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Esports Nations Cup erweitert Line-up: Mehr Entwickler an Bord für globales Länderturnier 2026

fragster Jonas November 28, 2025

Mit dem Esports Nations Cup (ENC) entsteht ein neues Großprojekt im internationalen Esport, das Länderduelle statt Clubwettbewerbe in den Mittelpunkt rückt. Das erste Turnier soll im November 2026 in Riad ausgetragen werden und anschließend im Zweijahresrhythmus zurückkehren. Organisiert wird das Format unabhängig vom Esports World Cup, orientiert sich aber an dessen Strukturen und Reichweite.

Ein globales Line-up der Publisher

Mehrere große Entwicklerstudios haben ihre Teilnahme bestätigt – darunter Electronic Arts, Krafton, Tencent Games, Ubisoft, Chess.com, Moonton Games und die SNK Corporation. Diese breite Beteiligung erweitert die Vielfalt der Disziplinen deutlich und macht den ENC zu einem der umfangreichsten Länderturniere, die es im Esport je gab.

Zu den erwarteten Titeln zählen unter anderem:

  • Mobile Legends: Bang Bang
  • Rainbow Six Siege
  • Honor of Kings
  • EA FC und Apex Legends
  • PUBG, PUBG Mobile und BGMI
  • SNK-Fighting-Games
  • Schach-Wettbewerbe über Chess.com

Die Auswahl zeigt einen klaren Trend: Mobile Disziplinen, etablierte Shooter und traditionelle Games wie Schach sollen gleichberechtigt nebeneinanderstehen.

Saudi-Arabien als treibende Kraft

Hinter dem Projekt steht die Esports World Cup Foundation (EWCF), deren Stiftungsrat von Kronprinz Mohammed bin Salman geleitet wird. Die Stiftung ist Teil eines weit verzweigten Netzwerks staatlicher Investitionen in den globalen Gaming-Sektor, finanziert über den Public Investment Fund (PIF). Auch die Savvy Games Group – Mutterkonzern der ESL FACEIT Group (EFG) – ist eng eingebunden.

Die EFG übernimmt die operative Umsetzung des Turniers. Mit Marken wie ESL, FACEIT und DreamHack verfügt sie über die Infrastruktur und Erfahrung, die für ein internationales Multigame-Event dieser Größenordnung notwendig ist.

Nachfolger für ein gescheitertes Konzept

Der ENC schließt auch eine Lücke: Er positioniert sich als inoffizieller Nachfolger der projektierten Esports Olympic Games, die 2025 aufgrund gescheiterter Gespräche zwischen Saudi-Arabien und dem IOC nicht zustande kamen.
Der Nations Cup übernimmt die Grundidee – Länderwettbewerbe im digitalen Sport – und formt daraus ein eigenständiges Format, das stärker auf Esport-Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Kritik bleibt Teil der Debatte

Das Engagement Saudi-Arabiens im Esport bleibt international umstritten. Organisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch warnen wiederholt vor der politischen Dimension solcher Mega-Events und sehen sie als Teil einer breiteren Imagekampagne. Themen wie Menschenrechte, Pressefreiheit und Gleichstellung werfen weiterhin Fragen auf.

Die Veranstalter argumentieren dagegen mit globalen Chancen: wirtschaftliche Impulse, wachsende Infrastruktur und eine Plattform, die neue Zielgruppen erreicht und dem Esport langfristig Stabilität geben soll.

Ein Schritt in Richtung globaler Nationalwettbewerbe

Der Esports Nations Cup markiert einen deutlichen Wandel: weg vom Clubsystem, hin zu nationalen Vertretungen, die sich regelmäßig messen sollen. Durch die Beteiligung zahlreicher Entwickler entsteht ein Format, das sowohl Mainstream-Titel als auch Nischendisziplinen fördert und damit einen breiten Querschnitt der Gaming-Welt abbildet.

Mit seiner Kombination aus staatlicher Förderung, Publisher-Partnerschaften und globaler Ausrichtung könnte der ENC zu einem der prägendsten Turniere der kommenden Jahre werden – und die internationale Esport-Landschaft nachhaltig verändern.