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nieraus | Oktober 24, 2020

Esports – Was bleiben Ex-Pros für Möglichkeiten?

Es gibt viele Gründe wieso ein Profi Spieler sich zur Ruhe setzt, das Alter sowie der eigene Skill können ein Grund sein, wenn die jüngere Generation nachrückt und sich der Alltag durch Familie etc. ändert, reicht oft nicht mehr die Zeit um täglich mehrere Stunden ins Spiel zu stecken.

Aktuell geht die erste Generation von Profis in den Ruhestand, gerade die Counterstrike-Szene hat es in den letzten Jahren getroffen, eingefleischte Profis, die sich Jahrzehntelang in die Herzen der Fans geschossen haben, sitzen auf der Ersatzbank oder haben den Coachslot ins Auge gefasst. Wir schauen uns heute mal ein paar Beispiele aus der Vergangenheit an und schauen was aus den Spielern so geworden ist. 

RUHESTAND UND WAS KOMMT DANACH?

Es gibt unzählige Gründe wieso ein Profi Spieler weichen muss, der offensichtlichste ist das Alter und auch die damit verbundenen Pflichten als bspw. Vater oder Inhaber eines Teams etc. Junge Star-Spieler werden immer mehr gefördert und früh in ein Lineup aufgenommen, folglich muss einer das Team verlassen und auf die Ersatzbank oder den Coachslot ausweichen. Es ist auch schon vorgekommen, dass Organisationen ihre Pforten schließen und Spieler daraufhin kein passendes Team mehr finden.

Dazu gibt es natürlich auch unzählige Beispiele aus League of Legends, Dota2 und vielen anderen Esports. Wir konzentrieren uns aber aufgrund des derzeit seit längerem stattfindenden Generationenwechsels in CS:GO, auf dieses Spiel.

Eines der besten Beispiele ist Major Gewinner Danylo “Zeus“ Teslenko, er spielt seit 2002 professionell Counterstrike und gehört zum alten Eisen, 2019 jedoch gab der Spieler seinen Ruhestand bekannt und verließ sein ehemaliges Team, Natus Vincere. Heute ist er aber noch fester Bestandteil der Esports-Szene, so gehört ihm die CIS Esports League sowie die ZeusCyberSchool.

Abb.: Ex Navi Pro “Zeus”

Fun Fact: Das Team unter dem Zeus das erste Mal in seiner Karriere professionell Counterstrike gespielt hat „pro100“ gehört ihm inzwischen selbst, hat aber aktuell keine aktiven Spieler.

WIE SIEHT ES IN DEUTSCHLAND AUS?

Wenn wir in den deutschsprachigen Raum schauen, fallen Michele „zonixx“ Köhler und Fatih “gob b“ Dayik direkt auf. Beide spielten Counterstrike sehr lange Zeit auf einem professionellen Level, während sich zonixx zwischenzeitlich als Spieler weitestgehend zurückgezogen hat, war gob b nie so wirklich ganz aus dem Esport-Leben raus. Zonixx ist zwar längere Zeit unter die Streamer gegangen, spielt aber seit kurzem zusammen mit gob b im Valorant Lineup vom BIG Clan. Außerdem bietet er auch CS:GO Coaching auf seiner Website an. Gob b spielt nicht nur, sondern ist auch fester Bestandteil der Organisation BIG, als Manager und Head of CSGO hat er neben dem Valorant Lineup genug zu tun, um im Ruhestand keine Langeweile zu kriegen.

Abb.: BIG Clan Valorant Team

Klar, sind das alles ziemlich positive Beispiele für einen ehemaligen Counterstrike Profi, alle haben eine sichere Zukunft, die andere nicht haben. Denn nicht immer gelingt es einem Spieler den Schritt hinter die Kulissen, es bedarf oft auch organisatorische und kreative Fähigkeiten und vor allem Interesse. Aber auch Cheater dürften es nicht so leicht haben, im Esport eine sichere Zukunft zu bekommen.

Der Esport ist nicht wie YouTube oder Twitch, wo man teilweise den Nerv der Zeit treffen und Glück haben muss, damit es vorangeht, im Esport haben haufenweise Organisationen und Firmen diesen Schritt schon hinter sich und holen sich Ex-Profis, die hinter den Kulissen für die jeweiligen Nischen-Berufe arbeiten können. Außerdem gibt es ein paar weniger Spots vor der Kamera, da fallen natürlich Namen wir, SpunJ, HenryG und auch Tres ‘Stunna’ Saranthus, Ex-Manager von Cloud9 ein, die sich erfolgreich vom Spieler zum On-Air-Talent weiterentwickelt haben.

Als Coach oder Analyst steigen viele Ex-Pros in ihren neuen Beruf ein, teilweise, wie bei Zeus sind sie Besitzer einer Organisation oder vergleichbares. Gerade die Stelle als Coach ist und wird auch in den nächsten Jahren von großer Bedeutung sein, immer mehr junge Spieler versuchen sich im Esport und werden kaum gefördert. Die nächste Generation an Gamern sitzt jetzt am PC und wer kann es ihnen verübeln? Die Esport Branche wächst enorm an und bringt neue Arbeitsplätze mit sich, die besetzt werden wollen. Eins ist klar, für Spieler gibt es sehr viele Möglichkeiten weiter in der Szene beruflich aktiv zu bleiben.