

Gegen CYBERSHOKE erreichte er auf Dust2 beispielsweise ein starkes Rating von 1,31. Gegen Atreides fiel er auf derselben Map dagegen bis auf 0,47 zurück. Auch im Finale der European Pro League gegen 1win lagen vier seiner fünf Maps unter einem Rating von 1,00.

Für einen Spieler, der als international erfahrener Rifler verpflichtet wurde, war das offenbar nicht genug.

Gerade im Vergleich zu seiner Zeit bei NRG fällt der Unterschied deutlich aus. Dort hatte br0 über 18 Monate wesentlich stabilere Werte geliefert.

Eternal Fire baut seit Monaten permanent um

br0s Aus ist gleichzeitig nur die jüngste Veränderung eines ausgesprochen turbulenten Jahres für Eternal Fire.

Bereits Anfang Juli hatten DemQQ und rigoN die Organisation verlassen. Kvem kam am 3. Juli, br0 folgte zwei Tage später. Anfang August trennte sich Eternal Fire außerdem endgültig von Woro2k.

Das aktuelle Team hat damit kaum Zeit bekommen, eine stabile Struktur aufzubauen.

Die Organisation hatte ihren Neustart im Juli noch mit „renewed energy“ und einer langfristig stärkeren Besetzung beschrieben. Nicht einmal zwei Monate später fehlt diesem Line-up bereits wieder ein fünfter Spieler.

Wer br0 ersetzt, dürfte deshalb entscheidend dafür sein, welche Richtung Eternal Fire für den Rest des Jahres einschlägt.

Wie geht es für br0 weiter?

Auch für br0 beginnt erneut die Suche nach einem neuen Team.

Innerhalb von weniger als zwei Jahren spielte der Däne nun für Astralis, NRG und Eternal Fire. Seine Zeit bei NRG zeigte, dass er auf hohem Niveau konkurrenzfähig sein kann, die kurze Phase bei Eternal Fire dürfte seinen Marktwert allerdings kaum verbessert haben.

Fest steht bislang nur, dass er weiterhin bei Eternal Fire unter Vertrag steht und in den Ersatzkader verschoben wurde. Eine Trennung oder ein Transfer wurde nicht angekündigt.

Eternal Fire steht währenddessen wieder dort, wo die Organisation Anfang Juli eigentlich nicht mehr stehen wollte: mitten im nächsten Roster-Umbau. Nach nur 49 Tagen ist das Experiment mit br0 beendet – und der fünfte Platz im Line-up erneut offen.

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Jonas Teichmann

Über den Autor

Jonas Teichmann

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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