Die Esports World Cup Foundation hat mit dem Esports Nations Cup (ENC) ein neues internationales Format angekündigt, das den Esports-Kalender ab 2026 bereichern soll. Die Premiere findet im November 2026 in Riad, Saudi-Arabien, statt. Danach soll der Wettbewerb im zweijährigen Rhythmus ausgetragen und jeweils in unterschiedlichen Ländern gastieren.
Im Mittelpunkt steht ein Konzept, das den direkten Vergleich von Nationalmannschaften in den Vordergrund stellt. Spieler treten nicht für Clubs oder Organisationen, sondern für ihre Länder an. Damit verknüpft der Nations Cup nationale Identität mit globalem sportlichem Wettkampf – und bietet Chancen, regionale Szenen langfristig zu fördern.
Zielsetzung: Nationale Identität im Esport
Während klassische Esports-Ligen wie die LCS oder die LEC Organisationen und Clubs in den Fokus stellen, will der ENC bewusst einen anderen Weg gehen:
- Länder als Teams: Spieler vertreten ihre Heimatnation.
- Neue Rivalitäten: Nationale Duelle schaffen emotionale Intensität, ähnlich wie im traditionellen Sport.
- Förderung lokaler Strukturen: Länder mit weniger ausgeprägter Esports-Szene erhalten Plattformen, um ihre Talente international sichtbar zu machen.
So entsteht ein Format, das den Wettbewerb globalisiert und gleichzeitig lokale Identifikation stärkt.
ENC 2026: Regionen, Qualifikation und Format
Der Esports Nations Cup 2026 startet im November 2026 in Riad. Danach soll das Event im zweijährigen Turnus rund um den Globus rotieren.
Regionen und Qualifikationen
Teilnehmer kommen aus allen wichtigen Weltregionen. Die Qualifikationswege unterscheiden sich je nach Infrastruktur der Region:
| Region | Qualifikationsmodell |
|---|---|
| Europa | Kontinentale Qualifier |
| Nordamerika | Nationale & regionale Auswahl |
| Südamerika | Offene Online-Qualifier |
| MENA | Regionale Ranglisten & Einladungen |
| Afrika | Solidaritätsplätze & Qualifier |
| Südostasien | Kombi aus Ranglisten & offenen Slots |
| Ozeanien | Regionale Qualifikation |
| Asien | Nationale Auswahlverfahren & Rankings |
Das System setzt auf mehrstufige Qualifikationen mit Vorrunden, globalen Ranglisten und Wildcards. Ziel ist, sowohl die besten Spieler der Welt abzusichern als auch kleinere Szenen fair einzubinden.
Mögliche Spiele im Esports Nations Cup
Noch wurde kein offizielles Lineup veröffentlicht, doch anhand der Publisher-Partnerschaften lassen sich bereits klare Favoriten für das Spielangebot erkennen:
- Counter-Strike 2 (Valve): Klassiker des Esports, perfekt für Länderduelle und leicht zugänglich für Zuschauer.
- Dota 2 (Valve): Besonders in Asien, Osteuropa und Südamerika mit massiver Fanbase.
- League of Legends (Riot Games): Der dominierende MOBA-Titel, Nationalteams könnten hier enorme Aufmerksamkeit erzeugen.
- EA FC (EA Sports): Fußball als globaler Sport passt ideal ins Konzept, da jedes Land automatisch Identifikation bietet.
- PUBG / PUBG Mobile (Krafton, Tencent): Starke Präsenz in Asien und MENA, ideal für mobile Märkte.
- Rainbow Six Siege (Ubisoft): Taktik-Shooter mit internationaler Szene, besonders stark in Europa und Lateinamerika.
Denkbar ist eine Mischung aus Team- und Einzeldisziplinen, ähnlich wie bei Olympischen Spielen. So könnten MOBA- und Shooter-Titel mit Sport- und Fighting-Games kombiniert werden, um eine möglichst breite Fanbasis abzudecken.
Preisgeld und Belohnungsmodell
Offizielle Zahlen zum Preisgeld wurden noch nicht genannt. Bestätigt ist jedoch:
- Garantierte Auszahlung für alle Spieler.
- Einheitliche Platzierungsprämien über alle Spiele hinweg.
- Ausgewogenes Belohnungssystem, das nicht nur die Sieger, sondern auch kleinere Nationen motiviert.
Dieses Modell soll sicherstellen, dass sowohl etablierte Esports-Staaten als auch aufstrebende Szenen gleiche Chancen haben, vom Nations Cup zu profitieren.
Bedeutung für die Szene
Der Esports Nations Cup könnte eine ähnliche Rolle einnehmen wie Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften im traditionellen Sport – ein Format, das globale Aufmerksamkeit bündelt und den Esport in neue Märkte trägt.
- Für die Spieler: Chance, ihre Nation auf internationaler Bühne zu vertreten.
- Für die Fans: Emotionale Identifikation durch Länderduelle.
- Für die Branche: Neue Märkte, wirtschaftliche Effekte und eine breitere Anerkennung des Esports als globaler Wettbewerb.
